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AOK-Experteninterview: Dr. Tim Jürgens zu Wetterschwankungen und Migräne

Wenn das Wetter auf den Kopf schlägt

Dr. Tim Jürgens
Berlin, 1. Juli 2019. Von 15 auf 30 Grad in zwei Tagen. Solche Wetterschwankungen sind vor allem für Migränepatienten eine große Herausforderung. Ob es tatsächlich einen Zusammenhang zwischen Wetter und Migräne gibt und was Betroffene tun können, erklärt KopfschmerzSPEZIAL-Arzt Dr. Tim Jürgens von der Universitätsmedizin Rostock.

Das kann unterschiedliche Gründe haben. Wenn ich zum Beispiel empfindlich auf Flüssigkeitsmangel reagiere und bei heißem Wetter zu wenig trinke, kann das eine Migräne auslösen. Aber es scheint tatsächlich auch einen spezifischen Zusammenhang zu geben. So haben Studien gezeigt, dass sich bei schneller Luftdruckabnahme die Erregbarkeit des Trigeminusnervs erhöht. Dieser Nerv ist für schmerzhafte Empfindungen im Kopf- und Gesichtsbereich zuständig und spielt eine wichtige Rolle bei der Entstehung von Migräne. Es gibt aber keine einheitliche Studienlage zum Zusammenhang zwischen Wetter und Migräne.

Wichtig ist es, die persönlichen Auslöser für Migräneattacken zu kennen. Denn die gilt es, gerade an solchen Tagen, so gut es geht zu vermeiden. Ein Kopfschmerztagebuch, wie es beispielsweise im KopfschmerzSPEZIAL-Programm geführt wird, kann helfen, diese persönlichen Trigger zu identifizieren. In unserem Innovationsfondsprojekt SMARTGEM, das wir zusammen mit der Charité – Universitätsmedizin Berlin durchführen, können Programmteilnehmer ihre Kopfschmerzen mit der Smartphone-App "M-sense" dokumentieren. Ein häufiger Auslöser ist zum Beispiel Stress. Betroffene sollten deshalb an diesen Tagen unbedingt einen Gang herunterschalten und sich auf die wesentlichen Dinge konzentrieren. Viele Migränepatienten neigen zum Perfektionismus und dazu, sich selbst zu wenig zu schonen.

Nein, an der Behandlung der Attacke ändert sich nichts. Allerdings sollten Betroffene nicht versuchen, einer Migräneattacke mit Schmerzmitteln oder Triptanen vorzubeugen. Das kann leicht zu einem Medikamenten-Übergebrauch mit der Gefahr eines häufigeren Auftretens der Kopfschmerzen führen.

Pressekontakt

AOK Nordost – Die Gesundheitskasse
Matthias Gabriel
Pressesprecher
Tel.: 0800 265 080 – 22202
E-Mail: presse@nordost.aok.de