Lungenkrebs frühzeitig erkennen
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Inhalte im Überblick
Warum die Früherkennung bei Lungenkrebs wichtig ist
Lungenkrebs gehört zu den häufigsten Krebserkrankungen in Deutschland. Diagnostiziert wird er meist im höheren Alter – im Schnitt mit 69 Jahren bei Frauen und mit 70 Jahren bei Männern. Das liegt oft daran, dass die Krankheit anfangs kaum Beschwerden verursacht. Symptome wie Husten oder Müdigkeit wirken anfangs harmlos und werden leicht mit anderen Leiden verwechselt.
Das Ziel der Früherkennung mittels Niedrigdosis-Computertomographie (NDCT) besteht darin, Lungenkrebs bereits in einem frühen Stadium zu erkennen. Wird der Krebs frühzeitig diagnostiziert und behandelt, sind die Heilungschancen besser.
Für wen die Lungenkrebs-Früherkennung infrage kommt
Die Früherkennung von Lungenkrebs mittels Niedrigdosis-CT richtet sich an ehemalige und aktive starke Raucherinnen und Raucher im Alter zwischen 50 und 75 Jahren. Sie müssen folgende Kriterien erfüllen:
- Sie haben mindestens 25 Jahre lang geraucht, wobei Rauchpausen innerhalb dieser Zeit nicht länger als 10 Jahre andauerten.
- Sie kommen dabei auf mindestens 15 Packungsjahre. Packungsjahre geben an, wie viel jemand im Laufe seines Lebens geraucht hat. Diese berechnen sich aus der Anzahl der insgesamt gerauchten Jahre, multipliziert mit der Anzahl der Packungen, die im Durchschnitt pro Tag geraucht wurden. Dabei wird davon ausgegangen, dass eine Packung 20 Zigaretten enthält.
- Die letzte zur Lungenkrebsbefundung geeignete CT-Untersuchung der Lunge liegt mindestens zwölf Monate zurück.
- Der Gesundheitszustand lässt die Teilnahme an der Untersuchung zu.
Versicherte mit Anspruch auf die Früherkennungsuntersuchung können bei einem unauffälligen Befund alle zwölf Monate eine Niedrigdosis-CT zur Früherkennung von Lungenkrebs durchführen. Die Kosten übernimmt die Krankenkasse.
Wie die Früherkennungsuntersuchung von Lungenkrebs abläuft
Die Früherkennung von Lungenkrebs umfasst mehrere Untersuchungsschritte. Sie darf nur von Ärztinnen und Ärzten angeboten werden, die über besondere Qualifikationen verfügen.
Wer prüft die Voraussetzungen für eine Lungenkrebs-Früherkennung?
Allgemeinmedizinische oder internistische Ärztinnen und Ärzte, die an der Lungenkrebs-Früherkennung beteiligt sind, prüfen den Anspruch für die Untersuchung. Sind die Voraussetzungen erfüllt, erhalten Versicherte eine Überweisung in die Radiologie.
Was passiert bei einer Niedrigdosis-CT?
Eine Radiologin oder ein Radiologe mit entsprechender Genehmigung führt die Untersuchung mittels Niedrigdosis-Computertomographie durch. Dabei entstehen durch Röntgenstrahlen detaillierte Schnittbilder der Lunge. Das Verfahren macht auch kleine Auffälligkeiten sichtbar.
Die Untersuchung erfolgt im Liegen und dauert wenige Minuten. Sie verursacht keine Schmerzen. Im Vergleich zu einer normalen Computertomographie (CT) ist die Strahlenbelastung bei einer Niedrigdosis-CT geringer.
Im Anschluss beurteilt die Radiologin oder der Radiologe die CT-Bilder.
Was geschieht, wenn keine Auffälligkeit gefunden wird?
Die meisten Menschen erhalten die Nachricht, dass bei der Lungenkrebs-Früherkennungsuntersuchung keine Auffälligkeit festgestellt wurde. Dann haben sie nach zwölf Monaten erneut Anspruch auf eine Niedrigdosis-CT.
Wie geht es nach einem auffälligen Befund weiter?
Stellt die Radiologin oder der Radiologe einen kontroll- oder abklärungsbedürftigen Befund fest, beurteilt eine zweite Fachärztin oder ein zweiter Facharzt die Aufnahmen unabhängig vom Erstbefunder. Anschließend erfolgt eine gemeinsame Beurteilung.
- Kontrollbedürftiger Befund: Wird bei der gemeinsamen Beurteilung eine höchstwahrscheinlich gutartige Auffälligkeit gefunden, wird innerhalb der nächsten zwölf Monate eine weitere Niedrigdosis-CT durchgeführt. Die Radiologin oder der Radiologe spricht dann eine Empfehlung aus, wann diese Kontrolluntersuchung erfolgen sollte.
- Abklärungsbedürftiger Befund: Wird bei der gemeinsamen Beurteilung eine Auffälligkeit gefunden, die mit hoher Wahrscheinlichkeit auf Lungenkrebs hinweist, besteht ein konkreter Krankheitsverdacht. Die Radiologin oder der Radiologe bespricht dann umgehend weitere Schritte mit der betroffenen Person.
Kann eine Niedrigdosis-CT auch Nachteile haben?
Die Lungenkrebs-Früherkennung kann auch Nachteile haben. So kann es beispielsweise zu unnötigen Untersuchungen und Behandlungen kommen, die körperlich und psychisch belastend sein können.
Zudem ist eine Niedrigdosis-CT zwar mit einer geringeren Strahlenbelastung verbunden als eine normale Computertomographie. Wenn die Niedrigdosis-CT aber über einen langen Zeitraum hinweg jährlich zur Früherkennung eingesetzt wird, kann sie in sehr seltenen Fällen auch zur Entstehung von Krebs beitragen. Laut Expertenschätzung könnten nach 25 Jahren mit einer jährlichen Teilnahme an der Untersuchung durch die Strahlenbelastung zusätzliche Krebsfälle bei etwa 1 von 1.000 Männern und weniger als 3 von 1.000 Frauen auftreten.
Das Lungenkrebs-Screening kann also einerseits einige Menschen davor bewahren, an Lungenkrebs zu sterben. Es birgt aber auch Risiken. Deshalb ist eine informierte Entscheidung über die Teilnahme an der Früherkennung wichtig. Bei der Abwägung von Nutzen und möglichen Risiken hilft eine Patienteninformation des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA). Ärztinnen und Ärzte sind zudem dazu verpflichtet, sorgfältig über die Vor- und Nachteile der Untersuchung aufzuklären.
Welche Risikofaktoren die Wahrscheinlichkeit für Lungenkrebs erhöhen
Rauchen ist der größte Risikofaktor für die Entstehung von Lungenkrebs. Aber auch weitere Schadstoffe und die familiäre Vorbelastung spielen eine Rolle.
Das größte Risiko: Rauchen
Das größte Risiko für eine Lungenkrebserkrankung geht vom Rauchen aus. In Deutschland lassen sich schätzungsweise acht von zehn Fällen bei Frauen sowie bis zu neun von zehn Fällen bei Männern direkt auf den Tabakgenuss zurückführen. Dabei ist vor allem entscheidend, wie lange man geraucht hat. Das Risiko für Lungenkrebs ist höher,
- je früher man mit dem Rauchen begonnen hat,
- je länger man geraucht hat und
- je mehr Zigaretten man täglich geraucht hat.
Passivrauchen erhöht ebenfalls das Risiko, an Lungenkrebs zu erkranken. Im AOK-Gesundheitsmagazin erfahren Sie mehr über die negativen Auswirkungen von Nikotin.
Wie sich Lungenkrebs vorbeugen lässt
Die Früherkennung kann das Risiko für Lungenkrebs nicht verringern. Ein Rauchstopp kann dieses Risiko jedoch deutlich senken. Sobald man keine krebserregenden Inhaltsstoffe mehr inhaliert, steigt das Risiko nicht weiter an. Je früher man mit dem Rauchen aufhört, desto weiter sinkt das Risiko, an Lungenkrebs zu erkranken.
Außerdem trägt ein gesunder Lebensstil dazu bei, Krebs vorzubeugen. Wesentliche Bausteine sind unter anderem eine ausgewogene Ernährung, die reich an Obst und Gemüse ist, ausreichend Bewegung sowie die Vermeidung von krebserregenden Umweltschadstoffen.
Auch Alkoholkonsum sollte vermieden werden. Alkohol ist ein eigenständiger Risikofaktor für viele Krebserkrankungen. Alkohol und Tabak verstärken sich gegenseitig in ihrer krebserzeugenden Wirkung, vor allem hinsichtlich der Krebsentstehung in der Mundhöhle und Speiseröhre. Starkes Übergewicht (Adipositas) erhöht ebenfalls nachweislich das Risiko für mindestens 13 Krebserkrankungen. Noch untersucht wird, ob Adipositas auch das Risiko für Lungenkrebs erhöhen könnte.
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