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Leistenbruch-OP und Hüftprothesenwechsel: Mit der geeigneten Klinik Folgeschäden minimieren

AOK-Krankenhausnavigator mit erweitertem Service

Schwerin, 21. November 2019. Die Qualitätsunterschiede bei Leistenbruch-Operationen und Hüftprothesenwechsel in Kliniken Mecklenburg-Vorpommerns sind groß: Das zeigt der aktualisierte AOK-Krankenhausnavigator, der Daten und Fakten auf Grundlage des Verfahrens „Qualitätssicherung mit Routinedaten“ (QSR-Verfahren) erfasst.  Es ist das erste Mal, dass in Deutschland klinikbezogene Qualitätsdaten zu Leistenbruch-Operationen und Hüftprothesenwechsel veröffentlicht wurden, denn diese Eingriffe werden in der gesetzlichen Qualitätssicherung bisher nicht berücksichtigt. Die Auswertungen beziehen sich rückwirkend auf die Eingriffe in den Jahren 2015 bis 2017 mit einer Nachbeobachtung bis einschließlich 2018.

Leistenbruch-Operationen – Ein häufiger bauchchirurgischer Eingriff

Bei der Leistenbruch-Operation handelt es sich um einen häufigen bauchchirurgischen Eingriff, von dem Männer wesentlicher öfter als Frauen betroffen sind. In das QSR-Verfahren wurden in Mecklenburg-Vorpommern wurden knapp 2.200 AOK-Versicherte aus 29 Kliniken einbezogen. Komplikationen unterschiedlichster Art wie zum Beispiel ein erneuter Leistenbruch oder chronische Schmerzen kamen bis zu einem Jahr nach der Operation bei 7,9 Prozent der Patienten vor. Eine Klinik in Mecklenburg-Vorpommern erzielte überdurchschnittliche Behandlungsergebnisse, 26 durchschnittliche und zwei unterdurchschnittliche. Die Kliniken Mecklenburg-Vorpommerns, die am besten abschneiden, haben eine Komplikationsrate von 3,5 Prozent. Eine deutlich höhere Rate von 16,3 Prozent weisen die Kliniken mit unterdurchschnittlicher Behandlungsqualität auf.

Komplikationen bei Hüftprothesenwechsel

Auch die Qualitätsdaten zu Hüftprothesenwechseln wurden neu in den AOK-Krankenhausnavigator aufgenommen. Diese Operation bringt häufig wesentlich mehr Komplikationen mit sich als die Erst-Implantation einer Hüftprothese, denn häufig lässt sich das neue Implantat nach dem Entfernen der alten Prothese nicht gut verankern. Die Gesamtkomplikationsrate der Kliniken in Mecklenburg-Vorpommern mit einem QSR-Ergebnis belief sich auf 14,8 Prozent. Im Durchschnitt traten bei 14,1 Prozent der Patienten ungeplante Folge-OPs innerhalb eines Jahres nach dem Eingriff auf. Bemerkenswert ist die hohe Zahl von 19 Kliniken, die diese schwierige Operation selten ausführen. Für den Hüftprothesenwechsel ist nachgewiesen, dass es einen Zusammenhang zwischen der Anzahl der durchgeführten Operationen und den Ergebnissen gibt. Desto häufiger der Eingriff an einer Klinik durchgeführt wird, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit einer Revisions-OP und das Risiko der Sterblichkeit.

„Patienten erwarten zu Recht beste Behandlung“

„Im Krankenhaus erwarten Patienten zu Recht die beste Behandlung, selbstverständlich gerade bei Operationen. Denn niemand will unerwünschte Folgen nach einer OP. Bei vielen planbaren Eingriffen wie etwa bei einem Leistenbruch oder einem Hüftprothesenwechsel sollte man sich deshalb rechtzeitig über geeignete Kliniken informieren, um so unerwünschte Folgen der OP möglichst zu minimieren. Der Krankenhausnavigator und die QSR-Daten helfen dabei“, so Frank Michalak, Vorstand der AOK Nordost.

QSR-Verfahren: Fair und transparent für Kliniken

Das QSR-Verfahren wurde 2002 vom Wissenschaftlichen Institut der AOK (WidO) entwickelt und seither ausgebaut. Es misst neben der Qualität den beiden neu aufgenommenen Eingriffen den Einsatz von künstlichen Knie- oder Hüftgelenken bei Arthrose, die Operation nach hüftgelenksnahen Oberschenkelbruch, Gallenblasenentfernungen bei Gallensteinen, therapeutische Herzkatheter (PCI) bei Patienten ohne Herzinfarkt, Blinddarmentfernungen sowie Operationen bei gutartiger Prostatavergrößerung und zur Prostataentfernung bei Prostatakrebs. Auch für diese Behandlungen sind die Bewertungen der Krankenhäuser jetzt aktualisiert worden.

QSR wertet Abrechnungsdaten von Kliniken und niedergelassenen Ärzte über den Krankenhausaufenthalt hinaus aus: Berücksichtigt werden auch Komplikationen und Folgeereignisse wie Revisions-OPs, die innerhalb eines Jahres nach der Entlassung des Patienten auftreten. Ein aufwändiges statistisches Verfahren, das unter anderem Alter, Geschlecht und bereits bestehende Grunderkrankungen der Patienten berücksichtigt, sorgt für einen fairen Vergleich der Kliniken. Das Verfahren zur Qualitätssicherung mit Routinedaten wird unter Beteiligung von Fachexperten der jeweiligen medizinischen Fachgebiete ständig weiterentwickelt und ausgebaut.

Bei den neuen Eingriffen wurden rund 980 Kliniken in Deutschland erfasst, die eine Leistenbruch-OP 2015 bis 2017 bei knapp 130.000 AOK-Versicherten vorgenommen haben. Ebenso werden die knapp 9.000 Fälle in 169 Kliniken aufgezeigt, die mindestens 30 Hüftprothesenwechsel im Jahr vorgenommen haben.

Pressekontakt

AOK Nordost - Die Gesundheitskasse
Matthias Gabriel, Pressesprecher
Telefon: 0800 265080- 22202
presse@nordost.aok.de