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Mecklenburger und Berliner haben seltener Asthma

Verschiedene gesundheitsbezogene Statistiken aus Deutschland in den letzten 20 Jahren belegen aber auch eine Erfolgsgeschichte: Die Zahl der asthmabedingten Sterbefälle ging um rund 500 Prozent zurück, die Zahl der asthmabedingten Krankenhauseinweisungen um rund 40 Prozent.

„Gesundheitsatlas Asthma“ zeigt regionale Unterschiede

Berlin, 12. November 2020. Trotz des stellenweise dichten Autoverkehrs – Berlinerinnen und Berliner haben deutlich seltener Asthma als die Bewohner vieler anderer deutscher Metropolen. Mecklenburger haben im Bundesländer-Vergleich sogar am seltenster Asthma - und auch die Bevölkerung Brandenburgs liegen leicht unter dem Bundesdurchschnitt. Das zeigt der neue „Gesundheitsatlas Asthma“ des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO). Für diese umfangreiche Studie haben die Wissenschaftler mithilfe eines neuartigen Berechnungsverfahrens die Häufigkeit von Asthma bronchiale in allen deutschen Landkreisen analysiert und dargestellt.

Demnach sind in Berlin rund 4,1 Prozent der Bevölkerung an Asthma erkrankt. Insgesamt liegt Berlin im Ranking der am wenigsten von Asthma betroffenen Großstädte damit auf Platz 5 von 13. Berücksichtigt wurden dabei nur Städte mit mehr als einer halben Million Einwohner, in denen die Asthmaquote aufgrund der höheren Luftverschmutzung im Schnitt etwas höher ist.  

Besonders in Brandenburg zeigen sich große regionale Unterschiede

Marek Rydzewski (Quelle: Ewa Rydzewski)
Im bundesweiten Durchschnitt sind 4,2 Prozent der Bevölkerung an Asthma erkrankt. In Mecklenburg-Vorpommern sind es nur rund 3,4 Prozent – bundesweiter Spitzenwert. Brandenburg liegt mit einer Asthma-Quote von 4,0 leicht unter dem Durchschnitt. Insgesamt sind im Nordosten 302.000 Menschen wegen einer vom Arzt diagnostizierten Asthmaerkrankung in medikamentöser Behandlung. Die regionalen Unterschiede auf Kreisebene sind dabei stark ausgeprägt: In Dahme-Spreewald sind nur rund 2,9 Bewohner der Bewohner an Asthma erkrankt, in Barnim sind es 4,8 Prozent

„Auch wenn der Nordosten vergleichsweise gut dasteht: Wir müssen versuchen, insbesondere in den stärker betroffenen Regionen die Menschen für die Risikofaktoren zu sensibilisieren, die zu höheren Belastungen führen und dann diese Risikofaktoren zurückdrängen“, sagt Marek Rydzewski, der das Versorgungsmanagement bei der AOK Nordost leitet.

Die Einführung der Umweltzone senkte Ausgaben für Asthmasprays

Dass die Asthma-Häufigkeit in den Großstädten im Vergleich zu ländlichen Regionen im Schnitt leicht erhöht ist, liegt wahrscheinlich an der höheren Verkehrsbelastung. Das legt eine im Mai veröffentlichte Studie des Mercator-Instituts nahe. Sie zeigte am Beispiel der Umweltzone: weniger Schadstoffe in der Großstadt-Luft führen offenbar dazu, dass viele Asthmatiker besser durchatmen können. Nachdem 58 deutsche Städte 2008 die Umweltzone einführten, sanken die jährlichen Ausgaben für Asthmasprays der dort lebenden AOK-Versicherten um knapp 13 Millionen Euro. Gleichzeitig sanken die Feinstaub-Werte, weil schadstoffintensive Autos, Busse und Lkws nicht mehr in die Innenstadt fahren durften.

Studien haben zudem gezeigt, dass Allergien, Rauchen und Übergewicht beeinflussbare Risikofaktoren für Asthma sind – hier gibt es gesundheitspolitische Möglichkeiten, anzusetzen. 

Deutlich weniger Krankenhauseinweisungen und Sterbefälle als früher

Verschiedene gesundheitsbezogene Statistiken aus Deutschland in den letzten 20 Jahren belegen aber auch eine Erfolgsgeschichte: Die Zahl der asthmabedingten Sterbefälle ging um rund 500 Prozent zurück, die Zahl der asthmabedingten Krankenhauseinweisungen um rund 40 Prozent. Gleichzeitig stieg die Menge der verabreichten Langzeitmedikation deutlich an. Dies legt nahe, dass eine verbesserte medikamentöse Asthmatherapie und ein besseres Management der Erkrankung relevante Erfolge in der Beherrschung von Asthma ermöglichten.

Behandlungsprogramm „AOK-Curaplan Asthma bronchiale“ für eine bessere Versorgung von Asthma-Patienten

Die AOK Nordost engagiert sich bereit seit dem Jahr 2006 für eine bessere und strukturierte medizinische Versorgung ihrer Versicherten mit Asthma bronchiale. Mit dem Disease-Management-Programm (DMP) „AOK-Curaplan Asthma bronchiale“ werden die Patienten alle sechs Monate von Fachärzten eingehend untersucht. Zudem erhalten die Patienten regelmäßige Schulungen. In Berlin waren im vergangenen Jahr rund 14.600 asthmakranke AOK-Versicherte in das Behandlungsprogramm eingeschrieben, in Brandenburg 12.700 und in Mecklenburg-Vorpommern rund 4.700.

„Die wichtigste Säule der Therapie ist ein adäquater Einsatz der verfügbaren Medikamente, ergänzt um strukturierte Informationen darüber, was der Patient selbst tun kann, um Asthmaanfälle möglichst komplett zu vermeiden“, erläutert Lungenfachärztin Ariane Kleinelsen. Auch angesichts der Corona-Pandemie profitieren die Patienten von „AOK Curaplan“ - denn laut bisherigen Studienergebnissen besteht bei einem gut kontrollierten Asthma offenbar kein erhöhtes Risiko für einen schweren COVID-19-Verlauf. Asthmakranke AOK-Versicherte können sich im AOK-Ärztehaus „Centrum der Gesundheit“ in Berlin-Wedding in einer Akutsprechstunde untersuchen lassen – ohne lange Wartezeiten. Wenn ein Kind an Asthma erkrankt, können die Eltern es bereits ab dem zweiten Lebensjahr in das Programm „AOK-Curaplan Asthma bronchiale für Kinder und Jugendliche“ einschreiben lassen.

Adipositas weiterer wichtiger Risikofaktor für Asthma

Die WIdO-Forscher konnten bei der Ursachenforschung für die regionalen Unterschiede einen besonders signifikanten Risikofaktor identifizieren. In den deutschen Regionen mit dem höchsten Adipositas-Anteil liegt die Asthma-Quote bei 4,5 Prozent. In den Regionen mit dem niedrigsten Adipositas-Anteil hingegen nur bei 3,8 Prozent – und damit rund ein Fünftel niedriger.

„Beim Thema Adipositas besteht für alle Akteure im Gesundheitswesen Handlungsbedarf. Wir als AOK Nordost werden uns hier weiter engagieren – auch um die Asthmaquote weiter zu senken“, sagt Marek Rydzewski, Bereichsleiter für Versorgungsmanagement bei der AOK Nordost.

Pressekontakt

AOK Nordost – Die Gesundheitskasse
Pressesprecher Matthias Gabriel
Telefon: 0800 265080-22202
E-Mail: presse@nordost.aok.de