Zecken können FSME übertragen – Impfen schützt

Bei Aufenthalten in der Natur an Zeckenschutz zu denken, lohnt sich – ganz besonders in Risikogebieten. Gegebenenfalls kann auch eine Impfung ratsam sein.
Eine erwachsene Frau und zwei etwa sieben und neun Jahre alte Jungs wandern im Frühling durch einen Wald. Alle tragen Jacken, lange Hosen und festes Schuhwerk zum Schutz vor Zecken.© iStock / Imgorthand

So schützen Sie sich vor Zeckenbissen

Zecken werden bereits ab etwa sechs bis acht Grad Celsius aktiv. Sie sitzen vor allem in Büschen und Gräsern und werden dort im Vorbeigehen abgestreift. Bei einem Ausflug ins Grüne trägt man am besten geschlossene Schuhe und hält Arme und Beine gut bedeckt, damit die Zecke erst gar keine freie Hautstelle findet.

Auch Zeckensprays können zumindest eine Zeitlang vor einem Zeckenbiss schützen. Trotzdem lohnt es, sich nach Aufenthalten in der Natur gründlich nach Zecken abzusuchen. Denn die Tiere krabbeln mitunter lange auf der Haut herum. Wenn die Zecke nach dem Stich schon in der Haut sitzt, sollte sie möglichst schnell entfernt werden. Dies senkt das Risiko zu erkranken.

Welche Krankheiten übertragen Zecken?

Zecken sind meist harmlos. Sie können aber auch Infektionen übertragen, vor allem:

  • Lyme-Borreliose (Wanderröte): Etwa eine von hundert Personen erkrankt nach einem Zeckenstich an Borreliose. Das Ansteckungsrisiko besteht in ganz Deutschland. Eine Borreliose kann Hautrötungen und grippeähnliche Symptome bis hin zu Lähmungen, Nervenschmerzen und Gelenkentzündungen verursachen. Gegen die Borreliose gibt es keine Schutzimpfung.
  • Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME): Sie ist seltener, aber gefährlicher als Borreliose. Die Entzündung des Gehirns und der Hirnhäute kann nicht zielgerichtet behandelt werden und verläuft in sehr seltenen Fällen tödlich. Die FSME-Risikogebiete in Deutschland liegen vor allem im Süden und Südosten.

Wir übernehmen die Kosten der FSME-Impfung

Gegen FSME gibt es eine schützende Impfung. Die AOK Niedersachsen übernimmt für ihre Versicherten die Kosten der FSME-Schutzimpfung nach den Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO).

Die STIKO empfiehlt eine Schutzimpfung gegen FSME für Kinder und Erwachsene, die in FSME-Risikogebieten leben oder dorthin reisen. Empfohlen wird die Impfung auch für Menschen, die beruflich besonders gefährdet sind, zum Beispiel Berufsgruppen in der Forst- oder Landwirtschaft.

Für einen optimalen Schutz sind drei Impfdosen erforderlich, die der Arzt oder die Ärztin über einen Zeitraum von mehreren Monaten verabreicht. Die Grundimmunisierung sollte nach drei bis fünf Jahren aufgefrischt werden.

Nach zwei Impfungen besteht bereits ein hoher Schutz, der etwa ein Jahr anhält. Nach der dritten Impfung sind die Geimpften mindestens drei Jahre lang vor einer Infektion mit dem FSME-Erreger geschützt.

Auch eine FSME-Impfung nach einem Zeckenstich kann sinnvoll sein. Für den aktuellen Stich bringt die nachträgliche Impfung zwar nichts, da die Antikörper erst nach 7 bis 14 Tagen gebildet werden. Die nachträgliche Impfung wird jedoch dann empfohlen, wenn weiterhin ein hohes Infektionsrisiko besteht, zum Beispiel bei längerem Aufenthalt in Gebieten mit hoher Zeckendichte.

Aktualisiert: 23.04.2024

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