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Die AOK Nordost hält Stadt und Land gesund

Herzerkrankungen führen jährlich zu über 1,5 Millionen Krankenhauseinweisungen. Jede/r zehnte Deutsche leidet an Diabetes, dasselbe gilt für Migräne. Die Zahl pflegebedürftiger Menschen steigt Jahr für Jahr – und dies rasant. Wie können diese Menschen bedarfsgerecht versorgt werden – auch unter schwierigen Bedingungen? Das zeigt die bundesweite AOK-Initiative Stadt.Land.Gesund.

Telemedizinische Betreuung von chronisch Kranken, eine digital gestützte Sturzprävention, der Umbau eines Landkrankenhauses in ein Ambulant-Stationäres-Zentrum: Mit bedarfsgerechten Versorgungs- und Pflegeangeboten hält die AOK Nordost ihre Region – egal ob Stadt oder Land – gesund. Einen bundesweiten Überblick über bereits etablierte Programme und aktuell laufende Projekte gibt die Initiative Stadt.Land.Gesund.

Eine passgenaue Versorgung vor Ort ersetzt dabei das Gießkannenprinzip. Möglich wird das durch die regionale Nähe mit einem dichten Netz an Gesundheitspartnern. Die AOKs sind vor Ort und kennen die genauen Gegebenheiten. Über Jahre gewachsene regionale Netzwerke haben zudem eine wertvolle Vertrauensbasis zwischen den verschiedenen Akteuren geschaffen.

Das ist ein entscheidender Vorteil – damit können die AOKs flexibel auf die unterschiedlichen Bedarfe reagieren und zielgerichtete Lösungen schaffen. Davon profitieren oftmals nicht nur Versicherte der Allgemeinen Ortskrankenkassen: Die AOKs öffnen ihre Versorgungsprogramme auch für andere Krankenkassen.

Programme und Projekte

Die AOK Nordost engagiert sich gemeinsam mit den Partnern vor Ort in zahlreichen Projekten und Programmen, welche die Versorgung vor allem im ländlichen Raum nachweislich verbessern. Im Kern verfolgen diese drei Lösungsansätze:

  • notwendige Versorgungsangebote erhalten,
  • Distanzen überwinden,
  • Patientinnen und Patienten mit besonderem Bedarf besonders unterstützen.

Statements/Interviews/Positionen

Daniela Teichert, Vorstandsvorsitzende

„Wir können Stadt, und wir können Land. Im AOK-System sind wir die einzige Kasse, die für drei Bundesländer zuständig ist. Diese Struktur – zwei Flächenländer mit einem Stadtstaat in der Mitte – ist eine ganz besondere Herausforderung. In den Flächenländern Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern beschäftigt uns vor allem die demografische Entwicklung. Die veränderte Altersstruktur und der zunehmende Mangel an Fachkräften, etwa in der Pflege, machen eine gute medizinische Versorgung auf dem Land zunehmend schwierig. Diese Entwicklung ist bei uns bereits im vollen Gange und wird zeitversetzt auch in den anderen Bundesländern kommen. Wir verstehen uns deshalb auch als Modellregion. Die Projekte, die wir hier zur Lösung dieser Probleme entwickeln, können später auch bundesweit als Blaupause fungieren."

Die AOK Nordost macht sich auch in Zukunft für eine gute und bedarfsgerechte Versorgung in ihrer Region stark. Was es aus ihrer Sicht dazu braucht, lesen Sie hier.

StimMT: So revolutioniert die AOK Nordost die Versorgung im ländlichen Raum

StimMT – Strukturmigration im Mittelbereich Templin: Templin liegt in einer typisch ländlichen Region mit sinkender Einwohnerzahl, vielen älteren, teils chronisch kranken Menschen und weiten Wegen zum Arzt. Wie es dennoch möglich ist, eine wohnortnahe medizinische Versorgung zu bieten, zeigt das Brandenburger Modell "Strukturmigration im Mittelbereich Templin" (StimMT). Es gelingt, wenn man veraltete Strukturen aufbricht und bisher starr getrennte Versorgungsbereiche miteinander vernetzt  – seien es ambulante, stationäre, pflegerische oder therapeutische. Zusätzlich nötiges Fachwissen aus entfernteren Regionen lässt sich auf telemedizinischem Weg zu den Patientinnen und Patienten bringen.

https://igib-stimmt.de

Der Mittelbereich Templin liegt im Norden des Landes Brandenburg in der West-Uckermark – zu ihm zählen die amtsfreien Gemeinden Templin, Lychen, Boitzenburger Land und das Amt Gerswalde.

Urbanes Zentrum bildet die Stadt Templin mit 16.277 Einwohnerinnen und Einwohnern (Stand: 1. Januar 2017). Die Einwohnerzahl im Mittelbereich liegt bei 27.000 und wird nach aktuellen Prognosen bis 2030 um ca. 11 Prozent auf knapp 21.000 zurückgehen. Gleichzeitig wird der Anteil der ab 65-Jährigen um rund 32 Prozent zunehmen. Bedingt durch die gegenwärtige Altersstruktur dominieren chronische Erkrankungen das Krankheitsgeschehen, wobei viele Betroffene bereits mehrfach erkrankt sind.

Im Vorfeld des offiziellen Projektstarts 2016 wurden Routinedaten der BARMER und der AOK Nordost aus 2014 ausgewertet, mit folgenden Ergebnissen:

Mindestens 12 Prozent der Versicherten, die 65 Jahre oder älter sind und im Mittelbereich Templin wohnen, leiden an einer chronischen Erkrankung aus folgenden Krankheitsgruppen:

  • Endokrine (auf das Hormonsystem bezogen)
  • Ernährungs- und Stoffwechselkrankheiten
  • Krankheiten des Kreislaufsystems
  • Krankheiten des Atmungssystems
  • Krankheiten des Verdauungssystems.

Von diesen 12 Prozent leiden über ein Drittel an chronischen Erkrankungen aus mindestens drei der genannten Krankheitsgruppen. Mehr als jede/r Dritte besitzt darüber hinaus eine Pflegestufe. Der Großteil wird ambulant gepflegt.

Ansonsten wird die medizinische und pflegerische Versorgung der Einwohnerinnen und Einwohner Templins im Wesentlichen durch

  • ein Krankenhaus der Grundversorgung mit 122 Betten am Standort Templin
  • 17 Hausärztinnen und Hausärzte in 15 Praxen
  • 22 ausschließlich im Mittelbereich Templin niedergelassene Fachärztinnen und Fachärzte
  • 8 Psychotherapeutinnen und -therapeuten (einschließlich Kinder- und Jugendpsychotherapeuten)
  • 5 stationäre Pflegeeinrichtungen
  • 18 ambulante Pflegedienste

übernommen.

Unter Berücksichtigung der demografischen Entwicklung wird die Krankheits- und Pflegelast in der Altersgruppe 65+ weiter zunehmen. Diese Veränderungen werden zu einer stark veränderten Nachfrage nach ambulanten, stationären, pflegerischen, sozialen und therapeutischen Leistungen führen. Die bestehenden Versorgungsstrukturen, -angebote und -prozesse im Mittelbereich Templin müssen entsprechend weitreichend angepasst werden.

AOK-Curaplan Herz Plus: Telemedizin für schwache Herzen

AOK-Curaplan Herz Plus: Bei Patientinnen und Patienten mit chronischer Herzschwäche führt akute Atemnot häufig zu Notarzteinsätzen. Das telemedizinische Programm „AOK-Curaplan Herz Plus“ hilft, die Gesundheit der Betroffenen zu stabilisieren und belastende Krankenhausaufenthalte zu verringern. Dafür werden sie zusätzlich zur ärztlichen Behandlung von medizinischem Fachpersonal telefonisch betreut und geschult. Eine Spezialwaage übermittelt täglich das Körpergewicht von Risikopatientinnen und -patienten an ein Telemedizinzentrum. Weist eine Gewichtszunahme auf Wassereinlagerungen und damit auf einen schlechteren Gesundheitszustand hin, kann ein Arzt ambulant sofort Gegenmaßnahmen einleiten.

Es gibt viele verschiedene Erkrankungen, die das Herz betreffen können. Bei den AOK-Nordost-Versicherten treten am häufigsten die folgenden auf:

  • Hypertonie (Bluthochdruck)
  • Ischämische Herzerkrankungen/Rhythmusstörungen
  • Herzinsuffizienz (Herzschwäche).

Rund 40 Prozent aller Versicherten der AOK Nordost weisen eine Herzerkrankung auf. Verbunden mit vielen Begleiterkrankungen und häufigen Notfall-Krankenhauseinweisungen bedeuten Herzerkrankungen für die Patientinnen und Patienten nicht zuletzt eine große Einschränkung ihrer Lebensqualität.

Knapp 133.000 Versicherte der AOK Nordost (bezogen auf alle Versicherten in Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und Berlin) wurden beispielsweise im Jahr 2016 ambulant oder stationär wegen einer Herzinsuffizienz behandelt. Bei älteren Patientinnen und Patienten ist die Herzinsuffizienz der häufigste Beratungsanlass in der Allgemeinpraxis. Darüber hinaus ist diese Krankheit lebensbedrohlich.

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SMARTGEM: Mit App & Co. smart gegen Migräne

SMARTGEM: Die AOK Nordost möchte perspektivisch auch die Versorgung ihrer Versicherten mit Kopfschmerzen im ländlichen Raum verbessern. Dort gestaltet sich der Zugang zu Spezialisten besonders schwierig. Deshalb beteiligt sie sich an dem Innovationsfondsprojekt SMARTGEM, das sich speziell an Patientinnen und  Patienten mit Migräne richtet. SMARTGEM basiert auf dem AOK-Programm KopfschmerzSPEZIAL und erweitert die multimodale Schmerztherapie um digitale und telemedizinische Aspekte. Dazu zählen beispielsweise eine App, ein ärztlich moderiertes Patientenforum, ein ärztlicher Expertenchat und ein Telekonsil.

Laut der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft leiden mehr als 70 Prozent der deutschen Bevölkerung innerhalb eines Jahres an Kopfschmerzen. Dabei ist Migräne die häufigste Kopfschmerzart, etwa zehn bis 15 Prozent der Bevölkerung sind davon betroffen.

Allein bei der AOK Nordost befanden sich 2018 rund 97.000 Versicherte wegen Kopfschmerz in ambulanter Behandlung:

- Berlin ca. 47.000
- Land Brandenburg ca. 27.000
- Mecklenburg-Vorpommern ca. 21.000.

Rund 70.000 davon litten an Migräne:

- Berlin ca. 34.000
- Land Brandenburg ca. 19.000
- Mecklenburg-Vorpommern ca. 15.000.

Die zweithäufigste Kopfschmerzart unter den Versicherten der AOK Nordost ist der Spannungskopfschmerz. Rund 22.000 Versicherte waren davon 2018 betroffen:

- Berlin ca. 12.000
- Land Brandenburg ca. 5.000
- Mecklenburg-Vorpommern ca. 4.000.

Presseinformation vom 4. September 2019: https://www.aok.de/pk/nordost/inhalt/kopfschmerztag-aok-nordost-setzt-auf-digital-unterstuetzte-migraene-therapie/

Studie Gesundheitswissenschaftliches Institut Nordost der AOK Nordost: http://www.gewino.de/

Projekt-Website: https://smartgem-projekt.de/

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Emperra: Telemedizinische Betreuung bei Diabetes

Emperra: Die AOK Nordost bietet ihren an Diabetes erkrankten Versicherten ein digitales System an, das den Therapieverlauf dokumentiert und gleichzeitig die Ärztin oder den Arzt über alle relevanten Daten zeitnah informiert. Dieses von der Emperra GmbH entwickelte ESYSTA System® verbindet handelsübliche Technologie zur Blutzuckerselbstkontrolle und zur Selbstinjektion von Insulin mit moderner telemedizinischer Technologie. Sowohl die Ärztinnen und Ärzte als auch die Patientinnen und Patienten erhalten erstmals über die gemessenen Blutzuckerwerte sowie über die gespritzten Insulingaben einen vollständigen Überblick und können damit den Stoffwechsel besser einstellen. Dies gelingt durch Einsatz dieser neuartigen Technik ganz automatisch, ohne einen zusätzlichen Aufwand. Es entsteht ein vollständiges und fehlerfreies Diabetes-Tagebuch.

In Mecklenburg-Vorpommern leben im Vergleich deutlich mehr Menschen mit Diabetes Typ 2 als im Durchschnitt der Bundesrepublik. Der Anteil der an dieser Volkskrankheit leidenden Bevölkerung liegt mit 11,3 Prozent deutlich über dem bundesweiten Durchschnitt von 8,6 Prozent. Das zeigt der neue „Gesundheitsatlas Mecklenburg-Vorpommern“ des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO). Insgesamt haben danach 182.000 Menschen im Land Typ-2-Diabetes.

Im Land Brandenburg liegt der Anteil mit 11,2 Prozent ebenfalls deutlich über dem bundesweiten Durchschnitt von 8,6 Prozent. Insgesamt leiden danach 281.000 Menschen in der Mark an Typ-2-Diabetes – das ist beinahe jede/r Neunte. Quelle: „Gesundheitsatlas Mecklenburg-Vorpommern“ des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO)

MACCS-Telemedizin-Vertrag: Damit die fremde Niere im eigenen Körper gut versorgt wird

MACCS-Telemedizin-Vertrag: Versicherte der AOK Nordost können nach einer Nierentransplantation telemedizinisch betreut werden. Dabei werden über eine digitale Plattform notwendige Informationen zwischen dem Transplantationszentrum der Charité-Universitätsmedizin Berlin, den niedergelassenen Fachärztinnen und -ärzten sowie den Patientinnen und Patienten auf direktem Weg elektronisch ausgetauscht. Das Telemedizinteam des Transplantationszentrums behält so den Überblick über die medizinischen Daten. Bei Auffälligkeiten – Gewichtszunahme, erhöhte Temperatur, auffälliger Blutdruck oder eine Verschlechterung des Allgemeinzustandes – kontaktiert das medizinische Personal die Patientinnen und Patienten. Diese sollen dann je nach Dringlichkeit entweder ihren behandelnden Facharzt aufsuchen oder direkt ins Krankenhaus gehen. Ein Medikationsmanagement ist ebenfalls Bestandteil der telemedizinischen Betreuung.

  • Eine Studie der Universität Heidelberg hat ergeben, dass die Fünf-Jahres-Transplantatfunktionsrate nach einer Nierentransplantation in Deutschland bei 73,9 Prozent liegt. Das heißt, nach fünf Jahren funktionieren in etwa noch drei Viertel der implantierten Nieren. Im Umkehrschluss bedeutet dies: Etwa ein Viertel der transplantierten Nieren versagen schon innerhalb der ersten fünf Jahre. Für die Studie wurden bisher Daten zu mehr als 300.000 Transplantationen ausgewertet. www.ctstransplant.org
  • Aufgrund der begrenzten Lebensdauer der transplantierten Organe nimmt das Risiko einer Abstoßung im Zeitverlauf zu.
  • Die durchschnittliche Wartezeit auf eine Spender-Niere beträgt laut der Deutschen Stiftung Organspende momentan fünf bis sechs Jahre. www.bgv-transplantation.de/wartezeit.html
  • Etwa 40 Versicherte der AOK Nordost erhalten pro Jahr eine Nierentransplantation, ca. 30 davon in der Charité.
  • Insgesamt gibt es bei der AOK Nordost rund 1.200 Versicherte mit der Diagnose „Zustand nach Nierentransplantation“. Davon befinden sich rund die Hälfte zum Teil schon langjährig in der ambulanten Nachbetreuung im Transplantationszentrum der Charité.

Die bisherige Situation in der Regelversorgung: Die Patientinnen und Patienten werden in der Regelversorgung nach der Transplantation vom Transplantationszentrum nachbetreut. Die Frequenz der Nachbetreuung verringert sich von wöchentlichen Kontrollterminen in den ersten ein bis zwei Monaten auf halbjährliche Termine nach ca. einem Jahr. Die Patientinnen und Patienten werden zusätzlich auch von niedergelassenen Fachärztinnen und -ärzten betreut.

Die an der Behandlung beteiligten Medizinerinnen und Mediziner benötigen ein möglichst vollständiges und immer aktuelles Bild über die Therapietreue und den Gesundheitszustand ihrer Patientinnen und Patienten. Dafür ist eine enge Verzahnung und ein direkter Informationsaustausch zwischen Patient, niedergelassenem Arzt und Transplantationszentrum notwendig.

Das Problem: Bisher existieren kaum entsprechende übergreifend koordinierte und verbindlich vereinbarte Prozesse. Die Folge: Medizinische Probleme wie Blutdruckschwankungen, Infekte, Gewichtsveränderungen etc. werden oft zu spät erkannt und führen dann zu eigentlich vermeidbaren Krankenhausaufenthalten. Werden durch andere mitbehandelnde Ärztinnen und Ärzte in Unkenntnis des aktuellen Medikationsplans neue Präparate verordnet oder nehmen die Patientinnen und Patienten zwischen den Arztterminen weitere Medikamente ein, besteht die Gefahr von gefährlichen Wechselwirkungen mit den Immunrepressiva.

Baby on time: Für eine entspanntere Schwangerschaft

Baby on time: Auch wenn dank moderner Medizin Frühchen heute gute Entwicklungschancen haben: Jede vorzeitige Geburt birgt gesundheitliche Risiken für das Baby. Nicht immer können Frühgeburten verhindert werden. Aber es gibt einschlägige Risikofaktoren, die man in den Griff bekommen kann. Zu den häufigsten zählen Vaginalinfektionen, der sogenannte Schwangerschaftsdiabetes und zu viel Stress. Die AOK Nordost hat deshalb gemeinsam mit den regionalen Berufsverbänden der Frauenärzte und Diabetologen das Vorsorgeprogramm „Baby on time“ entwickelt. Es nimmt diese Risiken von Anfang an in den Blick.

Das Programm bietet AOK-versicherten Schwangeren einen umfassenden Infektions-Check beim Frauenarzt sowie Nachuntersuchungen im Bedarfsfall, eine engmaschige Begleitung im Falle eines Schwangerschaftsdiabetes und individuelle Unterstützung bei privaten, beruflichen oder finanziellen Problemen. Eine externe Evaluation hat den positiven Einfluss auf den Schwangerschaftsverlauf bestätigt. So konnte die Frühgeburtenrate um über 30 Prozent gesenkt werden. Mit den jeweiligen regionalen Kassenärztlichen Vereinigungen hat die AOK Nordost den Versorgungsvertrag „Baby on time" neu aufgesetzt. In Brandenburg wurden erstmals auch Videosprechstunden fest verankert.

In Deutschland kommen jedes Jahr etwa 60.000 Neugeborene als Frühgeburt zur Welt. Als Frühgeburt wird gemäß der World Health Organisation eine Geburt vor der 37+0 Schwangerschaftswoche (SSW) bezeichnet.  Eine vorzeitige Entbindung vor der 37. SSW ist immer noch für ca. 75 Prozent der neonatalen Mortalität und für bis zu 50 Prozent der neurologischen Spätfolgen bei Kindern verantwortlich. (vgl. Williamson, D.M.: Current research in preterm birth, Womens Health (Larchmt), 2008  Dec;17(10):1545-9). In der Medizin stellt die Frühgeburt wohl die größte Herausforderung in der Geburtshilfe dar.

Zwar haben durch die moderne Medizin zu früh geborene Kinder heute sehr gute Entwicklungschancen. Trotzdem bestehen für sie vermehrte gesundheitliche Risiken sowie zum Teil lebenslange Beeinträchtigungen und Folgeerkrankungen. Eine Frühgeburt bedeutet nicht nur für das Kind selbst unter Umständen sehr viel Leid, sondern stellt auch für die gesamte Familie eine seelische und organisatorische Belastung dar.

Ursachen

Die Ursachen für eine Frühgeburt können sehr vielschichtig sein. Mehrlingsschwangerschaften sowie ein höheres (>35) beziehungsweise sehr junges (<18) Alter der Schwangeren können eine Rolle spielen. Daneben gibt es eine Reihe anderer Faktoren, die durch umfangreiche medizinische Betreuung nach heutigem Stand der Wissenschaft positiv beeinflussbar wären. Hierzu zählen unter anderem:

  • Psychische Belastungen und zu viel Stress
  • vaginale Infektionen  
  • Gestationsdiabetes (der sogenannte Schwangerschaftsdiabetes)
  • bakterielle Vaginose.

Die bakterielle Vaginose zählt zu den häufigsten Risiken für eine Frühgeburt. Viele Frauen fühlen sich durch sie in ihrem Wohlbefinden nicht beeinträchtigt, sodass sie häufig unerkannt bleibt. In der Folge kommt es zu einer Verkürzung der Zervix (Gebärmutterhals), was eine Frühgeburt auslösen kann. Manche Frauen tragen ein größeres Risiko, an einer bakteriellen Vaginose zu erkranken als andere.

Weitere negative Effekte eines Schwangerschaftsdiabetes auf Mutter und Kind

Gestationsdiabetes ist eine erstmalig in der Schwangerschaft auftretende oder diagnostizierte Glukosetoleranzstörung. Diese stellt nach Schätzungen der Deutschen Diabetesgesellschaft (DDG) und langjährigen Verlaufsbeobachtungen des Institutes für Forschung, Beratung und Evaluation (FBE) ein erhöhtes Risiko dar, eine Früh- oder Totgeburt in der zweiten Schwangerschaftshälfte zu erleiden. Schwangere mit Gestationsdiabetes weisen zusätzlich einen signifikant höheren Anteil an den Erkrankungen Hypertonie (Bluthochdruck) und Präeklampsie (Schwangerschaftsvergiftung) auf, welche sich ebenfalls ungünstig auf den Schwangerschaftsverlauf auswirken können.

Bei einem Schwangerschaftsdiabetes kann es außerdem zu einem übermäßigen Wachstum des Fötus (Makrosomie) kommen. Das erhöht das Risiko von Geburtsverletzungen bei Mutter und Kind oder kann zum Kaiserschnitt führen. Der erhöhte Blutzuckerspiegel (Hyperglykämie) im Körper der Schwangeren kann beim ungeborenen Kind zu negativen Entwicklungen bei der Lungenbildung führen, was wiederum verschiedene Krankheitssymptome wie Atemstörungen nach der Geburt auslösen kann. Auch das Risiko für Gelbsucht (Ikterus) ist erhöht.  

Zu den Langzeitfolgen für das Kind zählt ein erhöhtes Risiko, im Leben selbst an Diabetes zu erkranken und adipös zu werden. Für die betroffenen Frauen mit Gestationsdiabetes besteht ein erhöhtes Risiko am metabolischen Syndrom zu erkranken und/oder einen Diabetes mellitus zu manifestieren (Vgl. Leitlinien der DDG und DGGG).

Presseinformation vom 14.07.2020: In Brandenburg unterstützen KV und AOK die Nutzung von Videosprechstunden - https://www.aok.de/pk/nordost/inhalt/in-brandenburg-unterstuetzen-kv-und-aok-die-nutzung-von-videosprechstunden/
Presseinformation vom 03.08.2020: Baby on time senkt deutlich die Frühgeburtenrate - https://www.aok.de/pk/nordost/inhalt/baby-on-time-senkt-deutlich-die-fruehgeburtenrate/

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agnes zwei: Die Gesundheits-Managerin für alle Fälle

agneszwei: Chronisch kranke Patientinnen und Patienten benötigen eine intensive Betreuung. Das stellt Ärztinnen und Ärzte gerade in ländlichen Regionen mit geringer Arztdichte und weiten Anfahrtswegen vor eine große Herausforderung. In dem Brandenburger Projekt agnes zwei entlasten medizinisch geschulte und hochqualifizierte Fallmanagerinnen und Fallmanager die Ärzte. Vorteil für die Patientinnen und Patienten – sie werden zu Hause von vertrautem Praxispersonal persönlich betreut. Vorbildcharakter: Das Curriculum der Bundesärztekammer für die nichtärztliche Praxisassistentin orientiert sich an der agnes zwei-Schulung.

www.gesundeideenfürbrandenburg.de

Mit Stand Dezember 2019 haben insgesamt 166 Fachkräfte die Ausbildung absolviert. 147 Ärztinnen und Ärzte in Brandenburg beschäftigen eine agnes zwei, teils an mehreren Betriebsstätten. Rund 3.200 AOK-Nordost-Versicherte profitieren von der persönlichen Betreuung durch die agnes zwei.

Einsatzgebiete von agnes zwei-Fachkräften im Land Brandenburg (Stand 3/2019)

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PfiFf: Pflegende im Alltag konkret unterstützen

PfiFf – Pflege in Familien fördern: Die AOK Nordost hat das Programm PfiFf – Pflege in Familien fördern entwickelt. Damit wird die Möglichkeit, zu Hause pflegen zu können, unterstützt. Zum Thema Demenz wurden die PfiFf-Programme ausgebaut. Unter Einbeziehen der Pflegestützpunkte und weiterer Anbieter wird so Unterstützung im Pflegealltag angeboten. Weitere Angebote sind etwa „SuSi mit PfiFf“ für Geschwisterkinder schwerstkranker Kinder und „Starke Familien mit PfiFf“ in Kooperation mit Kureinrichtungen.

PfiFf hat einen eigenen Kanal auf youtube mit mehr als 7.000 Abonnenten. Die PfiFf-Filme wurden ohne Einsatz von Werbemitteln bereits 1,2 Millionen mal angeklickt.

In Deutschland sind pflegende Angehörige häufiger erwerbstätig als im EU-Durchschnitt. Im Jahr 2010 waren 63 Prozent der weiblichen und 73 Prozent der männlichen pflegenden Angehörigen im Erwerbsalter berufstätig. Quelle: Statistisches Bundesamt 11.06.2014

Jede(r) dritte (38 Prozent) pflegende Angehörige ist noch unter 44 Jahre alt.
Quelle: Auswertung der Daten des Sozio-ökonomischen Panels (SOEP) 2012 im Auftrag des Unternehmensprogramms „Erfolgsfaktor Familie“

Junge Pflegende in Deutschland und Berlin
Bundesweit sind 5 Prozent aller pflegenden Angehörigen Jugendliche – das sind 230.000 Betroffene zwischen 12 und 17 Jahren. In Berlin sind es 6,8 Prozent und damit 11.600 junge Menschen zwischen 12 und 17 Jahren.
Quelle: Zentrum für Qualität in der Pflege 2017 / eigene Befragung und Allensbach

Bei der AOK Nordost sind 178 Pflegepersonen Jugendliche registriert, die unter 19 Jahre alt sind und Pflegetätigkeiten übernehmen.
Quelle: AOK Nordost September 2018

59 Kliniken nehmen an PfiFf teil (Brandenburg 31, Mecklenburg-Vorpommern 15, Berlin 13), PfiFf-Teilnehmer/- innen 2014 bis 2019: Rund 10.250.
Davon Pflegekurse 2014 bis 2019: Rund 570, Teilnehmer/-innen: Rund 3.350

PfiFf - Pflegefilme: https://aok-pfiff.de/pflegefilme

AOK Forum, 3/2019 "Kurs: Supporting Siblings" (SuSi): PDF-Dokument

AOK Forum, 1/2018 "Pflegekurs auf Vietnamesisch": PDF-Dokument

Märkische Allgemeine Zeitung, 12.02.2017: https://www.maz-online.de/Lokales/Potsdam-Mittelmark/Ab-sofort-Kurs-mit-Pflegetipps-fuer-Angehoerige

Starke Familien mit PfiFf

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Die Vorsorge- und Rehabilitationsmaßnahme „Starke Familien mit PfiFf“ (Pflege in Familien fördern) bietet einen dreiwöchigen Kuraufenthalt an. Dort können die Eltern sich zusammen mit ihren pflegebedürftigen Kindern vom anstrengenden Alltag erholen und erhalten eine auf ihre Bedürfnisse zugeschnittene PfiFf-Schulung. So lernen sie, wie sie körperlich und psychisch fit bleiben und mit Stressbelastungen im Alltag gelassen umgehen. Außerdem haben sie Zeit für organisierte Ausflüge, Freizeitaktivitäten und den Austausch mit anderen Familien.

Lange mobil und sicher zu Hause: Ehrenamtliche unterstützen Hochbetagte

Lange mobil und sicher zu Hause: Viele ältere und hochbetagte Menschen leben alleine und zurückgezogen zu Hause. Das Weiterbildungsangebot „Lange mobil und sicher zu Hause“ schult Ehrenamtliche darin, Seniorinnen und Senioren bei Hausbesuchen körperlich und geistig zu aktivieren. Die regelmäßigen Besuche geben den Hochbetagten das Gefühl, dass jemand für sie da ist und sich um sie kümmert. Durch die Bewegungsübungen bleiben sie mobiler, sodass die Sturzgefahr verringert wird. Umso länger können sie selbstständig und ohne Pflegebedarf in ihrem vertrauten häuslichen Umfeld leben.

https://www.akademie2.lebenshaelfte.de/projekte/lange-mobil-und-sicher-zu-hause-unser-netzwerk-fuer-mehr-bewegung-im-hohen-alter

AOK Pflege Akademie: Virtuelle Koordinierungsstelle für die Pflege

AOK Pflege Akademie: Mit Blick auf die vielfältigen gesellschaftlichen Herausforderungen in der Pflege hat die AOK Nordost die „AOK Pflege Akademie“ gegründet. Ziel der virtuellen Koordinierungsstelle ist es, sämtliche Qualifizierungs-, Weiterbildungs- und Schulungsangebote der Gesundheitskasse in der Region Nordost zum Thema Pflege unter einem Dach zu bündeln sowie neue Angebote zu entwickeln und auszubauen.

Pflegebedürftigkeit in Zahlen
Im Jahr 1999 waren etwa zwei Millionen Menschen pflegebedürftig, 2015 waren es fast 2,9 Millionen. Aktuell sind es 3,9 Millionen. Bis 2030 werden nach Schätzungen des Statistischen Bundesamtes 4,1 Millionen Menschen von Pflegebedürftigkeit betroffen sein. Dies ergibt sich auch aus der Neufassung des Pflegebedürftigkeitsbegriffs und aus dem Übergang von drei Pflegestufen auf fünf Pflegegrade.

Quellen: Statistisches Bundesamt (2019): Pflegestatistik 2017, Demografie - Portal des Bundes und der Länder, Bundesministerium für Gesundheit, Zahlen und Fakten zur Pflegeversicherung (Stand: Mai 2019), Geschäftsstatistik der Pflegekassen zum 31.12.2018 und Geschäftsstatistik der Privaten Pflege-Pflichtversicherung zum 31.12.2017

Pflegequote
Während bei den 70- bis 74-Jährigen rund sechs Prozent pflegebedürftig waren, lag in der Gruppe der 74- bis 84-Jährigen die Pflegebedürftigkeit bei 16,3 Prozent. In der Gruppe der über 89-Jährigen wurde die höchste Pflegequote ermittelt: Der Anteil der Pflegebedürftigen an der Bevölkerung in diesem Alter betrug 71 Prozent.

Quelle: Pflegestatistik – Pflege im Rahmen der Pflegeversicherung – Deutschlandergebnisse – 2017 Erscheinungsfolge: zweijährlich, erschienen am 18. Dezember 2018

Die Pflegequote in Deutschland liegt bei 4,1 Prozent.
Die Pflegequote in Berlin liegt bei 3,8 Prozent und damit unter dem Bundesdurchschnitt.
Die Pflegequoten in Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern liegen mit 5,3 Prozent und 5,7 Prozent über dem Bundesdurchschnitt.

Quelle: Pflegestatistik 2017 des Statistischen Bundesamtes (2019)

Pflegebedürftige werden meist zu Hause versorgt
Bei der AOK Nordost sind etwa 200.600 Pflegebedürftige versichert (circa 54.300 in MV, knapp 76.200 in Brandenburg, rund 65.500 in Berlin, circa 4.600 Versicherte der AOK Nordost in anderen Bundesländern). Rund 155.000 beziehungsweise 77 Prozent davon werden zu Hause versorgt.

Altenpflege - Vorsprung durch Wissen, 06.03.2020: http://www.altenpflege-online.net/Infopool/Nachrichten/Videoreihe-soll-Umgang-mit-Parkinson-erleichtern
Ärzte Zeitung, 24.01.2020: Fit für die Betreuung Demenzkranker (PDF-Dokument)
Gesundheit und Gesellschaft, Ausgabe 1/2020: Mehr Wissen für die familiale Pflege (PDF-Dokument)
Tagesspiegel, 14.03.2019: https://www.tagesspiegel.de/gesellschaft/pflege-von-angehoerigen-die-unsichtbare-not/24098920.html
Übersicht Pflegebedürftige der AOK Nordost: PDF-Dokument
Presseinformation vom 26.05.2017: https://www.aok.de/pk/nordost/inhalt/1-jahr-pflege-akademie-der-aok-nordost/

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Pflegekurse: Aufsuchende Unterstützung

Aufsuchende Unterstützung: Pflegebedürftige Menschen möchten meist zu Hause leben. Dazu benötigen sie Unterstützung. Doch vor allem auf dem Land ist es schwierig, entsprechende Dienstleistungen verfügbar zu haben. Umso wichtiger ist die Anleitung der pflegenden Angehörigen im Umgang mit der pflegebedürftigen Person. Hier unterstützt die AOK mit Pflegekursen, die den Schwerpunkt Pflegeprävention haben.

Seit 2016 haben Pflegefachkräfte rund 19.200 Kurse durchgeführt.

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LINDERA: Mit digitaler Unterstützung Stürzen im Alter vorbeugen

Sturzprävention/LINDERA: Stürze haben – gerade bei älteren und oft auch pflegebedürftigen Menschen – oft fatale Folgen, wie Knochenbrüche. Diese haben nach einem Sturz, der oft schlecht verheilt, häufig Angst, wieder aktiv zu sein – sprich, sich möglichst viel zu bewegen. Neben zahlreichen Schulungen bietet die AOK Nordost digitale Präventionsangebote, bei denen Pflegebedürftige über Risiken von Stürzen informiert und animiert werden, diesen Risiken vorzubeugen. Die AOK Nordost hat dies mit dem Start-up LINDERA anhand von Mobilitätsanalysen durch eine Sturzpräventions-App ermittelt. Die App zeigt Probleme, Wünsche und Ressourcen im Zusammenhang mit der Erhaltung und Förderung der Mobilität auf. Des Weiteren unterstützt sie die Pflegekräfte bei Planung und Koordination.

Bisher wurde die App für ca. 680 Pflegebedürftige der AOK Nordost ausgewertet. Insgesamt 64 Pflegeeinrichtungen und Pflegedienste in den drei Bundesländern waren beteiligt. Die Kooperation wird fortgesetzt.

Prävention in stationären Pflegeeinrichtungen: Mehr Lebensqualität für Heimbewohner

Die AOK Nordost will Menschen in stationären Pflegeeinrichtungen erreichen. Ziel von entsprechenden Angeboten – Sturzprävention, Bewegungsangebote, Hilfestellung für die psychoziale Gesundheit – ist die Förderung von Gesundheitspotenzialen pflegebedürftiger Menschen, die körperliche, kognitive oder psychische Beeinträchtigungen haben. Die AOK unterstützt die Pflegeeinrichtungen dabei, diese Präventionsangebote umzusetzen:

  • durch Beratung,
  • Entwicklung qualtitätsgesicherter Konzepte  und
  • Qualifizierung von Fachkräften.

Außerdem bietet die AOK Nordost eine Schulung von Pflegekräften im Programm "Märchen und Demenz" an. Dazu kooperiert sie mit MÄRCHENLAND - Deutsches Zentrum für Märchenkultur.

Im vergangenen Jahr wurden 868 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus 354 stationären Pflegeeinrichtungen in neun verschiedenen Präventionsangeboten qualifiziert.

Pflegeheimprojekte: Medizinisch/therapeutische Betreuung im Pflegeheim

Pflegeheimprojekte careplus und Pflegeheim Plus: Das Programm careplus verbessert die Versorgungs- und Lebensqualität von Pflegeheimbewohnerinnen und -bewohnern in Berlin und Brandenburg. Die AOK Nordost hat dazu mit Trägern von Berliner und Brandenburger vollstationären Pflegeeinrichtungen u.a. eine kontinuierliche medizinische Betreuung vereinbart. Diese soll zwischen niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten, Pflegekräften und Therapeutinnen und Therapeuten eng abgestimmt sein. In Berlin wurde das Projekt 1998 ursprünglich als „Berliner Projekt“ gestartet.

https://www.aok-gesundheitspartner.de/brb/pflege/stationaer/careplus/index.html

https://www.aok-gesundheitspartner.de/bln/pflege/stationaer/berliner_projekt/index.html

In Mecklenburg-Vorpommern verbessern AOK Nordost und Pflegeeinrichtungen mit dem Versorgungsvertrag "Pflegeheim Plus" die Lebensqualität von Heimbewohnerinnen und -bewohnern durch eine bedarfsgerechtere Gesundheitsversorgung.

https://www.aok.de/pk/nordost/inhalt/pflegeheim-plus/

Ab dem 1. Oktober testet die AOK Nordost in einem Pilotprojekt die hausärztliche Betreuung von Pflegeheimbewohnerinnen und -bewohnern per Videosprechstunde. Dazu hat sie ihren Pflegeheim-Plus-Vertrag mit dem evangelischen Pflegeheim „Hanna Simeon“ im mecklenburgischen Boock entsprechend erweitert. Auf der Basis dieser Vereinbarung wird die Praxis von Monique Salchow-Gille den Bewohnerinnen und Bewohnern des Pflegeheims einmal in der Woche eine reguläre hausärztliche Sprechstunde per Video an.

Momentan werden in Berlin, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern etwa 4.300 und damit rund 11 Prozent der bei der AOK Nordost versicherten Pflegeheimbewohnerinnen und -bewohner von 221 Ärztinnen und Ärzten in 140 vollstationären Einrichtungen betreut. Auf Berlin und careplus bezogen sind es circa 2.200 und damit rund 20 Prozent der bei der AOK Nordost versicherten Berliner Pflegeheimbewohnerinnen und -bewohner in 56 Pflegeeinrichtungen. 82 niedergelassene und 20 angestellte Ärztinnen und Ärzte kümmern sich um die Patientinnen und Patienten. In Brandenburg sind es ca. 300 Patientinnen und Patienten und somit rund zwei Prozent in 9 Pflegeeinrichtungen. 14 Niedergelassene kümmern sich um deren medizinische Betreuung. 

Im Pflegeheim Plus-Projekt in Mecklenburg-Vorpommern sind es ca. 1.800 Versicherte und somit rund 14 Prozent in 75 Pflegeeinrichtungen. 105 Haus- und Fachärzte kümmern sich um die Patientinnen und Patienten. Zum Vergleich: Bundesweit gibt es 11.000 Pflegeheime mit etwa 800.000 Bewohnerinnen und Bewohner. Die Lebenserwartung der Menschen in Deutschland wird sich in den nächsten 20 Jahren um ca. vier Jahre auf knapp 81 Jahre bei den Männern und um 3 Jahre auf gut 86 Jahre bei den Frauen erhöhen.

In den Jahren 2018-2023 werden in MV 243 Ärzte älter als 65 Jahre werden/sein.

Offene Arztstellen (hausärztliche Versorgung) aktuell im Umland Rostock 16,5, im Schweriner Umland 15,5, im Bereich Parchim (Mecklenburgische Seenplatte) 9.

Quellen: 5. Bevölkerungsprognose 08/2019 Ministerium für Energie, Infrastruktur und Digitalisierung; Landesausschuss der Ärzte und Krankenkassen zum Stand der ambulanten Versorgung in MV vom 14.03.2018; KVMV Bedarfsplanung Hausärztliche Versorgung 2020, Stand: 22.9.2020

Ambulante Sturzprävention

Älteren Menschen Halt geben: 30 Prozent der über 65-Jährigen und die Hälfte der über 80-Jährigen stürzen einmal jährlich. Dabei lassen sich 40 Prozent aller Stürze im Alter durch gezieltes Training vermeiden. Hier knüpft die ambulante Sturzprävention an. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beziehungsweise Ehrenamtliche in Einrichtungen werden von der AOK Nordost kostenfrei geschult und geben ihr Wissen im Anschluss in Gruppenkursen an die Seniorinnen und Senioren weiter. Sie zeigen ihnen, wie sie Stolperfallen und Gefahrenquellen in der Häuslichkeit erkennen und damit Stürze vermeiden können. Außerdem führen sie mit den älteren Menschen ein gezieltes Koordinations-, Balance-, Kraft- und Techniktraining durch und geben ihnen Tipps für eine gesunde Ernährung im Alter. Die AOK Nordost kooperiert dazu mit ambulanten Einrichtungen wie Seniorenbegegnungsstätten, Tagespflegen und Nachbarschaftshäusern, aber auch mit Sportvereinen und großen Trägern wie der Caritas und der Rheuma Liga sowie mit Landkreisen und Bezirken.

Durch die aktuelle Pandemie können die Gruppenangebote nicht im gewohnten Rahmen stattfinden, was voraussichtlich noch längere Zeit andauern wird. Die AOK Nordost hat einige Bewegungsübungen aus dem Konzept digitalisiert. Aufklärungs- und Mitmach-Videos mit Tipps und Tricks können hier abgerufen werden:

Stürze und Sturzfolgen bundesweit (Zahlen des Robert-Koch-Instituts von 2010 bis 2016)

  • ein Drittel der Seniorinnen und Senioren ab 65 Jahren stürzen mindestens einmal pro Jahr
  • Fünf Prozent der Stürze führen zu Frakturen
  • Ein bis zwei Prozent der Stürze verursachen eine hüftnahe Oberschenkelhalsfraktur
  • Ca. 20 Prozent der Gestürzten kommen danach in ein Pflegeheim
  • Die meisten aufgezeichneten Stürze konnten vom RKI von in den Altersgruppen 50 bis 70+ gemessen werden.
  • Es stürzen mehr Frauen als Männer (Eine Ursache dafür wird darin gesehen, dass es mit steigendem Alter mehr Frauen als Männer gibt.)

Es gibt eine Reihe von Einflüssen, die das Sturzrisiko erhöhen. Dazu zählen beispielsweise Probleme mit dem Gleichgewicht, Mangel an Muskelstärke und -spannung, bestimmte Medikamente sowie Einschränkungen der kognitiven Fähigkeiten. Auch die Umgebung kann sturzgefährdend sein, etwa durch Hindernisse und rutschigen Untergrund.

Nicht jeder Sturz ist mit physischen Verletzungen verbunden. Er kann sich jedoch negativ auf die Psyche auswirken. Aus Angst vor erneuten Stürzen trauen sich Ältere nicht mehr aus dem Haus. Das wirkt sich nicht nur gravierend auf ihr Sozialleben und damit ihre Lebensqualität allgemein aus: Zu wenig Bewegung führt auch dazu, dass ihr Gleichgewichtsgefühl, ihre Reaktionsfähigkeit und ihre Muskelkraft noch stärker nachlassen – was wiederum die Sturzgefahr erhöht. Der Teufelskreis ist perfekt.

Bisher wurden in über 250 Einrichtungen in Berlin, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen beziehungsweise Ehrenamtliche von der AOK Nordost zur Sturzprävention geschult. Die Schulung besteht aus vier Modulen: Balance- und Krafttraining, Koordinationsschulung, Sicher Aufstehen sowie Gesunde und genussvolle Ernährung im Alter.  

Eine erste Evaluation des Programms durch die Medical School Berlin ergab, dass sowohl die Sturzangst als auch die Sturzrate bei den Teilnehmerinnen und Teilnehmern reduziert werden konnte. Das wiederum wirkt sich positiv auf deren Lebensqualität aus.

  • Als besonders positiv an den Schulungen empfanden die Seniorinnen und Senioren die abwechslungsreichen Übungen und die sozialen Kontakte.
  • Beweglichkeit und Reaktionsvermögen haben sich innerhalb kurzer Zeit verbessert
  • Mehr Sicherheit im Umgang mit Hilfsmitteln und in Alltagssituationen
  • Teilnehmerinnen und Teilnehmer fühlen sich sicherer zu Hause, dank der Wohnraumberatung
  • schnellere Genesung nach Oberschenkelfraktur

Das Programm „Sicher- und Aktivsein im Alter – Ambulante Sturzprävention“ erhielt im Dezember 2013 eine Auszeichnung von Ministerin Tack, der ehemaligen Ministerin für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz des Landes Brandenburg.

Kontakte

AOK Nordost – Die Gesundheitskasse
Pressesprecher Matthias Gabriel
Telefon: 0800 265 080-22202
E-Mail: presse@nordost.aok.de

Referentin für Gesundheitspolitik Doris Rahn
Telefon: 0800 265 080-20015
E-Mail: doris.rahn@nordost.aok.de