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AOK Nordost bringt Achtsamkeit an Schulen

Gemeinsame Presseinformation

AOK Nordost – Die Gesundheitskasse

 Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur MV

Entspannung für Lehrer und Schüler

Schwerin, 20. März 2019. Eine neue Lehrerfortbildung startet heute bei der AOK Nordost in Schwerin im Rahmen des Landesprogramms „Gute gesunde Schule“. Hier lernen Lehrerinnen und Lehrer in einem zweitägigen Achtsamkeitstraining mit dem Titel „Entspann dich“ das an der Hochschule Neubrandenburg evaluiert wurde, wie sie als Multiplikatoren Achtsamkeit an ihre Schulen tragen können. Am ersten Trainingstag wird es für die Lehrerinnen und Lehrer um den eigenen Umgang und persönliche Erfahrungen mit Achtsamkeit gehen, am zweiten erfahren sie, wie sich dieses Thema im Unterricht den Schülern nahebringen lässt.

„Der Lehrerberuf gehört zu den schönsten Berufen, weil es darum geht, Schülerinnen und Schüler auf das Leben vorzubereiten und ihnen das Rüstzeug zu vermitteln, damit sie erfolgreich sind. Der Lehrerberuf ist aber auch einer der anspruchsvollsten Berufe“, sagte Bildungsministerin Birgit Hesse. „Der Schulalltag ist oftmals hektisch. Lehrerinnen und Lehrer sind einem täglichen Lärmpegel ausgesetzt. Sie müssen sich von Unterrichtsstunde zu Unterrichtsstunde auf andere Schülerinnen und Schüler einstellen. Wenn Lehrkräfte achtsam mit sich selbst sind, Ruhe ausstrahlen und motiviert in den Unterricht gehen, dann wirkt sich das auch auf ihre Schülerinnen und Schüler aus. Lehrkräfte sind dann in bestem Sinne Vorbild. Ich begrüße daher die Fortbildung, in der Lehrerinnen und Lehrer Tipps und Anregungen für mehr Achtsamkeit erhalten, sodass sie ihren Arbeitsalltag besser bewältigen können“, so Birgit Hesse.

Werner Mall, Unternehmensbereichsleiter Prävention der AOK Nordost, betont: „Bereits Kinder und Jugendliche entwickeln Symptome wie Kopfschmerzen oder Konzentrationsstörungen. Lehrerinnen und Lehrer, die über entsprechendes Handwerkszeug verfügen, können viel dazu beitragen, dass sich das individuelle Stressempfinden der Schüler verringert und damit auch die Motivation und die Freude am Lernen steigt.“ Wichtig sei es hierfür, dass die Lehrer am eigenen Körper erfahren, wie es wirkt, wenn man aus belastenden Gedankenspiralen aussteigt und sich das eigene Denken und Fühlen bewusst macht. Mit einfachen Übungen werden die Lehrerinnen und Lehrer dabei unterstützt, Stress frühzeitig zu erkennen und ihm wirksam zu begegnen. Regelmäßige Praxis versetzt die Lehrer in die Lage, sich selbst mit mehr Achtsamkeit wahrzunehmen und den Schülerinnen und Schülern diesen Wert auch zu vermitteln.

In Mecklenburg-Vorpommern nehmen bereits 127 Schulen am Landesprogramm „Gute gesunde Schule“ teil.

Hintergrund

Aktueller AOK Fehlzeitenreport 2019

Der Krankenstand bei AOK-Nordost-versicherten Arbeitnehmern im Land ist 2018 im Vergleich zum Vorjahr (5,8 Prozent) gestiegen und liegt derzeit bei 6 Prozent. Im Jahr 2018 kamen auf jedes AOK-Mitglied in MV 21,9 Arbeitsunfähigkeitstage.

Die Krankheitsarten mit den höchsten Anteilen insgesamt an allen Arbeitsunfähigkeitsfällen in MV waren Atemwegserkrankungen mit einem Anteil von 21,3 Prozent, gefolgt von Muskel-Skelett-Erkrankungen mit 15,1 Prozent und Magen-Darm-Erkrankungen mit 10 Prozent.

Experteninterview

Dr. Alexander Kugelstadt, Facharzt für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie am Institut für psychogene Erkrankungen der AOK Nordost

Ja, kann er. Gerade der Rücken ist eine Zielscheibe für stressbedingte Beschwerden, denn der Muskulatur- und Halteapparat ist von einem guten Gleichgewicht zwischen Aktivität und Erholung abhängig – und andauernder Stress sorgt für andauernde Anspannung, auch in den Muskeln. Stress selbst ist eine Anpassungsreaktion des Organismus auf neue oder erhöhte Anforderungen, wie beispielsweise ein neuer Job oder Beziehungsprobleme. In Stresssituationen schütten wir Stresshormone wie Cortisol aus. Diese geben uns kurzfristig Energie und machen uns leistungsfähiger. Bei länger andauernden Belastungen beziehungsweise chronischer Überforderung passiert jedoch genau das Gegenteil: Der Mensch neigt zu Symptomen wie Rückenschmerzen, ist erschöpft und antriebslos sowie anfällig für Krankheiten.

Die Psyche spielt eine große Rolle. Sie entscheidet mit darüber, wie gut man mit Anforderungen umgehen kann. Jeder kennt das: Wenn ich grundsätzlich ausgeglichen und „gut drauf“ bin, lasse ich mich auch nicht so schnell „stressen“. Zum anderen kann die Psyche in direktem Zusammenhang mit Schmerzen stehen. So können sich negative Gefühle wie Beschämung oder Isolation direkt im Gehirn auf das Schmerzzentrum auswirken: Ein seelischer Schmerz ist dann von einem körperlichen Schmerz für den Betroffenen nicht zu unterscheiden. Andersherum wirken sich chronische Schmerzen auch negativ auf die Psyche aus. Betroffene neigen nicht selten zu depressiven Stimmungen und einer grundsätzlich eher pessimistischen Lebenseinstellung.

Wenn man um das Zusammenspiel von Psyche und Schmerzen weiß, kann man dies auch positiv für sich nutzen. Dann weiß man zum Beispiel, dass man Konflikte aktiv angehen und lösen sollte, statt sich von anderen zurückzuziehen. Und natürlich sind Entspannung und die Stärkung sowohl der psychischen als auch der körperlichen Gesundheit auch hier die Zauberworte. Sport und Aktivitäten mit Verwandten oder Freunden können dazu ebenso beitragen wie ein Hobby, das den eigenen Interessen entspricht und in das man gerne total eintaucht. Einen erheblichen Einfluss haben auch die subjektive Bewertung der Schmerzen und der eigene Umgang damit. Viele Rückenschmerzpatienten fangen automatisch an, sich zu schonen. Das ist zum einen gerade bei Rückenschmerzen kontraproduktiv, da der Rücken auf Bewegung ausgelegt ist. Zum anderen führt dies auch wieder zu Rückzug. Aber Schonung und Rückzug sind bei Rückenschmerzen genau das Falsche.

Anhang

Mehr Informationen zum Landesprogramm „Gute gesunde Schule“: https://www.bildung-mv.de/artikel/landesprogramm-gute-gesunde-schule-mv/

www.Bildung-mv.de

Pressekontakt

AOK Nordost – Die Gesundheitskasse
Markus Juhls
Pressereferent
Tel.: 0800 265080 41469
E-Mail: Markus.Juhls@nordost.aok.de

Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur MV
Henning Lipski
Pressesprecher
Tel.: 0385 588 7003
E-Mail: presse@bm.mv-regierung.de