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Telemedizinisches Konsil unterstützt Kinderärzte in Brandenburg

Das telemedizinische Konsil wurde vom Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte gemeinsam mit der BVKJ-Service GmbH und der Firma Monks entwickelt, um auch in der Fläche eine schnelle spezialisierte kinderärztliche Versorgung zu gewährleisten.

AOK-Junior setzt auf PädExpert

PädExpert – das erste telemedizinische Facharztkonsil dieser Art – verbessert seit dem Frühjahr 2018 die spezialisierte kinderärztliche Versorgung von Brandenburger Kindern und Jugendlichen, die bei der AOK Nordost versichert sind und an dem Vorsorgeprogramm AOK-Junior teilnehmen

Achtzehn spezialisierte Kinder- und Jugendärzte listet die Kassenärztliche Vereinigung Brandenburg auf, wobei sich der Großteil auf den Speckgürtel von Berlin konzentriert. Zu den Spezialisten zählen beispielsweise Kinderrheumatologen, Kinderpneumologen, Kinderneurologen und andere Kinderärzte, die sich vor allem auf die sogenannten Seltenen Erkrankungen und auf chronische Erkrankungen spezialisiert haben. Entsprechend versorgen sie auch einen kleineren Patientenstamm als ihre allgemeinärztlich tätigen Kollegen, sodass hier das Problem für die kleinen Patienten weniger in der Anzahl der spezialisierten Kinderärzte liegt, als vielmehr in deren örtlicher Nähe.

Kinder und Jugendliche, die in Landkreisen wie der Prignitz oder dem Havelland leben, müssen im Bedarfsfall einen weiten Weg zum Spezialisten zurücklegen. Da gerade auch bei den Seltenen Erkrankungen in vielen Fällen zunächst gar nicht sicher ist, welcher Kinderfacharzt überhaupt benötigt wird, müssen diese jungen Patienten häufig erst einmal eine Odyssee von Arzt zu Arzt durchmachen. Das soll mit der Hilfe von PädExpert verhindert werden.

Das telemedizinische Konsil wurde vom Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte gemeinsam mit der BVKJ-Service GmbH und der Firma Monks entwickelt, um auch in der Fläche eine schnelle spezialisierte kinderärztliche Versorgung zu gewährleisten.

PädExpert deckt folgende Krankheitsbilder ab: Depression, Gerinnungsstörung unklarer Genese, Anämie, Gelenkschmerzen, Spezifische Immuntherapie, Instabiles und schweres Asthma Bronchiale, Autoimmunthyreoiditis Hashimoto, Zöliakie, Kuhmilcheiweißallergie, Dermatologie, Pubertas Praecox, Unklares EKG im Kindes-alter, Chronisch rezidivierende Kopfschmerzen.

Weitere Informationen unter: www.paedexpert.de

Schneller Austausch mit dem Spezialisten

Die Kinderrheumatologin Dr. med. Antje Nimtz-Talaska aus Frankfurt (Oder) nimmt an PädExpert teil. Im Interview mit der AOK Nordost schildert sie, wie das Telekonsil die spezialisierte Versorgung von Kindern und Jugendlichen in Flächenländern verbessert.

Wie genau funktioniert PädExpert?

Ein kleiner Patient kommt mit Beschwerden zum Kinderarzt, aber dieser kann die Symptome nicht klar einordnen. Oder er hat eine Vorstellung, was es sein könnte, möchte aber für eine gesicherte Diagnose und entsprechende Therapie-Empfehlung noch einmal Rücksprache mit einem Spezialisten halten. Dann kann er über PädExpert den Experten raussuchen, der seiner Meinung nach in Frage kommt und ihn kontaktieren. Dabei schickt er auch gleich einen ausgefüllten Anamnesebogen mit, sodass dem entsprechenden Facharzt alle relevanten Informationen vorliegen. Innerhalb von 24 Stunden meldet sich dieser dann zurück mit einer Diagnose-Einschätzung oder Therapie-Empfehlung. Bei schwierigen Fällen wird er eine Überweisung in seine Praxis empfehlen.

Können Sie ein Beispiel aus Ihrem Praxisalltag schildern?

Davon gibt es einige. Beispielsweise kam über PädExpert ein kleines Mädchen zu mir in die Praxis, das war gerade mal ein Jahr und drei Monate alt. Mit 11 Monaten hatte es bereits begonnen, zu laufen. Zwei Monate später hörte es plötzlich auf damit und ist nicht mehr aufgestanden. Der Kinderarzt, bei dem es in Behandlung war, vertröstete die Eltern mit den Worten, dass es sich um eine vorübergehende Entwicklungsstörung handele. Aber die Eltern gaben sich damit Gottseidank nicht zufrieden und wechselten den Arzt. Der neue Pädiater nimmt an PädExpert teil und hat mich kontaktiert. Eltern und Kind sind dann zu mir in die Praxis gekommen, wo ich schnell festgestellt habe, dass die Kleine an einer rheumatischen Erkrankung litt, die im Kleinkindalter auftritt – die sogenannte Oligo-Arthritis. Das Kind hatte schon hoch entzündliche veränderte Gelenke. Nach einer vierwöchigen effektiven Behandlung konnte sie wieder laufen und jetzt haben wir die Erkrankung bei ihr im Griff.

Warum beteiligen Sie sich an dem telemedizinischen Programm?

Brandenburg ist ein großes Flächenland. Mal davon abgesehen, dass es gerade in der Fläche wenig Spezialisten gibt, sitzen Kinderärzte und Experten hier auch nicht Tür an Tür. PädExpert führt zu einem stärkeren kollegialen Austausch. Natürlich gab es diesen Austausch auch vorher schon, aber jetzt geht es unkomplizierter und schneller. Außerdem sind die teilnehmenden Kinderärzte stärker sensibilisiert, bei bestimmten Indikationen auch die sogenannten Seltenen Erkrankungen zu berücksichtigen. Dazu zählt beispielsweise das Kinderrheuma. Oftmals wird dieses nämlich gar nicht oder erst sehr spät erkannt, weil es mit Wachstumsstörungen verwechselt wird. Wir haben immer noch viele Kinder und Jugendliche, die viel zu spät zu uns kommen, nachdem sie schon eine Arzt-Odyssee hinter sich haben.

Bild

  • Dr. Antje Nimtz-Talaska (Quelle: privat)

Grafik

  • Spezialisierte kinderärztliche Versorgung in Brandenburg (Quelle: GeWINO)

BleibGesund-TV

Pressekontakt

AOK Nordost – Die Gesundheitskasse
Matthias Gabriel
Pressesprecher
Tel.: 0800 265 080 – 22202
E-Mail: presse@nordost.aok.de