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Digitales Gesundheitsnetzwerk geht an Berliner Geburtskliniken in den Livebetrieb

Gemeinsame Presseinformation

AOK-Bundesverband
AOK Nordost - Die Gesundheitskasse
Vivantes Netzwerk für Gesundheit GmbH
Sana Kliniken AG

Die digitale Patientenakte für Ärzte und Patienten ist an mehreren Berliner Geburtskliniken in der Praxis angekommen. Mit den Partnern Vivantes und Sana geht nun die nächste Ausbaustufe des Digitalen Gesundheitsnetzwerkes – eine bundesweite Initiative der AOK – in den Regelbetrieb. Nach intensiven Tests und Schulungen in den vergangenen Monaten sind jetzt im ersten Schritt vier Kliniken in der Hauptstadt an das Netzwerk angeschlossen worden, weitere sechs Kliniken und 13 Medizinische Versorgungszentren sollen folgen. Sie versorgen insgesamt 114.000 AOK-Versicherte pro Jahr, die künftig von der neuen Vernetzung profitieren können.

Bei einer Pressekonferenz im Vivantes Auguste-Viktoria-Klinikum in Schöneberg präsentierten die Projektpartner erstmals live die digitale Akte. „Im deutschen Gesundheitswesen wird schon viel zu lange darüber geredet, wie wichtig es wäre, Patienten und Ärzte zu vernetzen. Wir reden nicht nur, sondern tun es jetzt tatsächlich“, sagt Martin Litsch, Vorstand des AOK-Bundesverbandes. „Das Gesundheitsnetzwerk hat das Potenzial, für alle Beteiligten mehr Transparenz über medizinische Informationen und Daten zu schaffen und dadurch die Qualität der Patientenversorgung zu verbessern.“

Nach dem erfolgreichen Start in Mecklenburg-Vorpommern, bei der ein Arztnetz und zwei Kliniken miteinander vernetzt wurden, erfolgt jetzt die digitale Vernetzung Schwangerer an zunächst vier Geburtskliniken in Berlin. Die werdenden Mütter und ihre behandelnden Ärzte profitieren von schnell verfügbaren medizinischen Informationen.

„Die Patientinnen können eigene Daten und Dokumente digital zur Verfügung stellen und umgekehrt auch von der Klinik einsehen“, sagt Christian Klose, Projektleiter des Digitalen Gesundheitsnetzwerkes und Chief Digital Officer der AOK Nordost. Ganz konkret können werdende Mütter per Datenupload ihren Mutterpass, Berichte zu früheren Geburten sowie Ergebnisse ambulanter Vorsorgeuntersuchungen zur Verfügung stellen. Ärzte können wiederum strukturierte Dokumente wie einen Ultraschallbefund, einen Laborbefund, den Geburtsbericht, einen OP-Bericht, den Entlassbrief, einen Arztbrief oder ein Stillprotokoll in die Akte laden.

Auch der Austausch von Dokumenten zwischen den Kliniken ist möglich. Bei der Entwicklung des Netzwerkes achte man auf „Anschlussfähigkeit“ auch zur Telematik-Infrastruktur. „Wir wollen dazu beitragen, die Vernetzung im deutschen Gesundheitswesen voranzubringen“, so Klose.

Medizinischer Mehrwert aus Sicht der Chefärzte

Welchen Nutzen die neue Vernetzung für die Klinikärzte bringt, erläutert Privatdozentin Dr. Mandy Mangler, Chefärztin der Geburtsklinik am Vivantes Auguste-Viktoria-Klinikum: „Geburtstermine sind mitunter schwer planbar. Deshalb ist es für mich wichtig, vorab alle relevanten Informationen der schwangeren Frau aus dem Mutterpass einsehen zu können. Wenn es dann einmal schnell gehen muss, sind wir auf alles vorbereitet.“ Nach der Entbindung erhalten die Mütter vom Klinikum einen Entlassbrief. Bei Bedarf kann dieser aus der digitalen Akte heraus von der Mutter auch dem ambulanten Frauenarzt weitergeleitet werden – im Moment noch per E-Mail. In einem nächsten Schritt wird dies dann auch direkt im Gesundheitsnetzwerk möglich sein.

Auch Dr. Jens-Peter Scharf, Chefarzt der Frauenklinik am Sana Klinikum Lichtenberg, sieht in dieser Vernetzung viele Vorteile – für alle Beteiligten. „In der Klinik und im Kreißsaal stehen den behandelnden Ärzten dokumentierte Informationen jederzeit zur Verfügung. Damit vermeiden wir Doppeluntersuchungen und verkürzen den Informationsfluss.“ Darüber hinaus sei das Projekt zukunftsweisend, „denn es schafft dann eine enge Verbindung zwischen dem ambulanten und dem stationären Sektor. In kaum einem anderen Land gibt es eine solch strikte Trennung der medizinischen Versorgung und der Befunddokumentation. Es wird Zeit, dass wir diese Barriere aufbrechen.“

Damit schaffe die AOK mit ihren Partnern einen höheren Grad an Transparenz und Patientenbeteiligung im Gesundheitswesen unter Einhaltung höchster Sicherheitsstandards, betonte Projektleiter Christian Klose. Auch hier bleibt es beim Grundsatz des Digitalen Gesundheitsnetzwerkes: Die Daten liegen dezentral jeweils beim Erfasser, also bei der jeweiligen Klinik oder Arztpraxis. Die Patienten können die Daten und Dokumente per Smartphone oder Computer einsehen und selbst entscheiden, welche teilnehmenden Ärzte darauf zugreifen können. Die AOK hat keinen Zugriff auf diese Daten.

Klinikkonzerne rollen Netzwerk schrittweise aus

Die Sana Kliniken AG startet zunächst mit der Geburtsklinik in Lichtenberg. Weitere Anwendungsfälle im Digitalen Gesundheitsnetzwerk sollen folgen. „Geplant ist die Aufnahme von Prostata- und Mammakarzinom sowie chronischer Erkrankungen“, kündigt Sana-Vorstand Dr. Jens Schick an. Mit dem Digitalen Gesundheitsnetzwerk haben sich die Partner für eine zukunftssichere Vernetzungslösung entschieden: Das Netzwerk ist an der internationalen Methodik IHE (Integrating the Healthcare Enterprise) ausgerichtet, die einen sektorenübergreifenden Austausch der medizinischen Daten ermöglicht. „Sana will den IHE-Standard in den kommenden zwei Jahren bundesweit ausrollen und alle 53 Krankenhäuser des Konzerns einbinden", sagt Schick. Darüber hinaus sei es für Sana von größter Bedeutung, dass die sektorenübergreifende Vernetzung so angelegt wird, dass neue Partner zu jedem Zeitpunkt ohne große Hürden angebunden werden können.

Bei Vivantes, Deutschlands größtem kommunalen Krankenhauskonzern, werden im ersten Schritt das Klinikum Friedrichshain, das Auguste-Viktoria-Klinikum und das Klinikum Am Urban mit den jeweiligen Geburtskliniken an das Digitale Gesundheitsnetzwerk angeschlossen. Bis Ende 2018 sollen alle sechs Vivantes-Geburtskliniken ans Gesundheitsnetz angeschlossen werden, sowie als neues medizinisches Feld die Urologien von vier Krankenhäusern.

„Das Vivantes-Netzwerk ist eine tragende Säule der Gesundheitsversorgung in Berlin und hat den Anspruch, auch in der Digitalisierung und der digitalen Transformation der Gesundheitsbranche eine Vorreiterrolle einzunehmen“, erläutert Dr. Andrea Grebe, Vorsitzende der Vivantes-Geschäftsführung, und betont: „Mit dem digitalen Gesundheitsnetz wird bewusst auch die Rolle der Patientinnen und Patienten gestärkt. Sie erhalten einen besseren Einblick in ihre Gesundheitsdaten, und sie entscheiden selbst, wer ihre Daten wie nutzen darf. Damit werden sie noch stärker als bisher in die Lage versetzt, über Behandlungsoptionen auf Augenhöhe mit zu entscheiden.“

„Berlin ist Gesundheitsstadt und gleichzeitig Hauptstadt der Digitalisierung. Es liegt nahe, beide Stärken zu bündeln und hier die digitale Patientenakte auf den Weg zu bringen“, sagt Dilek Kolat, Berliner Senatorin für Gesundheit, Pflege und Gleichstellung, in einer Stellungnahme zum Projekt. Sie sei „sehr froh, dass AOK, Vivantes und Sana dies in der Geburtshilfe erproben, die mir sehr am Herzen liegt.“ Dieses Projekt helfe den Ärzten und Pflegekräften, Mütter und Kinder besser zu betreuen. „Ich wünsche mir, dass wir sehr bald ein flächendeckendes, digitales Gesundheitsnetzwerk haben, an das alle Kassen, Arztpraxen und Kliniken angeschlossen sind!“, so Kolat.

Bildergalerie

  • Immer dabei – das Digitale Gesundheitsnetzwerk: Martin Litsch (Vorstand des AOK-Bundesverbandes), Christian Klose (Projektleiter des Digitalen Gesundheitsnetzwerkes und Chief Digital Officer der AOK Nordost), Dr. Mandy Mangler (Chefärztin der Geburtsklinik am Vivantes Auguste-Viktoria-Klinikum), die werdende Mutter Christin Schlüter, Dr. Jens-Peter Scharf (Chefarzt der Frauenklinik am Sana Klinikum Lichtenberg), Dr. Andrea Grebe (Vorsitzende der Vivantes-Geschäftsführung) und Sana-Vorstand Dr. Jens Schick (v.l.n.r.). (Quelle: Christian Lietzmann)

  • Digitales Gesundheitsnetzwerk an Berliner Geburtskliniken: Die Projektpartner stellen das Digitale Gesundheitsnetzwerk vor. (Quelle: Christian Lietzmann)

  • Chefärztin Dr. Mandy Mangler (links) erläutert der werdenden Mutter Christin Schlüter ein Ultraschallbild in der digitalen Patientenakte. (Quelle: Christian Lietzmann)

  • Chefärztin Dr. Mandy Mangler und die werdende Mutter Christin Schlüter sehen sich in der digitalen Patientenakte ein Ultraschallbild an. (Quelle: Christian Lietzmann)

Statements

Martin Litsch (Quelle: AOK-BV)

"Wir gehen heute den zweiten großen Schritt beim Ausbau unseres Digitalen Gesundheitsnetzwerkes. In Mecklenburg-Vorpommern profitieren die ersten AOK-Versicherten und ihre behandelnden Ärzte schon seit März von der neuen Vernetzung. Dort wird vor allem die digitale Unterstützung des Aufnahmemanagements der Kliniken erprobt. Für den Start in Berlin haben wir einen anderen Schwerpunkt gewählt: nämlich die Vernetzung von Geburtskliniken mit den schwangeren Frauen, die dort entbinden.

Im deutschen Gesundheitswesen wird schon viel zu lange darüber geredet, wie wichtig es wäre, Patienten und Ärzte zu vernetzen. Wir reden nicht nur, sondern tun es jetzt tatsächlich. In wenigen Monaten haben wir etwas auf die Beine gestellt, was die gematik mit der Telematik-Infrastruktur in 15 Jahren nicht richtig hinbekommen hat.

Seit Anfang des Jahres haben die Berliner Kollegen in einer Testphase mit Versicherten und Ärzten als Testusern erste Erfahrungen gesammelt und Abläufe optimiert. Besonders im Fokus stand dabei der Datenschutz. Denn die Anforderungen sind in diesem Bereich natürlich hoch und werden von uns sehr ernst genommen. Das ist bei den sensiblen Gesundheitsdaten, um die es hier geht, absolut notwendig. Und das ist auch der Grund, warum wir auf eine dezentrale Speicherung der Daten setzen. Was das genau heißt, wird Ihnen gleich der Projektleiter Christian Klose erläutern.

Der Aufwand für die Sicherheit der Daten und den Aufbau des Netzwerkes ist hoch, aber er lohnt sich: Das Gesundheitsnetzwerk hat das Potenzial, für alle Beteiligten mehr Transparenz über medizinische Informationen und Daten zu schaffen und dadurch die Qualität der Patientenversorgung zu verbessern.

Bevor es gleich um die konkreten Anwendungen in Berlin geht, lassen Sie mich einige grundsätzliche Worte zum Digitalen Gesundheitsnetzwerk sagen. Wir reden hier über eine Plattform zum digitalen Austausch von Gesundheitsdaten zwischen Patienten, Kliniken und niedergelassenen Ärzten. Perspektivisch sollen auch weitere an der Versorgung beteiligte Akteure wie Apotheken oder Pflege- und Rehaeinrichtungen hinzukommen. Im Mittelpunkt unseres Gesundheitsnetzwerkes stehen aber die Patienten. Sie haben immer die Oberhoheit über ihre Daten und bestimmen selbst, welche Dokumente und Informationen ihr behandelnder Arzt zu sehen bekommt.

Das Konzept des Gesundheitsnetzwerkes geht damit in vielerlei Hinsicht über die digitalen Gesundheitsakten hinaus, mit denen andere Krankenkassen in den letzten Wochen an die Öffentlichkeit gegangen sind: Es beinhaltet zwar auch eine digitale Gesundheitsakte, über die AOK-Versicherte medizinische Dokumente oder Informationen abrufen und bereitstellen können. Aber wir bieten mehr als einen digitalen Leitz-Ordner, indem wir tatsächlich alle Leistungsanbieter sektorenübergreifend miteinander vernetzen. Über Schnittstellen wird das Netzwerk direkt mit den Software-Systemen der Ärzte verbunden, sodass diese keine zusätzliche Software nutzen müssen. Auch eine Doppelerfassung der Daten ist nicht notwendig.

Bei der Entwicklung des Netzwerkes arbeiten wir eng mit den Ärzte und Kliniken zusammen, um deren Sichtweise in das Projekt einzubringen und die Anwendung nicht nur für unsere Versicherten, sondern auch für die „professionellen Nutzer“ so einfach wie möglich zu machen. Wir freuen uns besonders, dass wir mit Sana und Vivantes in Berlin zwei starke Partner an unserer Seite haben, die sich gemeinsam mit uns für die Vernetzung engagieren und nach dem Start heute auch die nächsten Schritte zur Erweiterung des Netzwerkes mitgehen wollen.

Als offene Plattform wollen wir das Digitale Gesundheitsnetzwerk schrittweise allen Akteuren zur Verfügung stehen – auch anderen Krankenkassen. Das Netzwerk ist unser Beitrag, um endlich Bewegung in das Thema Vernetzung im deutschen Gesundheitswesen zu bringen – aber es ist nicht als Gegenentwurf zur Telematik-Infrastruktur mit der elektronischen Gesundheitskarte und den Konnektoren in den Arztpraxen zu verstehen. Im Gegenteil: Wir wollen keine neuen Barrieren aufbauen. Unser Ziel ist es vielmehr, Teil der gesamten Vernetzung im deutschen Gesundheitswesen zu sein. Bei der Entwicklung des Digitalen Gesundheitsnetzwerkes wurden daher von Anfang an technische Standards berücksichtigt, die Interoperabilität ermöglichen – auch zur Telematik-Infrastruktur. Deshalb sind wir über das Thema Standardisierung auch mit der Politik und mit unseren Wettbewerbern im Gespräch. Denn wir sind uns einig darüber, dass die verschiedenen Aktenlösungen der gesetzlichen Krankenkassen – und übrigens auch der privaten Krankenversicherungen – einheitlichen technischen Standards folgen müssen. Auch bei einem Wechsel der Kasse muss der Versicherte seine zur Verfügung gestellten Daten mitnehmen können. Nur so kann es gelingen, alle Akteure sinnvoll miteinander zu vernetzen. Denn digitale „Insellösungen“, die nicht miteinander kommunizieren können, gibt es schon mehr als genug. Der Start in Berlin ist der zweite Schritt beim Ausbau des Gesundheitsnetzwerkes. Weitere Schritte in den anderen Bundesländern werden folgen. Je nach den regionalen Gegebenheiten werden die AOKs unterschiedliche Anwendungen und Services für die Versicherten mit unterschiedlichen Partnern umsetzen. Was in Berlin ab heute schon möglich ist, werden Ihnen nun die Kollegen demonstrieren."

Christian Klose (Quelle: AOK Nordost)

"Nach unserer Ankündigung im Oktober 2017, umfangreichen Gesamtintegrationstests und dem erfolgreichen Pilotstart in Mecklenburg-Vorpommern können nun auch unsere Versicherten in und um Berlin das Netzwerk nutzen. Mehr noch: Mit dem Start in Berlin können Patienten nun eigene Dokumente wie den Mutterpass oder Untersuchungsergebnisse mit einbringen. Das beteiligt den Patienten noch näher am Behandlungsgeschehen und stärkt die Gesundheitskompetenz sowie das Arzt-Patienten-Verhältnis.

So bauen wir Schritt für Schritt ein bundesweites Netzwerk zum Austausch von Gesundheitsinformationen zwischen Patienten und Behandlern auf.

Da wir hier über die persönlichen Gesundheitsinformationen unserer Versicherten sprechen, ist das Thema Datensicherheit ein großer Schwerpunkt bei der Entwicklung. Ein entscheidender Punkt ist, wie von Herrn Litsch erwähnt, die dezentrale Speicherung der medizinischen Informationen und Dokumente im Digitalen Gesundheitsnetzwerk. Die Daten bleiben auf dem Server des jeweiligen Erfassers, also der Arztpraxis oder der Klinik. Da gerade im ambulanten Bereich der Zugriff auf einzelne Praxen nicht immer gewährleistet werden kann, ist es möglich, für eine Gruppe von Ärzten einen gemeinschaftlichen Server zu nutzen. Dieser kann etwa durch ein Ärztenetz oder eine KV betrieben werden. Nach Freigabe durch den Arzt wird nur ein Link gesetzt, über den die Teilnehmer auf das Dokument wie Ultraschallbild oder Entlassbrief zugreifen können – vorausgesetzt, der Patient hat sein Einverständnis für den Datenaustausch gegeben. Dadurch wird ein hoher Grad an Sicherheit gewährleistet. Für die Dokumente, die durch den Patienten selbst eingebracht werden, gibt es für die AOK-Versicherten einen gesonderten Speicher. Die AOK selbst hat natürlich keinen Zugriff auf die Daten des Gesundheitsnetzwerks.

Die teilnehmenden AOK-Versicherten können ihre vom behandelnden Arzt ausgewählten und bereitgestellten Gesundheitsdaten über ihren Computer oder ein mobiles Endgerät nach dem Login jederzeit einsehen und anderen Ärzten zur Verfügung stellen. Sie haben die Datenhoheit und entscheiden selbst, welcher Arzt welche Informationen erhält. Dabei können sie einmal gegebene Einwilligungen auch jederzeit widerrufen. Wie bereits erwähnt, ist es uns wichtig, bei der Entwicklung gemeinsam mit Patienten und Ärzten eine anwenderfreundliche Lösung zu bauen, die einen echten Nutzen schafft. Hierfür haben wir sowohl mit Patienten, Ärzten und nicht ärztlichem Personal zahlreiche sogenannte User-Experience-Workshops durchgeführt. Der Aufbau der Infrastruktur ist lediglich die Voraussetzung für weitere Anwendungsszenarien, die für Patienten und Behandler Mehrwerte schaffen. Ein wichtiges Kriterium für unsere Partner hierbei ist die native Einbindung in die Krankenhaus- bzw. Arztinformationssysteme.

Doch heute wollen wir nicht nur darüber reden. Deshalb freue ich mich, gemeinsam mit Frau Dr. Mangler, Chefärztin der Gynäkologie bei Vivantes, Ihnen einen Einblick zu geben, wie das Netzwerk angewendet wird."

Dr. Andrea Grebe (Quelle: Vivantes Netzwerk)
„Vivantes ist mit rund 16.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, neun Krankenhäusern und einem Jahresumsatz von rund 1.2 Milliarden Euro Deutschlands größter kommunaler Klinikbetreiber. Rund ein Drittel aller stationären Behandlungen in Berlin erfolgen in einer von über 100 Kliniken und Instituten von Vivantes. Insgesamt werden stationär und ambulant jährlich mehr als eine halbe Million Behandlungen durchgeführt. Außerdem kommt etwa jedes dritte Berliner Baby bei Vivantes zur Welt: Das sind mehr als 12.000 Babys pro Jahr. Vivantes betreibt zudem auch 13 Pflegeheime, zwei Seniorenwohnhäuser, eine ambulante Rehabilitation sowie 13 Medizinische Versorgungszentren. Das Unternehmen bildet damit sektorübergreifend die gesamte Versorgungskette ab.

Die Digitalisierung gehört bei Vivantes zu den strategischen Top-Themen, neben der Qualitätssicherung und der Fachkräftegewinnung. Das Vivantes-Netzwerk ist eine tragende Säule der Gesundheitsversorgung in Berlin und hat den Anspruch, auch in der Digitalisierung und der digitalen Transformation der Gesundheitsbranche eine Vorreiterrolle einzunehmen. Wir haben deshalb schon vor rund vier Jahren begonnen, unsere IT-Architektur auf die Zukunft auszurichten und Themen wie die digitale Patientenakte und die digitale Interoperabilität mit Dritten in die Umsetzung zu bringen. Der Einsatz international standardisierter Technologien ist dafür ein Basisbaustein, ganz konkret die Inbetriebnahme einer konzernweiten IHE-Infrastruktur. Diese haben wir in den Vivantes-Krankenhäusern und in großen Teilen der MVZs bereits etabliert. Unser Ziel ist es, die Vernetzung zwischen den Sektoren zu verbessern. Diese Plattform dient auch als Basis für den Austausch im Gesundheitsnetzwerk der AOK. Entstanden ist dieses Projekt aus dem Cluster Gesundheitswirtschaft von Berlin Partner.

Unser Ziel ist es, allen Patientinnen und Patienten eine bessere Versorgungsqualität zu ermöglichen, durch einen leichteren Austausch von Daten und Informationen, einen besseren Zugriff darauf und eine zeitnahe, zielgerichtete Terminvergabe. Mit dem digitalen Gesundheitsnetz wird bewusst auch die Rolle der Patientinnen und Patienten gestärkt. Sie erhalten einen besseren Einblick in ihre Gesundheitsdaten, und sie entscheiden selbst, wer ihre Daten wie nutzen darf. Damit werden sie noch stärker als bisher in die Lage versetzt, über Behandlungsoptionen auf Augenhöhe mit zu entscheiden. Auch vor diesem Hintergrund legt Vivantes größten Wert auf die Sicherheit der Patientendaten. Wir befinden uns mit der Digitalisierung noch am Beginn eines Systemwandels. Durch die aktive Teilnahme an mehreren großen intersektoral ausgerichteten digitalen Vernetzungsprojekten hat Vivantes mittlerweile viel Erfahrungswissen gesammelt. Das Unternehmen verfügt über große Lösungskompetenz, insbesondere in der Vernetzung unterschiedlicher Partner über Sektorengrenzen hinweg. Mit dem Know-how bezüglich der digitalen Unterstützung ganzheitlicher Patientenversorgungsprozesse ist Vivantes gut für die zukünftigen Herausforderungen positioniert. “

Dr. Jens Schick (Quelle: Sana Kliniken AG)
„Der Umgang mit digitalen Daten ist für die Bürger in vielen Lebensbereichen längst selbstverständlich. Als einer der größten privaten Klinikbetreiber machen wir zunehmend die Erfahrung, dass unsere Patienten diese Möglichkeiten auch im Gesundheitsbereich erwarten, sich jedoch wundern, dass die einzelnen Akteure meist (noch) gar nicht miteinander vernetzt sind.

Sana setzt auf diese breite Vernetzung und sieht sich als Partner, der mit interessierten Akteuren innovative Wege beschreiten will, um die digitalen Möglichkeiten und Chancen auch im Gesundheitswesen nutzbar zu machen. Dies gilt in besonderem Maße für das Digitale Gesundheitsnetzwerk, denn es verbessert den Informationsaustausch aller an der Diagnose beteiligten Leistungserbringer und ermöglicht so eine deutlich wachsende Behandlungs-, Diagnose- und Medikationsqualität.

Wichtig ist für Sana, dass die verwendete Technologie unabhängig von den Endgeräten funktioniert, die der Patient nutzt. Zudem muss es ihm möglich sein, diese Daten überall einzusehen und sie für die Nutzung durch Ärzte oder andere Leistungserbringer individuell freischalten zu können. Dadurch werden dem Patienten Doppeluntersuchungen erspart, der Informationsfluss beschleunigt sich und auch der Patient selbst kann zu jeder Zeit selbst seine Untersuchungsergebnisse einsehen – alles Punkte, die in der Vergangenheit nicht selbstverständlich waren.

Darüber hinaus ist für Sana von größter Bedeutung, dass die intersektorale Vernetzung so angelegt wird, dass neue Partner zu jedem Zeitpunkt ohne große Hürden angebunden werden können. Als Krankenhauskonzern arbeiten wir bereits heute mit allen Leistungserbringern im Gesundheitswesen zusammen und sehen hier in einem partnerschaftlichen Voranschreiten die beste Chance, um die Interessen des Patienten mit denen der anderen Partner in Einklang zu bringen und die Möglichkeiten für alle dabei zu erweitern.

Die Anbindung an die IHE-Technologie ist dabei ein wichtiger Schlüssel, und auch hier sehen wir Sana als einen Pionier, der auf diese Technologie setzt, ermöglicht sie doch die Anbindung auch weiterer digitaler Patientenakten und ist kompatibel zur Telematik-Infrastruktur. Weitere Indikationen sollen nun folgen. Geplant ist die Aufnahme von Prostata- und Mammakarzinom sowie chronischer Erkrankungen. Sana will den IHE-Standard in den kommenden zwei Jahren bundesweit ausrollen und alle 53 Krankenhäuser des Konzerns einbinden."

Dilek Kolat (Quelle: ddp images Clemens Bilan)

"Berlin ist Gesundheitsstadt und gleichzeitig Hauptstadt der Digitalisierung. Es liegt nahe, beide Stärken zu bündeln und hier die digitale Patientenakte auf den Weg zu bringen. Als Berliner Gesundheitssenatorin bin ich sehr froh, dass AOK, Vivantes und Sana dies in der Geburtshilfe erproben, die mir sehr am Herzen liegt. Wir erleben gerade einen Geburtenboom in Berlin. Das freut uns, fordert uns aber auch.

Anstatt lange Wege auf sich zu nehmen, können werdende Mütter jetzt ihren Mutterpass, einen Geburtsbericht früherer Geburten sowie Ergebnisse ambulanter Vorsorgeuntersuchungen einfach per Smartphone oder am PC zur Verfügung stellen, Ärztinnen und Ärzte Ultraschall- oder Laborbefunde, den Geburtsbericht, OP-Berichte, den Entlassbrief, einen Arztbrief oder ein Stillprotokoll in die Akte laden. Diese Vernetzung der ambulanten und stationären Versorgung ist mir wichtig.

Die Digitalisierung muss den Menschen in den Mittelpunkt stellen. Hier sind es die Mütter und ihre Babies. Dieses Projekt hilft aber auch den Ärzten und Pflegekräften, Mütter und Kinder besser zu betreuen. Ich wünsche mir, dass wir sehr bald ein flächendeckendes, digitales Gesundheitsnetzwerk haben, an das alle Kassen, Arztpraxen und Kliniken angeschlossen sind!"

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Tel.: 0800 265 080 - 22202
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kristina.tschenett@vivantes.de

Sana Klinikum Lichtenberg
Britta Frischemeyer
Tel.: 030 55 18 3518
britta.frischemeyer@sana-bb.de