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Europas größtes begehbares DARMMODELL macht Station in Frankfurt (Oder)

Darmkrebsfrüherkennung – viele Menschen wissen nichts von den Möglichkeiten der Vorsorge. Für andere ist es noch immer ein Tabuthema. Dabei bieten Früherkennungsuntersuchungen die Chance, eine Darmkrebs-Erkrankung rechtzeitig zu erkennen, sodass die Heilungschancen gut sind.

Gemeinsame Presseinformation

Landesarbeitsgemeinschaft Onkologische Versorgung Brandenburg e.V.
Initiative „Brandenburg gegen Darmkrebs“
AOK Nordost – Die Gesundheitskasse

20 Meter langes Modell stellt menschliches Hochleistungsorgan dar

Frankfurt (Oder), 10. Mai 2019. Die Landesarbeitsgemeinschaft Onkologische Versorgung Brandenburg e.V. (LAGO) mit ihrer Initiative „Brandenburg gegen Darmkrebs“ und die AOK Nordost laden unter dem Motto „Laufend vorsorgen“ für den morgigen Samstag, 11. Mai  von 10 Uhr bis 17 Uhr, in das Spitzkrug Multi Center, Spitzkrugring 1 A, in Frankfurt (Oder) zu einem Gang durch Europas größtes begehbares DARMMODELL der Felix Burda Stiftung ein.
In dem Modell erfahren Besucher Wissenswertes über den Darm, über Darmerkrankungen und die einzelnen Vorsorgemöglichkeiten. Mit 20 Metern Länge, 3,50 Meter Breite und 2,80 Meter Höhe bietet das DARMMODELL ausreichend Platz zum Erkunden und Anfassen.
Ärztliche Fachleute aus dem Klinikum und der Stadt Frankfurt (Oder) informieren über den Aufbau des Hochleistungsorgans, die Ursachen für die Entstehung von Darmkrebs und über den Ablauf einer Darmspiegelung.

Gesundheitsministerin unterstützt Aufklärungstour durch Brandenburg

Brandenburgs Gesundheitsministerin Susanna Karawanskij hat die SchirmFRAUschaft übernommen: „Das Thema Darmkrebsvorsorge löst in der Regel keine Begeisterungsstürme aus. Dabei ist es eine gute Nachricht, dass über 90 Prozent aller Darmkrebsfälle verhindert oder geheilt werden können. Das gilt allerdings nur, wenn die Krankheit rechtzeitig entdeckt wird. Als Gesundheitsministerin schätze und unterstütze ich darum die großartige Arbeit der landesweiten Initiative „Brandenburg gegen Darmkrebs“. Ihre kreativen öffentlichkeitswirksamen Aktionen klären auf und motivieren immer mehr Menschen, diese wichtige Vorsorgeleistung selbstverständlich in Anspruch zu nehmen.“

Dr. med. Andreas Becker, Sprecher der Initiative „Brandenburg gegen Darmkrebs“ und Chefarzt Medizinische Klinik III Frankfurt (Oder), motiviert: „Die Darmspiegelung dauert nur 30 Minuten und ist ein seit Jahrzehnten etabliertes Verfahren. Dank exzellenter ärztlicher Kompetenz und ausgereifter Gerätetechnik kann sie heute mit großer Sicherheit und gutem Komfort durchgeführt werden. 30 Minuten Vorsorge können 30 geschenkte Lebensjahre bedeuten.“

AOK Nordost hat Alter für präventive Darmspiegelung deutlich gesenkt

Die AOK Nordost hat ihr Angebot für Versicherte bereits 2017 über die gesetzlichen Vorgaben hinaus erweitert und das Alter für die Inanspruchnahme einer präventiven Darmspiegelung (Koloskopie) für Männer auf 40 Jahre und für Frauen auf 45 Jahre gesenkt. Zum Vergleich: Das gesetzliche Vorsorgealter liegt für eine präventive Darmspiegelung bei 50 Jahren für Männer und 55 Jahren für Frauen. Mit ihrer regionalen Aufklärungskampagne #hosenrunter konnte erreicht werden, dass rund 38 Prozent mehr AOK-Versicherte Darmkrebsvorsorge-Maßnahmen genutzt haben.

„Mit der deutlich gestiegenen Inanspruchnahme der Darmkrebsvorsorge unserer Versicherten haben wir nicht nur das Ziel unserer Kampagne #hosenrunter erreicht, sondern sogar übertroffen“, sagt Daniela Teichert, Beauftragte des Vorstandes der AOK Nordost. „Aber es besteht weiterhin großer Aufklärungsbedarf, denn falsch verstandene Scham und Furcht halten noch immer zu viele Menschen davon ab, diese Vorsorge in Anspruch zu nehmen. Deshalb engagieren wir uns als regionale Gesundheitskasse weiterhin dafür, die Aufklärung über die Darmkrebsvorsorge voranzutreiben. Wir wollen zeigen, dass es keinen Grund gibt, diese wichtige Vorsorgemöglichkeit ungenutzt zu lassen.“

Jimmy Hartwig spricht vor Ort mit Besuchern zum Thema Vorsorge

Prominenter AOK-Gesundheitsbotschafter für das Thema Männergesundheit und Gesprächspartner am 11. Mai in Frankfurt (Oder) ist Ex-Fußballprofi Jimmy Hartwig: „Ich will dabei helfen, dass insbesondere die männlichen Gesundheitsmuffel die angebotenen Vorsorgeuntersuchungen besser wahrnehmen. Das tun zurzeit noch viel zu wenige. Man(n) fühlt sich stark und unverwundbar oder hat vielleicht auch Angst vor der Untersuchung. Das ist natürlich Quatsch, ich spreche da aus leidvoller Erfahrung. Daher meine Botschaft: Tut was, Jungs! Geht zur Vorsorge“, fordert Jimmy Hartwig, der selbst mehrfach an Krebs erkrankte.

Weitere Stationen der Aufklärungstour finden am 25. Mai in Schwedt (Oder) und am 15. Juni in Wittstock/Dosse statt.

Faktenblatt Darmkrebsvorsorge

Jährlich erkranken in Deutschland immer noch mehr als 60.000 Menschen an Darmkrebs, bei circa 26.000 endet die Krankheit tödlich. Nach Auswertungen der AOK Nordost ist im Vergleich vom ersten Halbjahr 2017 zum ersten Halbjahr 2018 die Zahl der AOK-Versicherten, die Maßnahmen der Darmkrebsvorsorge genutzt haben, um 38 Prozent gestiegen. Zur Darmkrebsvorsorge zählt auch die ausführliche ärztliche Beratung zur Koloskopie. Auch hier gab es einen deutlichen Anstieg. Rund 30 Prozent mehr Versicherte nahmen diese Beratungsleistungen in Anspruch. Bei denen, die sich schließlich einer Koloskopie unterzogen, wurden bei jedem fünften Versicherten Polypen – die Vorstufe des Krebses – entdeckt und entfernt.

Darmkrebs ist bundesweit die Krebsart mit einer der höchsten Neuerkrankungszahlen und die dritthäufigste Krebstodesursache: Jährlich erkranken in Deutschland durchschnittlich 63.000 Menschen an Darmkrebs, 26.000 sterben daran (Quelle: Zentrum für Krebsregisterdaten des Robert-Koch-Instituts). Unter 40 Jahren ist das Risiko, an Darmkrebs zu erkranken, noch gering. Es nimmt aber mit steigendem Alter zu. Das durchschnittliche Alter der Erkrankten beträgt 76 Jahre. In Brandenburg erkrankten rund 1.850 Männer und Frauen neu an Darmkrebs, Todesfälle gab es rund 880 (Zahlen Berichtszeitraum 2014- 2015. Quelle: Gemeinsames Krebsregister der Länder Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen).

Darmkrebs tritt bei Männern häufiger auf als bei Frauen. Trotz des Vorsorgeangebotes der gesetzlichen Krankenkassen lässt die Beteiligung der Anspruchsberechtigten auch nach der allgemeinen gesetzlichen Regelung ab dem 55. Lebensjahr zu wünschen übrig. Bei der AOK Nordost geht nur jeder Zehnte anspruchsberechtigte Versicherte zur präventiven Darmspiegelung – Männer mit 12,8 Prozent geringfügig häufiger als Frauen. Generell gilt jedoch, dass Frauen regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen häufiger wahrnehmen als Männer.

Die AOK Nordost hat als erste Krankenkasse das Anspruchsalter für eine Darmspiegelung auf das Alter von 40 Jahren bei Männern und bei Frauen auf 45 Jahre gesenkt. AOK-Versicherte können somit bereits seit Herbst 2017 früher die ärztliche Beratung und Blutstuhluntersuchung sowie eine Koloskopie vornehmen lassen. Dies hat die AOK Nordost deshalb gemacht, weil bereits ab 40 Jahren das Risiko für Darmkrebs langsam, aber stetig zunimmt. Da Männer häufiger von Darmkrebs betroffen sind als Frauen, wurde ihnen somit die Möglichkeit gegeben, sich früher um ihre Gesundheit zu kümmern. Mit diesem verbesserten Vorsorgeangebot, verbunden mit ihrer Aufklärungskampagne #hosenrunter!, macht sich die Gesundheitskasse für das Thema Darmkrebsvorsorge stark. Übrigens: Nach dem Gesetz haben Männer und Frauen ohne erkennbares Darmkrebsrisiko erst ab Juli 2019 einen Anspruch auf eine Darmspiegelung ab 50 Jahren. Momentan liegt dies noch bei 55 Jahren.

Die Darmspiegelung ist nicht nur eine sehr genaue Methode zur Früherkennung von Darmkrebs – mit ihrer Hilfe kann der Krebs sogar am Entstehen gehindert werden. Seit der Einführung dieser Untersuchungsmethode als gesetzliche Kassenleistung ist die Zahl der Neuerkrankungen in der Altersgruppe der Anspruchsberechtigten erkennbar rückläufig – und das trotz einer immer älter werdenden Bevölkerung. Hinzu kommt: Wird der Darmkrebs frühzeitig erkannt, besteht eine fast 90-prozentige Heilungschance. Dennoch gehen leider immer noch viel zu wenige Menschen zur Darmkrebsvorsorge.

Entdeckt der Facharzt für Magen- und Darmerkrankungen (Gastroenterologe) bei der Darmspiegelung Gewebewucherungen (Polypen), dann entfernt er sie während der Darmspiegelung. Polypen werden dann zur Gewebe-Untersuchung in ein spezialisiertes Labor geschickt, um abzuklären, ob es sich um gut- oder bösartige Veränderungen der Darmschleimhaut handelt. Bestätigt sich die Krebsdiagnose, überweist der Arzt – meist in ein spezialisiertes Krankenhaus –  zur weiteren onkologischen Behandlung von Darmkrebs.

Interview mit Jimmy Hartwig

Für die Kampagne #hosenrunter (www.jetzt-hosenrunter.de)  der AOK Nordost ist der ehemalige Fußballprofi und Ex-Nationalspieler Jimmy Hartwig seit 2017 als AOK-Gesundheitsbotschafter unterwegs und will unter anderem auf das Thema Darmkrebs aufmerksam machen. Und das mit Erfolg: Nach einer Auswertung der Gesundheitskasse ist im Vergleich zum ersten Halbjahr 2017 die Zahl der Versicherten der AOK Nordost, die die Darmkrebsvorsorge nutzten, im ersten Halbjahr 2018 um 38 Prozent gestiegen. Jimmy Hartwig war selbst mehrfach an Krebs erkrankt.

Jimmy Hartwig:  Vorsorge kann viel Leid ersparen, speziell die Darmkrebsvorsorge. Darmkrebs ist zu mehr als 90 Prozent heilbar, wenn er rechtzeitig erkannt wird. Daher sage ich allen und speziell den Männern: Geht zur Vorsorge. Ich selbst war in meinen jüngeren Jahren auch einer von denen, die das nicht für nötig hielten. Dreimal bin ich an Krebs erkrankt, dreimal habe ich dennoch glücklicherweise überlebt.

Jimmy Hartwig: Und das zu Recht, das weiß ich aus eigener leidvoller Erfahrung in meinen jüngeren Jahren. Viele Männer sehen sich immer noch als „starkes Geschlecht“ und nehmen Vorsorgeuntersuchungen weit weniger wahr als Frauen. Ich sage ihnen deshalb immer: „Jungs, geht zur Vorsorge, seid nicht feige“. Frauen achten meist mehr auf ihren Körper und gehen zum Arzt, wenn etwas nicht stimmt. Sie sind keine Verdrängungskünstler wie es Männer häufig sind.

Jimmy Hartwig: Braucht man nicht. Heute kann sich jeder vom Arzt vor der Darmspiegelung einen Schlummertrunk geben lassen, dann bekommt man von der Koloskopie gar nichts mit. Und was heißt unangenehm? Eine Krebserkrankung ist ja mit Sicherheit viel schlimmer. Deshalb sage ich den Männern: Es ist keine Schande, über Krankheiten zu sprechen. Und es ist so leicht, Vorsorge zu betreiben und damit seine Gesundheit, sein Leben zu retten.

Pressekontakt

AOK Nordost – Die Gesundheitskasse
Pressesprecher Matthias Gabriel
Telefon: 0800 265 080 – 22202
E-Mail: presse@nordost.aok.de

Landesarbeitsgemeinschaft Onkologische Versorgung Brandenburg
Geschäftsführerin Dr. Anja Bargfrede
Telefon: 0331 2707172
E-Mail: post@lago-brandenburg.e.V.

Initiative „Brandenburg gegen Darmkrebs“
Sprecher MUDr./ČS Peter Noack, Dr. med. Andreas Becker
Telefon.: 0331-2707172
E-Mail: info@brandenburg-gegen-darmkrebs.de