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Prothesenwechsel: Gesundheitsnavigator hilft bei Klinikwahl

Im Mittel mussten die Patienten nach jedem siebten Eingriff erneut operiert werden, denn bei der Wechseloperation lässt sich das neue Implantat nach Entfernen der alten Prothese häufig nur schwierig verankern. In Kliniken, die den hochkomplexen Eingriff zwölfmal oder seltener pro Jahr durchführten, lag diese Revisionsrate jedoch im Schnitt rund 25 Prozent höher als in großen Zentren.

Im Schnitt deutlich mehr Komplikationen in Kliniken mit wenig Fällen

Potsdam, 15. Dezember 2020. Wer seine Hüftprothese auswechseln lassen muss, konnte diesen Eingriff im Jahr 2018 in 92 Kliniken in Berlin, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern durchführen lassen. Eine große Auswahl für Patienten - doch eine bundesweite Studie des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) legt nahe: in knapp der Hälfte dieser Kliniken ist das Risiko, an dem Eingriff zu versterben oder erhebliche Komplikationen zu erleiden, im Schnitt deutlich erhöht.

Für die im „Journal of Arthroplasty“ veröffentlichte WIdO-Studie werteten die Autoren bundesweit 17.800 Wechsel-OPs aus, die zwischen 2014 und 2016 bei AOK-Versicherten stattfanden. Dabei zeigte sich: je seltener der Eingriff in einem Klinikum durchgeführt wurde, desto schlechter war das Ergebnis im Schnitt für die Patientinnen und Patienten.

Ein Viertel mehr Folge-OPs in Krankenhäusern mit wenig Erfahrung

Im Mittel mussten die Patienten nach jedem siebten Eingriff erneut operiert werden, denn bei der Wechseloperation lässt sich das neue Implantat nach Entfernen der alten Prothese häufig nur schwierig verankern. In Kliniken, die den hochkomplexen Eingriff zwölfmal oder seltener pro Jahr durchführten, lag diese Revisionsrate jedoch im Schnitt rund 25 Prozent höher als in großen Zentren. Zudem starben in den Kliniken mit wenig Erfahrung im Schnitt doppelt so viele Patienten innerhalb von 90 Tagen nach der OP. Insgesamt lag die Sterblichkeit bei 2,6 Prozent.

Im Jahr 2018 lagen in Berlin, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern 44 von 92 Kliniken unterhalb der Schwelle von 12 OPs pro Jahr. Am häufigsten wurde die OP in der Berliner Charité und in der Sana Klinik Sommerfeld durchgeführt.

Gesundheitsnavigator hilft Patienten bei der Klinikwahl

Um Patientinnen und Patienten eine noch bessere Orientierung zu geben, welche Klinik genügend Erfahrung mit einer komplizierten Operation wie dem Hüftprothesenwechsel hat, hat die AOK nun ihren Gesundheitsnavigator überarbeitet. Auf http://www.aok.de/gesundheitsnavigator erhalten Nutzerinnen und Nutzern jetzt umfassendere und leichter verständliche Informationen über die Qualitätsergebnisse von Ärzten und Krankenhäusern.

Für den Knieprothesenwechsel wurden dabei Klinikbewertungen auf Basis der Qualitätssicherung mit Routinedaten (QSR) des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) neu aufgenommen, die QSR-Daten zum Hüftprothesenwechsel sind ebenfalls abrufbar. Für diese und neun weitere häufige Operationen stellt der Navigator mit einer dreistufigen Bewertungsskala leicht verständlich dar, welche Kliniken in puncto Behandlungsqualität über- oder unterdurchschnittlich abschneiden. Die Kliniken lassen sich zudem nach jährlicher Operationshäufigkeit sortieren.

Marita Moskywn, Bereichsleiterin für stationäre Versorgung bei der AOK Nordost: „In den Gesundheitsnavigator fließen exklusive wissenschaftliche Auswertungen der AOK ein – zum Wohle aller Versicherten. Wir wollen es Patienten damit erleichtern, schnell und transparent wichtige Informationen für die Auswahl eines geeigneten Krankenhauses zu finden. Das Beispiel Hüftprothesenwechsel zeigt, wie wichtig es ist, sich vor anstehenden Eingriffen genau zu informieren.“

Leistungserbringer können Einträge bald auch ergänzen

Zudem weist das Navigator auf anerkannte Qualitätssiegel und Zertifikate hin, die Patienten vor planbaren Eingriffen Hinweise auf besondere Spezialisierungen geben können. So sind Kliniken, die am Endoprothesenregister Deutschland teilnehmen, gekennzeichnet. Auch zertifizierte Krebszentren werden durch ein Siegel der Deutschen Krebsgesellschaft kenntlich gemacht.

In einem separaten, Login-geschützten Bereich haben Kliniken und Arztpraxen ab Februar die Möglichkeit, Korrekturen ihrer Einträge vorzunehmen und ihre Angaben zu ergänzen. So können Ärztinnen und Ärzte zum Beispiel Bilder ihres Teams oder ihrer Praxis hochladen, zusätzliche Informationen zum Leistungsspektrum ihrer Praxis hinterlegen oder mitteilen, wenn sich Daten geändert haben.

Der Gesundheitsnavigator ist werbefrei, kostenlos und kann von jedem genutzt werden. Um ein besonders nutzerfreundliches Angebot zu entwickeln, wurden Patienten und Versicherte von Anfang an in die Entwicklung eingebunden.

Quellen

„WIdO-Studien belegen Zusammenhang zwischen Fallzahl und Qualität bei Hüft- und Knieprothesenwechseln“, PI vom 28.5.2020 https://www.wido.de/news-events/aktuelles/2020/prothesenwechsel 

Abstract der Studie im „Journal of Antroplasty“, 6.12.2019 https://www.arthroplastyjournal.org/article/S0883-5403(19)31117-9/abstract 

Pressekontakt

AOK Nordost – Die Gesundheitskasse
Pressesprecher Matthias Gabriel
Telefon: 0800 265080-22202
E-Mail: presse@nordost.aok.de