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Anonymes Portal unterstützt bei kritischem Trinkverhalten

Alkohol ist kein Sanitäter in der Not

Potsdam, 17. Mai 2019. Etwa 2,5 Millionen Menschen in Deutschland sind alkoholkrank. Bis zu fünf Prozent der Erwachsenen in westlichen Ländern erkranken im Laufe ihres Lebens an Alkoholismus. Anlässlich der bundesweiten Aktionswoche „Alkohol? Weniger ist besser!“, die am Samstag, dem 18. Mai 2019, startet, sprachen wir mit Prof. Johannes Lindenmeyer von der salus klinik Lindow.

In geringen Mengen getrunken, wäre Alkohol kein großes Problem. Leider leben wir in einer gestörten Trinkkultur: Alkohol ist einerseits leicht zugänglich und vergleichsweise billig, also trinkt ihn die Mehrheit der Bevölkerung regelmäßig. Andererseits aber existieren keine klaren kulturellen Regeln, wie man mit Alkohol vernünftig umgeht. Das heißt: Selbst gefährliche Umgangsformen werden vom Betroffenen und seinem Umfeld als harmlos eingeschätzt. Dadurch werden die Betroffenen erst bei schweren körperlichen oder sozialen Schäden nachdenklich, da ist dann eine selbstständige Rückkehr zu risikoarmem Konsum aufgrund der Abhängigkeit oft nicht mehr möglich.

Einen vollkommen harmlosen Alkoholkonsum gibt es leider nicht. Aber wer auf der sicheren Seite sein will, sollte höchsten an 5 Tagen in der Woche trinken und dann als Frau höchstens ein Glas, als Mann sind zwei Gläser möglich. Die Größe des Glases ist bei Wein oder Sekt klar, bei Bier handelt es sich um ein kleines Bier (0,33l), bei harten Alkoholika um einen einfachen Schnaps. Seltener und dafür mehr zu trinken funktioniert nicht – Häufigkeit und Alkoholmenge müssen beachtet werden. Schätzungen zufolge weisen 14, 2 Prozent der erwachsenen Bevölkerung einen riskanten Alkoholkonsum auf. Die körperlichen Folgen können dann unter anderem Krebs, Lebererkrankungen, Bauchspeicheldrüsenentzündung und Bluthochdruck sein. Die gute Nachricht: Fast alle Risiken und Schäden gehen wieder zurück, wenn die Betroffenen ihren Alkoholkonsum reduzieren oder ganz aufhören.

Erfahrungsgemäß fällt es Betroffenen sehr schwer, sich Hilfe zu holen. Darum bin ich sehr froh, dass es seit 2016 ein kostenfreies und anonymes Online-Portal „Selbsthilfe Alkohol“ gibt, das die AOK Nordost gemeinsam mit den salus kliniken betreibt. Hier kann jeder innerhalb von zwei Minuten durch einen kurzen Selbsttest herausfinden, ob hinsichtlich des eigenen Alkoholkonsums Änderungsbedarf besteht. Mithilfe des Online-Selbsthilfeprogramms können Betroffene dann ihren Alkoholkonsum gezielt reduzieren oder ganz aufgeben. Sie machen hierzu täglich Angaben zu Alkoholverlangen beziehungsweise Zum tatsächlichen Alkoholkonsum. Sie treffen Vereinbarungen mit sich selbst und bereiten sich auf Risikosituationen und eventuelle Rückfälle vor. Ein professioneller Berater der salus kliniken steht zur Unterstützung per E-Mail bereit. Außerdem bietet ein abgeschirmtes Forum den Programmteilnehmer*Innen die Möglichkeit, sich miteinander anonym auszutauschen und gegenseitig zu unterstützen.

Ich bin von der großen Resonanz überwältigt: Allein 2018 haben auf der Internetseite etwa 130.000 Menschen den kurzen Selbsttest gemacht. Bei über 90 Prozent zeigte sich ein eindeutiger Änderungsbedarf. 2.335 Menschen haben daraufhin am Programm teilgenommen, um ihren Alkoholkonsum komplett zu stoppen oder wenigstens deutlich zu reduzieren.  In unserem Forum gab es bislang über 23.000 Beiträge. Die Teilnehmer tauschen sich rege aus und unterstützen sich aktiv. Außerdem haben wir im letzten Jahr 377 individuelle Hilfsanfragen per E-Mail beantwortet.

Anhang

Weitere Informationen unter: www.aok.de/nordost/selbsthilfealkohol

Pressekontakt

AOK Nordost – Die Gesundheitskasse
Pressesprecher Matthias Gabriel
Telefon: 0800 265 080 – 22202
E-Mail: presse@nordost.aok.de