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1.000 zertifizierte Nachbarschaftshelferinnen und Nachbarschaftshelfer in Mecklenburg-Vorpommern

Gemeinsame Presseinformation

AOK Nordost – Die Gesundheitskasse

Ministerium für Soziales, Integration und Gleichstellung

Schwerin, 7. Mai 2021. Im Herbst 2019 wurde in Mecklenburg-Vorpommern die ehrenamtliche Nachbarschaftshilfe zur Unterstützung im Alltag für Pflegebedürftige eingeführt. Ende April erhielt der eintausendste Nachbarschaftshelfer sein Zertifikat über die Absolvierung des erforderlichen Grundkurses.

„Die ehrenamtliche Nachbarschaftshilfe ist damit ein Erfolgsmodell für unser Land“, betonte Sozialministerin Stefanie Drese zum Jubiläum. „Trotz der Corona-Pandemie ist das Interesse sehr groß und es konnten kontinuierlich, meist online, Schulungen angeboten werden“, so Drese.

Ehrenamtliche Nachbarschaftshelfer*innen können ausgewählte niedrigschwellige Leistungen zur Unterstützung im Alltag für Pflegebedürftige im Rahmen einer Einzelbetreuung erbringen. Dazu gehören etwa Haushaltshilfen, die Begleitung zum Arzt oder Behörden, Vorlesen und Spazieren gehen.

Drese: „Das sind einfache, aber effektive Hilfen, die darauf ausgerichtet sind, pflegebedürftige Personen im Rahmen der selbstständigen Haushaltsführung zu unterstützen sowie deren Teilnahme am gesellschaftlichen Leben zu ermöglichen. Zudem werden damit pflegende Angehörige entlastet – das ist mir ein besonderes Anliegen.“

„Die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer sind eine wichtige zusätzliche Stütze für die Pflege, die ihre Aufgabe in der Nachbarschaft ohne große Bürokratie und sehr flexibel wahrnehmen können“, unterstreicht der stellvertretende Vorstandsvorsitzende der AOK Nordost, Hans-Joachim Fritzen. „Als AOK Nordost haben wir uns mit allen Pflegekassen für diesen neuen Ansatz eingesetzt, damit die bestehenden gesetzlichen Entlastungsmöglichkeiten in der Praxis von den Betroffenen noch einfacher genutzt werden können.“

„Mit 1.000 zertifizierten Nachbarschaftshelfern haben wir, trotz der Einschränkungen durch die Corona Pandemie, ein erstes Etappenziel erreicht“, sagt der Güstrower Sozialberater Andreas Nath stellvertretend für die Pflegeexperten der Pflegestützpunkte in MV.

Bis zum Beginn der Pandemie im Frühjahr des vergangenen Jahres fanden 14 Seminare in Kursveranstaltungen statt.

Danach veränderte der folgende Lockdown mit seinen Kontakteinschränkungen die Situation grundlegend. Aufgrund der zeitweiligen Schließung der Pflegestützpunkte wurde zeitnah ein digitales Kursangebot entwickelt, so dass bis Jahresende weitere 47 Schu­lun­gen in einer hybri­den Form stattfinden konnten.

Seit Jahresbeginn fin­den die Kur­se nun auf­ge­teilt zwi­schen den „Ser­vice­stel­len Nach­bar­schafts­hilfe“ und der AOK Pfle­ge Aka­de­mie statt.

Dabei beraten die Ser­vice­stel­len zu Leis­tun­gen der Pfle­ge­ver­si­che­rung und Netz­werk­part­nern, neh­men die Erklä­rungen zum Nach­bar­schafts­hel­fer auf und geben Tipps zur Abrech­nung. Sie beglei­ten und unter­hal­ten den per­sön­li­chen Kon­takt.

Daneben vermitteln die Dozen­tin­nen der Pfle­geAka­de­mie der AOK Nordost in Online Schu­lungen das Wis­sen rund um das The­ma Pfle­ge­be­dürf­tig­keit und sen­si­bi­li­sie­ren für einen bio­gra­fie- und bedürf­nis­ori­en­tier­ten Umgang auf Augenhöhe. Wichtig ist, dass die oftmals älteren Kursabsolventen Hilfe beim digitalen Zugang erhalten, um die Scheu davor abzulegen.

Ein Modell, dass im Praxisalltag ankommt. Allein im abgelaufenen 1. Quar­tal erhielten bereits fast 200 Personen trotz des andauernden Lockdown ihr Zer­ti­fi­kat als Nachbarschaftshelfer*innen.

Voraussetzung für ehrenamtliche Nachbarschaftshelfer*innen ist die Absolvierung eines Grundkurses im Umfang von acht Unterrichtsstunden und die Registrierung bei den Landesverbänden der Pflegekassen in MV. Unterstützt werden dürfen höchstens zwei anspruchsberechtigte Personen in einem Umfang von insgesamt höchstens 25 Stunden je Kalendermonat mit einer Aufwandsentschädigung von maximal acht Euro je Stunde.

Derzeit sind in MV etwa 103.000 Menschen pflegebedürftig. Über 75 Prozent von Ihnen werden zuhause betreut.

Ansprechpartner

Ministerium für Soziales, Integration und Gleichstellung
Alexander Kujat, Tel. 0385 588 9003, E-Mail:  alexander.kujat@sm.mv-regierung.de

AOK Nordost – Die Gesundheitskasse
Markus Juhls, Tel. 0800 265080 41469, E-Mail: markus.juhls@nordost.aok.de