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Digitale Vordenker in MV ausgezeichnet

Der diesjährige Wettbewerb steht unter dem Motto: Digitale Vordenker gesucht. Innovationen für Ärzte, Pflegende und Patienten. Für den Preis waren ambulante und stationäre Pflegeeinrichtungen, Krankenhäuser, Arztpraxen, medizinische Versorgungszentren und Arztnetze, Universitäten, ehrenamtlich Tätige oder auch Start-up-Unternehmen im Bereich e-Health aufgefordert, sich zu bewerben.

Gemeinsame Presseinformation

AOK Nordost +++ Ärztekammer Mecklenburg-Vorpommern

Von digitaler Pflege-Dokumentation bis Impfpass

Schwerin, 25. März 2020. Die Gewinner des Gesundheitspreises Mecklenburg-Vorpommern 2020 stehen fest. Ärztekammer und AOK Nordost haben drei Auszeichnungen vergeben, die ursprünglich geplante Preisverleihung im Hause der IHK zu Schwerin findet aufgrund der Corona-Pandemie nicht statt.

Mit einem Preisgeld von insgesamt 30.000 Euro wurden drei Projekt ausgezeichnet, die mittels digitaler Unterstützung die Betreuung von Pflegebedürftigen und Patienten vereinfachen. Mit einem Preisgeld in Höhe von jeweils 10.000 Euro werden das Projekt „Digitalisierung in der Pflege“ des Pflegedienstes Henning in Grabow, das digitale physiotherapeutische Betreuungskonzept für MS-Patienten „MS-intakt MV“ der Klinik für Neurologie der Greifswalder Universitätsklinik und das Projekt „ImpfPassGR“ der GZIM-Gesellschaft zur Förderung der Impfmedizin aus Berlin unterstützt.

Zukunftsweisende digitale Versorgungskonzepte für die Pflege

Der diesjährige Wettbewerb steht unter dem Motto: Digitale Vordenker gesucht. Innovationen für Ärzte, Pflegende und Patienten. Für den Preis waren ambulante und stationäre Pflegeeinrichtungen, Krankenhäuser, Arztpraxen, medizinische Versorgungszentren und Arztnetze, Universitäten, ehrenamtlich Tätige oder auch Start-up-Unternehmen im Bereich e-Health aufgefordert, sich zu bewerben. Jetzt werden mit der Auszeichnung deren zukunftsweisende Versorgungskonzepte gewürdigt, die heute schon zur Verbesserung von Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen im Land beitragen und den Lebens- und Versorgungsalltag für Ärzte, Pflegende und Patienten erleichtern.

„Digitale Lösung erleichtern schon jetzt den medizinischen Alltag“

„Ich danke allen Bewerbern für ihr Engagement und ihre tollen Ideen. Sie zeigen eindrucksvoll, welche Chancen uns die Digitalisierung bei Gestaltung der gesundheitlichen Versorgung bietet“, sagt Knut Lambertin, alternierender Verwaltungsratsvorsitzender der AOK Nordost. „Die Preisträger machen mit ihren Projekten deutlich, dass digitale Lösungen und Angebote bereits heute bei den Menschen ankommen und den medizinischen Alltag erleichtern. Ich bin überzeugt, dass sich derartige digitale Neuerungen auch in Zukunft weiter durchsetzen und die gesundheitliche Versorgung für unsere Versicherten zunehmend verbessern werden.“

„Gerade in ländlichen Regionen braucht es innovative Lösungen“

„Digitale Versorgungs- und Vernetzungsansätze sind das herausragende Zukunftsthema im Gesundheitswesen. Wir brauchen gerade in ländlichen Regionen für die medizinische Betreuung von Patienten und Pflegebedürftigen innovative Lösungen, die vorhandene Versorgungsstrukturen sinnvoll ergänzen und miteinander vernetzen. Die aktuelle Coronasituation zeigt uns eindrücklich, wie wichtig übergreifende Ansätze zwischen dem ambulanten und stationären Sektor, genauso wie mit dem Pflegebereich sind“, sagt Daniela Teichert, Vorstandsvorsitzende der AOK Nordost. „Dass wir mit unserem Gesundheitspreis auch dieses Mal wieder überzeugende Projekte finden und auszeichnen konnten, die ein nachahmenswertes Vorbild für andere Akteure sein können, freut mich außerordentlich. Denn wir wollen zusammen mit der Ärztekammer bewusst eine Öffentlichkeit schaffen und den Preisträgern eine Plattform für die künftige Vernetzung bieten. Davon profitieren wir alle.“

„Jeder Fortschritt beginnt mit Mut und einer guten Idee“

Prof. Dr. Andreas Crusius, Präsident der Ärztekammer Mecklenburg-Vorpommern, unterstreicht: „Jeder Fortschritt beginnt mit Mut und einer guten Idee. Nur so kommt die Veränderung auch bei den Menschen an. Unsere Preisträger zeigen mit ihren Projekten, dass Digitalisierung das Rückgrat für das moderne Leben ist, auch im Gesundheitswesen – Prozesse und Entscheidungen können schneller und besser verlaufen. Mir liegt besonders am Herzen, dass den Menschen im medizinischen Bereich mehr Zeit und Raum für Kommunikation und Zwischenmenschliches gegeben werden kann.“

Insgesamt 27 Bewerbungen für den Gesundheitspreis

Eine fachkundige Jury hat die Preisträger unter den 27 eingereichten Bewerbungen ausgewählt. Bei der Auswahl der preiswürdigen Ideen und Konzepte wurde Wert auf Nutzerfreundlichkeit und einfache Bedienbarkeit gelegt.

Hintergrund: Der „Gesundheitspreis Mecklenburg-Vorpommern“

Der „Gesundheitspreis Mecklenburg-Vorpommern ist ein Innovationswettbewerb der AOK Nordost – Die Gesundheitskasse in Kooperation mit der Ärztekammer Mecklenburg-Vorpommern, der seit 2014 alle zwei Jahre verliehen wird. Der Wettbewerb widmet sich jeweils einem ausgewählten Thema, das eine besondere Bedeutung für die Gesundheitsversorgung der Bevölkerung hat. Gesucht werden innovative und praxiserprobte Projekte, Modelle oder zukunftsweisende Versorgungskonzepte, die zur Verbesserung von Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen beitragen. Dafür stellen die Initiatoren Preisgelder in Höhe von 30.000 Euro zur Verfügung.

Der AOK-Gesundheitspreis mit weiteren Informationen und Filmbeiträgen unter: www.aok.de/nordost/gesundheitspreis

Die Preisträger im Kurzporträt

Die Tagespflege und Pflegedienst Henning in Grabow erhält den Gesundheitspreis Mecklenburg-Vorpommern 2020 über 10.000 Euro für ihr Projekt „Digitalisierung in der Pflege“. In der Pflegeeinrichtung sind 38 Mitarbeiter tätig, die 18 Tagesgäste und 190 Patienten betreuen. Seit zwei Jahren setzt das Pflegeunternehmen ein Konzept zur digitalen Pflegedokumentation und Pflegeplanung um. Mit der Digitalisierung der Pflegedaten kann viel Zeit bei der notwendigen Pflegedokumentation gespart werden, die nun mehr Zuwendung für die Patienten ermöglicht. Pflegeberichte werden nur noch einmal erfasst und verschlüsselt versandt. Arztbriefe und Vollmachten können digital hinterlegt werden. Darüber hinaus hat sich die Arbeitsorganisation deutlich verbessert. Der Informationsfluss an die Mitarbeiter erfolgt mit bedienungsfreudiger Technik in verständlicher Sprache. Die Pflegeplanung, die Darstellung des Pflegeverlaufs und Überprüfung der Pflege erfolgen ausschließlich digital. Die Digitalisierung verbessert die Arbeitsorganisation erheblich, weil Tourenplanung, Fahrtenbuch, Einsatzplanung und Arbeitszeiterfassung zeitsparend erfolgen und in Echtzeit übertragen werden. Auch Arztbesuche der Pflegebedürftigen werden aktiv in die Planung einbezogen und Ärzte mit Wunddokumentationen, Vitalwerten und Besonderheiten zu den Patienten digital versorgt. Künftig sollen die betreuenden Ärzte mit den Pflegedaten besser vernetzt und Medikamente digital bestellt werden. Hier ist die die Digitalisierung in der Pflege angekommen.

Die Klinik und Poliklinik für Neurologie der Universitätsklinik Greifswald erhält den Gesundheitspreis Mecklenburg-Vorpommern 2020 über 10.000 Euro für ihr digitales physiotherapeutisches Betreuungskonzept für MS-Patienten Projekt „MS-intakt MV“. Aktuelle Versorgungszahlen zeigen einen Anstieg von MS-Patienten. Die Spezialambulanz Multiple Sklerose in Greifswald betreut ambulant 500 Patienten in zwei Landkreisen. Ohne qualifizierte gesundheitliche Betreuung dieser Patienten können Behinderungen entstehen oder verstärkt werden, die schnell zu einer Verdopplung der Behandlungskosten führen können. Gerade vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels auch bei Physiotherapeuten wurde ein interaktives digitales Trainingskonzept erarbeitet, das Heimtraining kombiniert zur Regelversorgung anbietet. Das online-gesteuerte Heimtraining der MS-Patienten kann mit Hilfe einer mobilen App dokumentiert werden. Das Modell zeigt Akzeptanz bei Physiotherapeuten und Ärzten. Es sichert die physiotherapeutische Betreuung von MS-Erkrankten und trägt dazu bei, potentielle Behinderungen zu verhindern, die zur Einschränkung der Lebensqualität der Patienten und zu hohen Zusatzkosten in der Versorgung führen können. Das Konzept wurde erfolgreich in einem Modellprojekt erprobt und evaluiert. Das Angebot ist patientenorientiert, nachhaltig und übertragbar, spart durch die Vermeidung von Folgeerkrankungen erhebliche Kosten und wirkt personell entlastend.

Gesellschaft zur Förderung der Impfmedizin mbH in Berlin erhält den Gesundheitspreis Mecklenburg-Vorpommern 2020 über 10.000 Euro für das Projekt „ImpfPassGR“. Hier wird ein digitaler Impfpass angeboten, der für Menschen mit Alters- und kognitiven Einschränkungen geeignet ist. Es widmet sich der Zielgruppe der betreuten Personen, deren Impfstatus in Senioren- und Pflegeheimen besondere Aufmerksamkeit erfordert. Dabei werden die Impfinformationen mit den betreuenden Arztpraxen geteilt und können mit den individuellen Impferinnerungssystemen der Ärzte synchronisiert werden. Damit wird erstmals ein Preisträger außerhalb des Landes ausgezeichnet, dessen Angebot auch auf MV übertragbar ist – denn Digitalisierung kennt keine Grenzen. Besonders bei Kleinkindern, HPV-Impfungen, chronisch Kranken und Senioren gibt es derzeit noch erhebliche Impflücken. Die Folge sind impfpräventable Infektionen als häufige Todesursache, der schwere Verlauf von Infektionen bei älteren Patienten und die Gefahren von Epidemien in Pflegeheimen. Der digitale Impfpass bietet die Möglichkeit, dass Hausärzte die Impfdaten der Patienten im sicheren Datenaustausch mit qualifizierter ärztlicher Signatur übertragen können. Das ImpfPass-Angebot wird bereits in Niedersachsen pilotiert, ist als Medizinprodukt registriert und kann in die bestehenden Impfmanagementsysteme integriert werden.

  • Knut Lambertin, Alternierender Vorsitzender des Verwaltungsrates der AOK Nordost
  • Alexander Schirp, Alternierender Vorsitzender des Verwaltungsrates der AOK Nordost
  • Dr. Andreas Gibb, Vize-Präsident der Ärztekammer M-V
  • Dr. Holger Streckenbach, Ärztekammer M-V
  • Dietmar Eifler, Vorsitzender des Ausschusses für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit im Landtag Mecklenburg-Vorpommern
  • Prof. Michael Ewers, Direktor des Instituts für Gesundheits- und Pflegewirtschaft an der Charité-Universitätsmedizin Berlin
  • Prof. Dr. Wolfgang Hoffmann, Institut für Community Medicine der Universitätsmedizin Greifswald
  • Henrike Regenstein, Vorstand im Diakonischen Werk Mecklenburg-Vorpommern e.V.
  • Gabriele Wegner, Abteilungssekretärin Sozialpolitik des DGB Nord
  • André Huysmann, Netzwerkmanager der Initiative Leben und Wohnen im Alter e.V.
  • Dr. Katharina Graffmann-Weschke, Leiterin der AOK Pflegeakademie

Pressekontakt

Ärztekammer MV, Pressereferentin Anita Krsnik, Tel: 0381.492 80 17, E-Mail: presse@aek-mv.de

AOK Nordost, Pressereferent Markus Juhls, Tel: 0800.265080 41469, E-Mail: presse@nordost.aok.de