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Kopfschmerztag: AOK Nordost setzt auf digital unterstützte Migräne-Therapie

App und Co. erleichtern den Zugang zum Spezialisten

Potsdam, 4. September 2019. Laut der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft leiden mehr als 70 Prozent der deutschen Bevölkerung innerhalb eines Jahres an Kopfschmerzen. Dabei ist Migräne die häufigste Kopfschmerzart, etwa zehn bis 15 Prozent der Bevölkerung sind davon betroffen. Allein bei der AOK Nordost befanden sich 2018 rund 97.000 AOK-Nordost-Versicherte wegen Kopfschmerz in ambulanter Behandlung, über 70.000 davon litten an Migräne. Ein Grund für die AOK Nordost, anlässlich des Deutschen Kopfschmerztages am 5. September noch einmal auf ihr multimodales Versorgungsprogramm KopfschmerzSPEZIAL und die digital unterstützte Migränetherapie SMARTGEM hinzuweisen.  

„Bei Kopfschmerz spielen neben medizinisch-biologischen Ursachen auch soziale und psychologische Faktoren eine große Rolle. Diese Zusammenhänge müssen für eine erfolgreiche Therapie unbedingt berücksichtigt werden“, sagt Dr. Werner Wyrwich, Mediziner und Geschäftsbereichsleiter im Versorgungsmanagement der AOK Nordost. Wichtig sei auch eine umfangreiche Aufklärung der Betroffenen.

Ärzte, Psychologen und Psychotherapeuten arbeiten Hand in Hand

Die AOK Nordost bietet deshalb KopfschmerzSPEZIAL an. In dem Versorgungsprogramm kooperiert die Gesundheitskasse mit der Charité und der Universitätsmedizin Rostock. AOK-Nordost-Versicherte bekommen darüber einen kostenfreien Zugang zu dem besonderen interdisziplinären Versorgungsansatz der universitätsmedizinischen Kopfschmerzambulanzen. Dort arbeiten Neurologen, Psychologen und Physiotherapeuten eng zusammen und erstellen gemeinsam ein ganz individuelles Therapiekonzept für jeden Patienten.

Spezialisierte Ärzte informieren über alle wichtigen Aspekte der Krankheit und schulen die Patienten im richtigen Umgang damit. „Damit fördern wir auch die Gesundheitskompetenz der Patienten. Mehr Wissen sichert zum Beispiel auch die Therapietreue und begünstigt den Behandlungserfolg“, so Wyrwich. Darüber hinaus kooperieren die Kopfschmerzambulanzen in KopfschmerzSPEZIAL mit niedergelassenen Fachärzten, an die die Patienten zur ambulanten Nachbetreuung überwiesen werden.

SMARTGEM – digitale und telemedizinische Unterstützung der Therapie

Perspektivisch möchte die Gesundheitskasse auch die Versorgung ihrer Versicherten mit Kopfschmerzen im ländlichen Raum verbessern, wo sich der Zugang zu Spezialisten besonders schwierig gestaltet. Deshalb beteiligt sie sich an dem Innovationsfondsprojekt SMARTGEM, das sich speziell an Patienten mit Migräne richtet.

SMARTGEM basiert auf KopfschmerzSPEZIAL und erweitert die multimodale Schmerztherapie um digitale und telemedizinische Aspekte. So können die teilnehmenden Patienten mithilfe der Smartphone-App „M-sense“ ihre Kopfschmerzen dokumentieren und mögliche Auslöser identifizieren. Die App bietet auch verschiedene Therapiemodule, mit deren Hilfe die Patienten nicht-medikamentöse Behandlungsansätze verfolgen können. Über eine Kommunikationsplattform haben die Teilnehmer die Möglichkeit, sich in einem ärztlich moderierten Patientenforum untereinander auszutauschen oder einen ärztlichen Expertenchat in Anspruch zu nehmen. Darüber hinaus können sich Ärztinnen und Ärzte der universitären Kopfschmerzzentren und niedergelassene Ärzte telemedizinisch miteinander vernetzen und sich zur Patientenbehandlung beraten und abstimmen.

Weitere Informationen zu KopfschmerzSPEZIAL und SMARTGEM sowie die Kontaktdaten finden Interessierte unter aok.de/nordost/kopfschmerz.

AOK-Experteninterview: Dr. Francis Baudet zu den Chancen von SMARTGEM

Digital unterstützte Migränetherapie

 Anlässlich des Deutschen Kopfschmerztages am 5. September haben wir mit Dr. Francis Baudet über die Herausforderung bei der ländlichen Versorgung von Kopfschmerzpatientinnen und -patienten sowie die Chancen einer telemedizinisch und digital unterstützten Therapie gesprochen. Dr. Baudet hat seine Praxis in Bergen auf Rügen und ist einer von nur vier zertifizierten Kopfschmerzspezialisten in Mecklenburg-Vorpommern.

Zu 95 Prozent leiden die Erwachsenen unter meinen Kopfschmerzpatienten an Migräne. Bei den restlichen fünf Prozent sind es vorwiegend Kopfschmerzen vom Spannungstyp, im Volksmund auch Spannungskopfschmerz genannt. Interessanterweise ist es bei den Kindern genau umgedreht. Dort leiden die meisten, vor allem die Schulkinder, unter sogenanntem Spannungskopfschmerz.

Der schwierige Zugang ist ein Problem. In meinen Augen allerdings noch problematischer ist der Umgang mit Migräne. Migräne ist prinzipiell eine genetische neurologische Erkrankung. Als Migräniker werde ich geboren und deshalb ist Migräne per se nicht heilbar. Das bekommen viele Patienten auch von ihren Ärzten gesagt, mit dem Resultat, dass sie sich gar nicht in spezialisierte Behandlung begeben, sondern nur die Symptome mit Schmerzmitteln bekämpfen. Erst wenn der Leidensdruck richtig groß ist, gehen sie zum Spezialisten.

Auf jeden Fall sollten Migräne-Patienten zumindest einmal einen Spezialisten sehen. Denn obwohl die Krankheit tatsächlich nicht heilbar ist, habe ich als Migräne-Patient selbst großen Einfluss auf die Attacken. Dazu muss ich mich aber gut auskennen mit der Krankheit. Eine umfassende Aufklärung der Patienten ist also das Fundament für eine erfolgreiche Behandlung. Diese Aufklärung kann nur durch einen Experten auf dem Gebiet erfolgen. Nun würden die meisten aufgrund ihres Leidensdrucks auch einen weiten und mit langen Wartezeiten verbundenen Weg zum Spezialisten einmalig auf sich nehmen. Aber neben der erstmaligen Aufklärung spielt auch eine regelmäßige Verlaufskontrolle eine wichtige Rolle. Und da wird es gerade für Patienten im ländlichen Raum natürlich schwierig.

Nachdem im persönlichen Kontakt zwischen Patient und Spezialist die Diagnose gesichert, die Therapie festgelegt und der Patient aufgeklärt wurde, kann eine telemedizinische und digitale Unterstützung, wie sie SMARTGEM bietet, den Therapieverlauf günstig beeinflussen. Der Patient kann bei seinem Hausarzt in Behandlung bleiben und hat trotzdem weiterhin Kontakt zum Experten. Hausarzt und Experte können sich ebenfalls untereinander austauschen. Über die Tagebuchfunktion der App kann die Verlaufskontrolle gut gemanagt werden. Außerdem wird die Eigenverantwortung der Patienten gestärkt, was sich erfahrungsgemäß positiv auf den Behandlungserfolg auswirkt.

AOK-Experteninterview: Dr. Benjamin Möpert zu den Chancen von SMARTGEM

Digital unterstützte Migränetherapie

Anlässlich des Deutschen Kopfschmerztages am 5. September haben wir mit dem Brandenburger Hausarzt Dr. Benjamin Möpert über die Herausforderung bei der ländlichen Versorgung von Kopfschmerzpatientinnen und -patienten sowie die Chancen einer telemedizinisch/digital unterstützten Therapie gesprochen.

Rund fünf Prozent meiner Patienten kommen aufgrund von Kopfschmerzen, die nicht Begleiterscheinung einer Viruserkrankung sind, zu mir. Bei etwa der Hälfte von ihnen sind die Schmerzen chronisch, das heißt, sie treten über eine längere Zeit und immer wieder auf. Die meisten kommen mit Spannungskopfschmerz oder Migräne.

Nur die wenigsten Kollegen haben das Glück, wie wir eine neurologische Klinik oder einen anderen Spezialisten in der Nähe zu haben. Und gerade auf dem Land ist der Hausarzt auch für Kopfschmerzpatienten immer noch die erste Anlaufstelle. Wenn dieser seinem hoch betagten Patienten eine Überweisung ausstellt, es aber kilometerweit keinen Spezialisten gibt, dann steht dieser Patient mitunter verloren da. Auf der anderen Seite ist es gerade bei akuten, potenziell gefährlichen Fällen auch für den Hausarzt wichtig, im Zweifelsfall schnell einen Experten heranziehen zu können. Ich hatte zum Beispiel einen jungen Mann, der über Kopfschmerzen klagte und innerhalb einer Woche mehrmals eine diskrete Halbseitenlähmung bei sich feststellte. Das wollte ich natürlich so schnell wie möglich abklären. Es stellte sich später heraus, dass der junge Mann an Migräne litt.   

Solange diese die persönliche ärztliche Therapie begleiten und nicht ersetzen, sehe ich da große Chancen. Bei SMARTGEM ist das beispielsweise der Fall. Die Patienten können weiterhin bei ihrem vertrauten Arzt in Behandlung bleiben. Dieser kann die Therapie mit seinen spezialisierten Kollegen abstimmen und sich im Bedarfsfall unkompliziert mit ihnen austauschen. Und aus meiner Sicht besonders wichtig: Die Patienten werden ermutigt, eigenverantwortlich und selbstwirksam mit ihrer Erkrankung umzugehen. Das wirkt sich auf jeden Fall positiv auf Therapieverlauf und Behandlungserfolg aus.

Eine gute Infrastruktur ist extrem wichtig. Ohne schnelles Internet kann ich weder eine Videosprechstunde halten noch können App-basierte Dienste wie SMARTGEM genutzt werden. Eine intuitive Bedienung ist auch sehr wichtig. Und das Programm muss gut in den Praxisalltag integrierbar sein, das heißt, es muss mich bei der Arbeit entlasten und mir nicht noch mehr Arbeit machen. Dazu gehört auch, dass es mir Rechtssicherheit bietet.

SMARTGEM – Neuer Therapieweg

"Bleib gesund!"-TV

Die AOK-Initiative Stadt.Land.Gesund

Das Innovationsfondsprojekt SMARTGEM ist Teil der AOK-Initiative Stadt.Land.Gesund. für eine bessere ländliche Gesundheitsversorgung.  Dazu engagiert sich die AOK Nordost gemeinsam mit den Partnern vor Ort in zahlreichen Projekten, die im Kern drei Lösungsansätze verfolgen: notwendige Versorgungsangebote erhalten, Distanzen überwinden und Patienten mit besonderem Bedarf auch besonders zu unterstützen. Hierzu hat die Gesundheitskasse passgenaue Programme entwickelt, welche die Versorgung vor allem im ländlichen Raum nachweislich verbessern.

Pressekontakt

AOK Nordost - Die Gesundheitskasse
Pressesprecher Matthias Gabriel
Telefon: 0800 265 080 - 22202
Mail: presse@nordost.aok.de