Angebot anzeigen für:
Kontakt zu meiner AOK Nordost
Ort/Kasse korrigieren
Servicecenter werden geladen ...

Leistenbruch-Operationen und Hüftprothesenwechsel: Rechtzeitig über geeignete Klinik informieren

AOK-Krankenhausnavigator mit erweitertem Service

Berlin, 21. November 2019. Die Qualitätsunterschiede bei Leistenbruch-Operationen und Hüftprothesenwechsel in Berliner Kliniken sind groß: Das zeigt der aktualisierte AOK-Krankenhausnavigator, der Daten und Fakten auf Grundlage des Verfahrens „Qualitätssicherung mit Routinedaten“ (QSR-Verfahren) erfasst.  Es ist das erste Mal, das in Deutschland klinikbezogene Qualitätsdaten zu Leistenbruch-Operationen und Hüftprothesenwechsel veröffentlicht wurden, denn diese Eingriffe werden in der gesetzlichen Qualitätssicherung bisher nicht berücksichtigt. Die Auswertungen beziehen sich rückwirkend auf die Eingriffe in den Jahren 2015 bis 2017 mit einer Nachbeobachtung bis einschließlich 2018.

Leistenbruch-OP – Ein häufiger bauchchirurgischer Eingriff

Bei der Leistenbruch-Operation handelt es sich um einen häufigen bauchchirurgischen Eingriff, von dem Männer wesentlicher öfter als Frauen betroffen sind. In das QSR-Verfahren wurden in Berlin etwas mehr als 4.000 AOK-Versicherte aus 36 Kliniken einbezogen. Komplikationen unterschiedlichster Art wie zum Beispiel ein erneuter Leistenbruch oder chronische Schmerzen bis zu einem Jahr nach der Operation bei 7,9 Prozent der Patienten vor. Fünf Kliniken in Berlin erzielten dabei überdurchschnittliche Behandlungsergebnisse, 21 durchschnittliche und zehn unterdurchschnittliche. Die Berliner Klinken, die am besten abschneiden, haben eine Komplikationsrate von 3,4 Prozent. Eine deutlich höhere von 12,3 Prozent weisen die Kliniken mit unterdurchschnittlicher Behandlungsqualität auf.

Komplikationen bei Hüftprothesenwechsel

Der Wechsel einer Hüftprothese bringt häufig wesentlich mehr Komplikationen mit sich als die Erst-Implantation einer Hüftprothese, denn häufig lässt sich das neue Implantat nach dem Entfernen der alten Prothese nicht gut verankern. Die Komplikationsrate der Kliniken in Berlin mit einem QSR-Ergebnis belief sich auf knapp ein Viertel. Hier zeigten sich deutliche Unterschiede in der Qualität der Behandlung: Bei den Kliniken mit den besten Ergebnissen lag die Rate von ungeplanten Folge-OPs innerhalb eines Jahres nach dem ersten Eingriff bei 13,6 Prozent, bei den Kliniken mit den schlechtesten Ergebnissen dagegen bei 26,5 Prozent. Bemerkenswert ist die hohe Zahl von 22 Kliniken, die diese schwierige Operation selten ausführen. Für den Hüftprothesenwechsel ist nachgewiesen, dass es einen Zusammenhang zwischen der Anzahl der durchgeführten Operationen und den Ergebnissen gibt. Je häufiger der Eingriff an einer Klinik vorgenommen wird, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit einer Revisions-OP und das Risiko der Sterblichkeit.

„Patienten erwarten zu Recht beste Behandlung“

„Im Krankenhaus erwarten Patienten zu Recht die beste Behandlung, selbstverständlich geradebei Operationen. Denn niemand will unerwünschte Folgen nach einer OP. Bei vielen planbaren Eingriffen wie etwa bei einem Leistenbruch oder einem Hüftprothesenwechsel sollte man sich deshalb rechtzeitig über geeignete Kliniken informieren, um so unerwünschte Folgen möglichst zu minimieren Der Krankenhausnavigator und die QSR-Daten helfen dabei“, so Frank Michalak, Vorstand der AOK Nordost.

QSR-Verfahren: Fair und transparent für Kliniken

Das QSR-Verfahren wurde 2002 vom Wissenschaftlichen Institut der AOK (WidO) entwickelt und seither immer weiter ausgebaut. Es misst neben der Qualität bei den neu aufgenommenen Eingriffen zu Hüftprothesenwechsel und Leistenbruch die Qualität beim Einsatz von künstlichen Knie- oder Hüftgelenken bei Arthrose, bei Operationen nach hüftgelenksnahen Oberschenkelbruch, Gallenblasenentfernungen bei Gallensteinen, therapeutische Herzkatheter (PCI) bei Patienten ohne Herzinfarkt, Blinddarmentfernungen sowie Operationen bei gutartiger Prostatavergrößerung und zur Prostataentfernung bei Prostatakrebs. Auch für diese Behandlungen sind die Bewertungen der Krankenhäuser jetzt aktualisiert worden.

QSR wertet Abrechnungsdaten von Kliniken und niedergelassenen Ärzten über den Krankenhausaufenthalt hinaus aus: Berücksichtigt werden Komplikationen und Folgeereignisse wie Revisions-OPs, die innerhalb eines Jahres nach der Entlassung des Patienten auftreten. Ein aufwändiges statistisches Verfahren, das unter anderem Alter, Geschlecht und bereits bestehende Grunderkrankungen der Patienten berücksichtigt, sorgt für einen fairen Vergleich der Kliniken. Das QSR-Verfahren zur Qualitätssicherung mit Routinedaten wird unter Beteiligung von Fachexperten der jeweiligen medizinischen Fachgebiete ständig weiterentwickelt und ausgebaut.

Bei den neuen Eingriffen wurden rund 980 Kliniken in Deutschland erfasst, die eine Leistenbruch-OP 2015 bis 2017 bei knapp 130.000 AOK-Versicherten vorgenommen haben. Ebenso werden die knapp 9.000 Fälle in 169 Kliniken aufgezeigt, die mindestens 30 Hüftprothesenwechsel im Jahr vorgenommen haben.

Pressekontakt

AOK Nordost - Die Gesundheitskasse
Matthias Gabriel, Pressesprecher
Telefon: 0800 265080- 22202
presse@nordost.aok.de