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AOK Nordost und LINDERA setzen Kooperation fort

Sturzpräventions-App überzeugt in der Praxis

Berlin, 2. April 2019. Digitale Präventionsangebote können Pflegebedürftige über Risiken und Folgen von Stürzen informieren und zu Gegenmaßnahmen aktivieren. Das belegen Ergebnisse, die die AOK Nordost mit dem Start-up LINDERA im Rahmen einer siebenmonatigen Testphase 2018 anhand von 330 Mobilitätsanalysen durch eine Sturzpräventions-App ermittelt hat. Die AOK Nordost war die erste Krankenkasse, die mit Lindera eine Kooperation eingegangen ist. Sie wird ihre Zusammenarbeit mit LINDERA fortsetzen und deren App weiterhin nutzen.

83 Prozent der Beteiligten gaben an, dass sie durch den Test und die damit verbundenen Fragen neue Erkenntnisse zum Thema Stürze erhalten haben. 54 Prozent haben nach der Analyse mit Präventionsmaßnahmen wie gezieltem Balancetraining oder dem Erlernen des richtigen Umgangs mit dem Rollator begonnen. Überrascht hat, dass 88 Prozent über die allgemeinen Risiken und Folgen, welche von Stürzen ausgehen, informiert sind, aber lediglich 17 Prozent der Befragten sich der ganz persönlichen Gefahr zu Stürzen bewusst waren. Fast alle Teilnehmer – 98 Prozent – stehen für eine Wiederholung der Mobilitätsanalyse bereit.

Mehr Lebensqualität für die Pflegebedürftigen

„Die Teilnehmer der Auftaktphase sollen jetzt regelmäßig analysiert werden, um die Veränderungen der einzelnen Risikofaktoren zu verfolgen und die Präventionsempfehlungen laufend bedarfsgerecht anzupassen. So kann die Wirksamkeit der Maßnahmen bewertet werden. Doch schon jetzt hat sich gezeigt, dass wir mit unserer App genau am richtigen Punkt ansetzen: Wir sensibilisieren die Betroffenen, fördern ihre Beweglichkeit durch Gegenmaßnahmen und helfen ihnen, ihre Lebensqualität zu verbessern. Von Rostock über Berlin bis Wildau sind bereits heute mehr als 30 Einrichtungen dabei“, sagt Diana Heinrichs, Gründerin des Start-ups LINDERA.

„Die App kann zu einer Win-win-Situation beitragen: Ursachen für Stürze und deren gravierende Folgen lassen sich bei entsprechenden Gegenmaßnahmen oft vermeiden. Sie kann den Pflegeprozess unterstützen, da beispielsweise die in ihr enthaltenen Angebote in die Pflegedokumentation einfließen und somit auch als eine Unterstützung bei der Sturzprävention genutzt werden können. Insgesamt entlastet die App die Angehörigen und Pflegekräfte“, sagt Hans-Joachim Fritzen, Unternehmenseinheitsleiter Pflege der AOK Nordost.

Mobilität sinkt mit dem Alter, die Sturzgefahr nimmt zu

Gerade bei älteren und oft auch bereits pflegebedürftigen Menschen besteht die Gefahr, dass sie öfter stürzen. Dies ist nicht nur schmerzhaft, denn außer Knochenbrüchen können sich auch gravierende Folgeerkrankungen daraus ergeben. Gründe für Stürze gibt es viele: So lassen etwa Kraft, Beweglichkeit und Reaktionsvermögen im Alter nach. Menschen ab 65 Jahren stürzen beispielsweise – statistisch gesehen – einmal jährlich. Daher bietet die AOK Nordost seit vielen Jahren ihren Versicherten Schulungen zur Sturzprävention an.

Drei Fragen an Diana Heinrichs, Gründerin des Start-ups LINDERA

Nach Aufnahme eines circa 30- bis 40-sekündigen Gangbildes, was mit jeder einfachen Smartphone-Kamera möglich ist, und dem Ausfüllen eines kurzen Fragebogens wird das individuelle Sturzrisiko ausgewertet. Doch nicht nur das: Aus diesem Profil werden individuelle Empfehlungen abgeleitet, um dem sturzgefährdeten Menschen konkret zu helfen. Was für den Anwender einfach ist, erfordert im Hintergrund Künstliche Intelligenz. Wir modellieren das 3D-Bild der Gangbewegung mit der einfachen Smartphone-Kamera, um die relevanten Parameter wie Schrittlänge oder Rumpfbeugung auszulesen. Hilfsmittel wie beispielsweise ein Rollator sind erlaubt, da wir diese aus dem Bild herausrechnen. Auch für Rollstuhlfahrer funktioniert die Analyse.

Die App dient selbstverständlich auch den Pflegekräften, denn sie unterstützt diese dabei, arbeitserleichternde Schritte zu unternehmen: So lassen sich etwa Pflegemaßnahmen besser planen und koordinieren, aber auch die Mobilität und das Sturzrisiko können regelmäßig untersucht und eingeschätzt werden, um schnelle Unterstützung daraus abzuleiten. Und die Dokumentation der Sturzprophylaxe wird digitalisiert, muss also nicht mehr mit großem Aufwand auf Papier erfasst werden. Auch kooperieren wir mit den führenden IT-Anbietern für die Pflegedokumentation, um unsere Analyseergebnisse automatisch in den bestehenden Systemen bereitzustellen.

Wir systematisieren das Verfahren in der Sturzprophylaxe und machen die Pflegenden selbst zu Entscheidern. Damit wollen wir aus Deutschland heraus weltweite Standards für die Sturzprävention setzen. Und nicht zu vergessen: Die App gewährleistet den strengen deutschen Datenschutz.

Pressekontakt

AOK Nordost – Die Gesundheitskasse
Matthias Gabriel
Pressesprecher
Tel.: 0800 265 080 – 22202
E-Mail: presse@nordost.aok.de