Angebot anzeigen für:
Kontakt zu meiner AOK Nordost
Ort/Kasse korrigieren
Servicecenter werden geladen ...

Umbau der Krankenhaus-Landschaft ist größte Herausforderung für märkische Gesundheitspolitik

Potsdam, 03.04.2019. Susanna Karawanskij hat ihrem Amtskollegen im Bundesgesundheitsministerium eine deutliche Absage erteilt: „Ich lehne den Gesetzentwurf ab“, sagte die Brandenburger Gesundheitsministerin zu den Plänen eines Kassenwahl-Gesetzes, das eine bundesweite Öffnung fast aller Krankenkassen vorsieht. Warum das Land Brandenburg von den Plänen Jens Spahns zur weiteren Zentralisierung im Gesundheitswesen „alles andere als begeistert“ ist, erläuterte Karawanskij gestern Abend beim „AOK-Forum live“ in Potsdam.

Susanna Karawanskij: „Wir brauchen regional verwurzelte Krankenkassen“

„Wir brauchen regional verwurzelte Krankenkassen“, betonte Karawanskij in ihrem Eingangsstatement vor den mehr als 70 Gästen der gesundheitspolitischen Diskussionsveranstaltung der AOK Nordost im NH-Hotel Potsdam. „Das hohe Versorgungsniveau haben wir nicht zuletzt den Krankenkassen in der Region zu verdanken.“ Dem Bundesgesundheitsminister kündigte sie gestern eine entsprechende kritische Stellungnahme an, in der die ehemalige Ost-Beauftragte der Bundestagsfraktion Die Linke vor den Folgen der umstrittenen Kassenöffnung warnt. „Die Menschen in Ostdeutschland wären die Verlierer dieser unnötigen Reform.“

Krankenkassen warnen vor bundesweitem Preiswettbewerb

Bereits vergangene Woche hatte die AOK Nordost den geplanten Eingriff Spahns in die regionale Versorgungspolitik und einen bundesweiten Wettbewerb um den niedrigsten Preis kritisiert, wie Daniela Teichert, Beauftragte des Vorstandes der AOK Nordost, gestern noch einmal unterstrich. Wie man die regionale Versorgung helfe sicherzustellen, dafür sei die für drei Bundesländer zuständige AOK Nordost „der beste Beweis“.

Gemeinsame Landeskrankenhausplanung mit Berlin im Fokus

Fünf Monate vor der Landtagswahl in Brandenburg diskutierten Susanna Karawanskij und Daniela Teichert, die ab 2020 den Vorstandsvorsitz der AOK Nordost übernimmt, unter dem Titel „Verwalten oder Gestalten?“ über Lösungen und Herausforderungen in der märkischen Gesundheitspolitik. Neben der Debatte um das Kassenwahl-Gesetz stand die gemeinsame Landeskrankenhausplanung mit Berlin im Fokus, zu der das Potsdamer Kabinett gestern ein Grundlagenpapier verabschiedet hatte.

Land unterstützt sektorenübergreifenden Ausbau im StimMT-Projekt Templin

„Wir brauchen die Krankenhäuser als Anker in der Gesundheitsversorgung vor Ort“, unterstrich Karawanskij das Ziel des Landes, alle Krankenhaus-Standorte zu erhalten. Es gehe aber nicht darum, dass alle Krankenhäuser um jeden Preis in der derzeitigen Form bestehen bleiben. Sie bezeichnete einen sektorenübergreifenden Ausbau als „entscheidenden Hebel“ und verwies auf das Innovationsfondsprojekt „StimMT“ in Templin. Das dortige Krankenhaus wird zu einem Ambulant-Stationären Zentrum weiterentwickelt. So einig, wie sich Karawanskij und Teichert über die Bedeutung des StimMT-Projekts für die Zukunft der Krankenhauslandschaft waren, so gegensätzlich war die Einschätzung zu Qualitätsaspekten der Krankenhausstruktur im Land.

Daniela Teichert: „Wissenschaftliche Evidenz ist für uns bindend“

Starre Mindestmengenvorgaben, die der Gemeinsame Bundesausschuss für bestimmte planbare Eingriffe vorsieht, sieht Karawanskij kritisch und will regionale Besonderheiten berücksichtigen. Auch regionale Nähe zum Krankenhaus stelle Qualität dar. „Wissenschaftliche Evidenz ist für uns bindend“, sagte Teichert dagegen. Mindestmengen führten zu einer besseren Behandlungsqualität und seien für die Krankenkassen deshalb eine wichtige Planungsgrundlage. Qualität und damit die Patientensicherheit müsse vor der Frage stehen, wie weit das nächste Krankenhaus entfernt ist. Das schließe eine gute Versorgung vor Ort nicht aus. „Wir brauchen aber neue Modelle.“ Für die gemeinsame Krankenhausplanung mit Berlin wünsche sich die AOK Nordost ein mutiges Vorgehen, um von „gleichen Lebensverhältnissen“ in beiden Ländern auch in Zukunft sprechen zu können.

AOK Nordost sieht sich als Gestalterin beim Thema digitale Transformation

Dass die Voraussetzungen dafür in der Stadt und auf dem Land sehr verschieden sind, macht die AOK derzeit bundesweit mit ihrer Kampagne „Stadt.Land.Gesund.“ deutlich und stellt beispielgebende Projekte für die ländliche Versorgung vor. Einen Weg für die AOK Nordost, die Versorgung im ländlichen Raum weiterhin zu gewährleisten, sieht Daniela Teichert in der Nutzung digitaler Technologien. Neben Ansätzen wie Telemedizin und Videosprechstunden entwickelt die AOK dazu in mehreren Pilotprojekten im Nordosten das Digitale Gesundheitsnetzwerk, mit dem Patienten, Ärzte und Krankenhäuser sicher vernetzt werden sollen. „Bei der Entwicklung steht der Patient im Mittelpunkt“, so Teichert. Er behalte die Hoheit über seine Daten und könne auf eine dezentrale Datenhaltung vertrauen. Daniela Teichert machte klar, dass sich die Krankenkassen auch bei diesem Thema als Gestalter für die Region verstehen und innovative Lösungen nicht globalen Playern überlassen wollen.

Pressekontakt

AOK Nordost – Die Gesundheitskasse
Matthias Gabriel
Pressesprecher
Tel.: 0800 265 080 – 22202
E-Mail: presse@nordost.aok.de