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„Die Zukunft unseres Gesundheitswesens muss Topthema bleiben“

Knut Lambertin, AOK-Verwaltungsratsvorsitzender und Vertreter der Versicherten der AOK Nordost, ist davon überzeugt, dass sich die gesetzlichen Krankenkassen in Pandemie-Zeiten bewähren

Meinung

In der Pandemie zeigen die gesetzlichen Krankenkassen ihre Stärke. Nicht nur, dass sie die Finanzierung über die verschiedenen Rettungsschirme koordinieren oder die zahlreichen Beitragsstundungen umsetzen, sie unterstützen etwa auch die Gesundheitsämter oder wie im Fall der AOK Nordost die Berliner Senatsverwaltung. Abgeordnete Kolleginnen und Kollegen haben dort ein Kriseneinsatzteam aufgebaut, das Pflegebedürftige und Pflegedienste in der Ausnahmesituation berät.

Es ist deshalb übereinstimmende Meinung, dass sich die gesetzlichen, selbstverwalteten Krankenkassen gerade in dieser Krise bewähren. Das zeigt einmal mehr, dass die soziale Selbstverwaltung – also die Selbstverwaltung der AOK Nordost durch die Vertreter der Beitragszahler, das sind die Versicherten und die Arbeitgeber – sehr gut funktioniert. Daher ist es umso unverständlicher, dass die Bundesregierung die Arbeit der sozialen Selbstverwaltung mit staatlichen Vorgaben wiederholt erschwert hat. So hat sie mit verschiedenen Gesetzen nicht nur stark die Kompetenzen der sozialen Selbstverwaltung der Krankenkassen beschnitten, sondern auch durch Anpassungen im Gesundheitsfonds mit seinem Risikostrukturausgleich (RSA) die Finanzgrundlagen der Krankenkassen massiv durcheinandergebracht.

Anstatt in die Taschen der Beitragszahlerinnen und Beitragszahler zu greifen, muss gelten: Gesamtgesellschaftliche Problemlagen benötigen gesamtgesellschaftliche Lösungen. Dies gilt auch bei der Deckung der Kosten für die Corona-Krise. Keinesfalls dürfen diese nur von den Beitragszahlern der gesetzlichen Krankenkassen allein geschultert werden. Dies geschieht aber gerade unter dem Stichwort Sozialgarantie der Bundesregierung.

Die ohnehin schon nicht einfache medizinische Versorgung in den ländlichen Regionen Brandenburgs und Mecklenburg-Vorpommerns und in strukturschwachen Stadtbezirken Berlins wird so auf eine harte Probe gestellt. Obwohl in Zukunft Metropolregionen mehr Geld aus dem RSA erhalten sollen, kümmern wir uns verstärkt um die ländlichen Regionen, ohne die städtischen zu vernachlässigen.

Als AOK Nordost – die einzige Dreiländerkasse im AOK-System – werden wir uns für einen Ausgleich zwischen den Regionen weiter stark machen. Schließlich wurde vor mehr als zehn Jahren durch die Verwaltungsräte eine weitsichtige Entscheidung getroffen: 2011 fusionierten die AOK in Berlin und Brandenburg sowie die AOK Mecklenburg-Vorpommern zur heutigen AOK Nordost. Seitdem ist die Gesundheitskasse mit etwa 1,75 Millionen Mitgliedern und Familienversicherten die größte regionale Krankenkasse und ein Garant für eine innovative und verlässliche Gesundheitsversorgung im Nordosten. Mit einem umfassenden Leistungsangebot steht unsere Gesundheitskasse an der Seite unserer Mitglieder und Familienversicherten.

Gleichzeitig ist unsere Beratung mit Hilfe von digitalen Dienstleistungen, smarten Lösungen und per Telefon stets erreichbar. Und mit einer Vielzahl an Beratungsstellen ist die AOK Nordost die Krankenkasse bei Ihnen vor Ort. Auch hier hat uns die Corona-Krise gezeigt, wie wir mit Hilfe der Digitalisierung unseren Service weiter verbessern können. Diesen Weg werden wir konsequent weitergehen.

Im Jahr 2021 stehen verschiedene Wahlen im Zuständigkeitsbereich unserer AOK an: Neu gewählt wird der Deutsche Bundestag, das Abgeordnetenhaus in Berlin sowie der Landtag in Mecklenburg-Vorpommern. Auch wenn die soziale Selbstverwaltung mit den ehrenamtlichen Vertretern der Beitragszahler für die Politik zuweilen unbequem erscheinen mag: Es bleibt wichtig, dass wir uns weiterhin als Impulsgeber und Vertreter für die Interessen der Versicherten in Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und Berlin stark machen. Die Zukunftsfähigkeit des Gesundheitswesens muss ganz oben auf der politischen Agenda stehen und darf nicht nur in Pandemiezeiten ein Topthema sein.

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Der Beitrag von Knut Lambertin ist auch in der regionalen Ausgabe 1- 2021 des AOK-Gesundheitsmagazins erschienen.

Weitere Informationen

Weitere Informationen zur Selbstverwaltung der AOK Nordost finden Sie hier.