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Post- und Long-COVID: Weniger Krankschreibungen, aber längere Fehlzeiten

Im letzten Jahr wurden weniger Menschen nach einer akuten COVID-19-Infektion wegen Post-COVID, Long-COVID oder chronischem Erschöpfungssyndrom krankgeschrieben als in den beiden Jahren zuvor. Die Betroffenen haben aber sehr lange berufliche Ausfallzeiten, so eine aktuelle Analyse des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO).
Eine Frau sitzt auf einer Couch. Sie hält sich die Hände an den Kopf. Ihr Blick wirkt müde und erschöpft.© iStock / Kateryna Onyshchuk

Knapp 2 Prozent wegen Corona-Spätfolgen krankgeschrieben

Laut der WIdO-Auswertung waren zwischen März 2020 und Dezember 2023 mehr als ein Drittel (36,5 Prozent) aller durchgehend erwerbstätigen AOK-Versicherten mindestens einmal wegen einer akuten COVID-19-Infektion krankgeschrieben. Zusätzlich wurden 1,8 Prozent aller AOK-versicherten Beschäftigten mindestens einmal wegen Long-COVID, Post-COVID oder wegen des chronischen Fatigue-Syndroms CFS krankgeschrieben. Die meisten Krankschreibungen aufgrund von Spätfolgen gab es im März 2022 mit 416 erwerbstätigen AOK-Versicherten je 100.000 Beschäftigten. Im Dezember 2023 wurden hingegen nur 110 je 100.000 Beschäftigten wegen Spätfolgen arbeitsunfähig geschrieben.

Lange berufliche Ausfallzeiten bei Spätfolgen einer Infektion

Die Spätfolgen von COVID-19 führen zu langen Ausfallzeiten bei Beschäftigten. So beträgt die durchschnittliche Dauer der Arbeitsunfähigkeit bei Long-COVID-Erkrankungen 36,6 Tage pro Krankheitsfall. Rechnet man die jeweils vorangegangene akute COVID-19-Infektion hinzu, ergibt sich eine durchschnittliche Krankheitsdauer von 64,6 Tagen. Post-COVID-Erkrankungen dauerten im Durchschnitt 31,7 Tage je Krankheitsfall und CFS-Erkrankungen 29,9 Tage. Etwa ein Fünftel (20 Prozent) der Long-COVID-Betroffenen, 13 Prozent der Post-COVID-Betroffenen und 14 Prozent der CFS-Betroffenen erhielten Langzeit-Krankschreibungen von 43 Tagen oder länger. Dies seien im Vergleich zu anderen Erkrankungen sehr lange berufliche Ausfallzeiten.

Soziale Berufe und Gesundheitsberufe am stärksten betroffen

Die WIdO-Analyse zeigt auch, dass Beschäftigte in Sozial- und Gesundheitsberufen am häufigsten sowohl von akuten COVID-19-Infektionen als auch von Spätfolgen betroffen waren. Bei den akuten Erkrankungen lagen Berufe in der Kinderbetreuung und -erziehung an der Spitze. Krankschreibungen aufgrund von Long-COVID, Post-COVID oder chronischem Erschöpfungssyndrom kamen in der Berufsgruppe der Ergotherapeuten am häufigsten vor. Aufgrund des hohen Frauenanteils in diesen Berufen waren im Untersuchungszeitraum auch mehr Frauen als Männer von akuten COVID-19-Infektionen und deren Spätfolgen betroffen.

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Aktualisiert: 27.02.2024

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