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AOK-Ernährungsexpertin fühlt Zuckeralternativen auf den süßen Zahn

In der EU sind zahlreiche Süßstoffe zugelassen: Von Aspartam (E951), über Cyclamat (E952) bis Saccharin (E954) klingt die Liste wie aus dem Chemielabor. Die syn-thetisch hergestellten Süßstoffe haben meist eine wesentlich stärkere Süßkraft als Haushaltszucker.

Ist süß gleich Zucker? Gibt es Alternativen?

Potsdam, 29. März 2021. Nicht alles, was gesund klingt, ist es auch. Fruchtzucker, Agavensirup, Stevia oder Birkenzucker – um Zuckeralternativen ranken sich viele Mythen. Sind sie böse oder gut, besonders wertvoll oder reines Marketing? Semra Köksal, Ernährungsexpertin der AOK Nordost, bringt Licht ins zuckersüße Dunkel. Ein Interview.

Dextrose, Maltose, Raffinose, Saccharose – was verbirgt sich hinter diesen Bezeichnungen auf dem Etikett?

Nichts als Zucker. Er versteckt sich auch im Voll- oder Magermilchpulver, wird als Glukose, Fruktose oder Laktose bezeichnet, kommt als Dicksaft oder Sirup daher und macht doch nur eins: Speisen und Getränke süßer. Bei Kindern und Jugendlichen beispielsweise ist zu viel Zucker – vor allem in Softdrinks und anderen Getränken – die Hauptursache für Fettleibigkeit. Es kommt zur Insulinresistenz und Entstehung von Diabetes mellitus. Die Lebensmittelindustrie trägt da eine Mitverantwortung.

Was ist mit Süßstoffen und Zuckeraustauschstoffen? Sind das Alternativen?

In der EU sind zahlreiche Süßstoffe zugelassen: Von Aspartam, über Cyclamat bis Saccharin klingt die Liste wie aus dem Chemielabor. Die synthetisch hergestellten Süßstoffe haben meist eine wesentlich stärkere Süßkraft als Haushaltszucker. Sie liefern dem Körper nahezu keine Kalorien und verursachen keine Karies. Trotzdem sind sie für Kinder und Jugendliche ungeeignet und auch Erwachsene sollten sie sparsam verwenden. Sie tragen weder zu einer Gewichtsreduktion noch zu einer Veränderung des Essverhaltens bei, stattdessen fördern sie die Gewöhnung an den sehr süßen Geschmack.

Was ist mit natürlichen Zuckern wie Kokosblütenzucker, Stevia oder Honig?

Stevia ist genau wie „Birkenzucker“ reine Verbrauchertäuschung, diese Süßungsmittel werden in aufwendigen physikalischen und chemischen Prozessen aus dem südamerikanischen Honigkraut oder im Fall von Xylit aus Laubhölzern wie Birke, aus Holzabfällen der Papierindustrie oder Resten von Maiskolben hergestellt. Bei Kokosblütenzucker oder Agavendicksaft kommt noch die Nachhaltigkeitsproblematik dazu, denn sie werden aus fernen Ländern importiert. Wenig spricht allerdings gegen regionalen Honig oder Rübenzucker. Wenn wir Süßes genießen wollen, können wir Gebäck und Speisen achtsam damit verfeinern. Sehr sinnvoll ist es, beim Backen die Zuckermenge in den Rezepten zu reduzieren. Ein Rührkuchenrezept von Oma enthält 200 bis 240g Zucker. In der Regel reichen 120 bis 150g bereits aus, um eine gute Bräunung zu erzielen und die Geschmackssinne in die richtige Richtung zu lenken. Backen kann außerdem sehr viel Spaß machen, wenn Kinder dabei sind, lernen sie ganz nebenbei erlebnisorientiert ein Stück Kulturgut.

Pressekontakt

AOK Nordost – Die Gesundheitskasse
Pressesprecher Matthias Gabriel
Telefon: 0800 265080-22202
E-Mail: presse@nordost.aok.de