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AOK-Krankschreibungs-Analyse der Grippesaison 2020/21 im Nordosten

Grippe-Krankmeldungen im Lockdown um 80 Prozent gesunken

Potsdam, 20. April 2021. Der anhaltende Lockdown zehrt an den Nerven der Bevölkerung. Eine dritte Welle der Coronapandemie konnte er nicht verhindern – doch zumindest hat das Herunterfahren des gesellschaftlichen Lebens dazu geführt, dass die Grippesaison 2020/21 sehr mild ausgefallen ist.

Eine Auswertung von Krankschreibungen der bei der AOK Nordost versicherten Bewohner Berlins, Brandenburgs und Mecklenburg-Vorpommerns zeigt: Von Anfang Oktober 2020 bis Mitte März 2021 waren rund 80 Prozent weniger AOK-Versicherte wegen einer Grippe krankgeschrieben als im Mittel der drei Vorjahre. Auch der zum Jahresanfang sonst übliche wellenartige Anstieg bei den Grippe-Krankmeldungen fiel aus.

Die Grafik zum Download finden Sie hier.

Mitte März sogar rund 45-mal weniger Krankschreibungen

Besonders deutlich zeigte sich das in der 11. Kalenderwoche 2021. Gegenüber der 11. Kalenderwoche der starken Grippesaison 2018 waren in diesem Jahr rund 45-mal weniger AOK Nordost-Versicherten wegen einer Grippe krankgeschrieben – nur 59 Erkrankte anstatt damals 2639.

Die AOK-Analyse bestätigt das Grippemonitoring des Robert-Koch-Instituts, welches seit dem Lockdown Ende 2020 ein „nie erreichtes, niedriges Niveau an Grippefällen in den Wintermonaten“ sieht.

Im Vergleich der drei AOK Nordost-Bundesländer zeigt sich, dass der Rückgang der Grippe-Krankmeldungen in Mecklenburg-Vorpommern am stärksten ausfiel. Hier gingen die Zahlen gegenüber dem Vorjahrsmittel um rund 85 Prozent zurück. In Brandenburg betrug der Rückgang rund 80 Prozent, in Berlin rund 75 Prozent.

Die Grafik zum Download finden Sie hier.

Zahl der Grippeimpfungen stieg zu Saisonbeginn um 165 Prozent

Zusätzlich zu den Kontaktbeschränkungen dürfte auch die stark erhöhte Grippe-Impfbereitschaft zur historisch harmlosen Grippesaison beigetragen haben. Zu Beginn der Grippesaison ließen sich laut dem Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung 165 Prozent mehr Menschen gegen Grippe impfen als im Vorjahreszeitraum.

Auch der Krankenstand sinkt deutlich

Nicht nur die Grippe-Krankschreibungen liegen seit Beginn des Lockdowns am 16. Dezember auf sehr niedrigem Niveau. Auch der Krankenstand insgesamt sank unter den AOK Nordost-Versicherten seither kontinuierlich - und lag Mitte März rund 35 Prozent unter dem Mittel der drei Vorjahre.

Dieser Rückgang ist unter anderem damit zu erklären, dass Kontaktbeschränkungen und Maskenpflicht auch die Ausbreitung anderer Infektionskrankheiten wie Infekte der oberen Atemwege und Magen-Darm-Infekte stark eindämmten. Solche Effekte hatten sich bereits während des ersten Lockdowns im Frühjahr 2020 gezeigt.

Die Grafik zum Download finden Sie hier.

Krankheitsdauer bei psychischen Erkrankungen verlängerte sich

Wie viele Krankschreibungen unterblieben sind, weil erkrankte Versicherte aus Angst vor Ansteckung mit dem Coronavirus ärztliche Behandlungen gemieden haben, geht aus den Zahlen nicht hervor. Es gibt jedoch erste Hinweise darauf, dass Versicherte auch im zweiten Lockdown weniger Vorsorgeuntersuchungen etwa für Darmkrebs in Anspruch genommen haben. Dies dürfte langfristig mehr Erkrankungen und längere Ausfallzeiten zur Folge haben. Zudem hat die Krankheitsdauer bei Krankschreibungen wegen psychischen Problemen während des Lockdowns zugenommen. Diese Effekte müssen auch in den Blick genommen werden, um ein vollständiges Bild der gesundheitlichen Nebenwirkungen des Lockdowns zu erhalten.

Anhang

Hinweis für die Redaktionen:

Für die Datenanalyse hat die AOK Nordost die Arbeitsunfähigkeits-Fälle ihrer krankengeldberechtigten Mitglieder wochenweise ausgewertet. Insgesamt flossen rund 33.800 Grippe-Krankschreibungen in die Auswertung ein. Krankengeldberechtigt sind in der Regel Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, Rehabilitanden, Empfängerinnen und Empfänger von Arbeitslosengeld 1 und unter bestimmten Voraussetzungen auch Selbstständige. Die Ergebnisse haben eine hohe Relevanz, denn die AOK Nordost ist in Berlin, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern mit etwa 1,75 Millionen Versicherten die größte Krankenkasse.

Quellen:

Der aktuelle Influenza-Wochenbericht des RKI für die 14. Kalenderwoche

https://influenza.rki.de/Wochenberichte/2020_2021/2021-14.pdf

Zahlen des ZI zur gestiegenen Impfquote zu Beginn der Grippesaison

https://www.tagesschau.de/inland/grippe-impfungen-101.html

Pressekontakt

AOK Nordost – Die Gesundheitskasse
Pressesprecher Matthias Gabriel
Telefon: 0800 265080-22202
E-Mail: presse@nordost.aok.de