Weniger Herzinfarkte in Deutschland und Hessen

Rückgang von Herzinfarkten um 14 Prozent
Laut der aktuellen Datenauswertung des WIdO für den Gesundheitsatlas Deutschland wurden im Jahr 2024 rund 185.400 Herzinfarktfälle in deutschen Krankenhäusern behandelt. Im Jahr 2017 waren es noch 215.600 Fälle. Das entspricht einem Rückgang von 14 Prozent. In die Auswertung eingeflossen sind alle Krankheitsfälle bei Personen ab dem 30. Lebensjahr. Dabei hat sich gezeigt, dass in allen Altersgruppen deutlich mehr Männer als Frauen von Herzinfarkten betroffen sind. Gründe dafür können neben Lebensstil und biologischen Faktoren auch Unterschiede bei den Symptomen sein, wodurch Herzinfarkte bei Frauen häufiger nicht oder nicht rechtzeitig erkannt werden.
Auch in Hessen zeigt sich dieser positive Trend. Dort wurden im Jahr 2024 je 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner ab 30 Jahren 310 Menschen aufgrund eines Herzinfarkts stationär behandelt. Im Jahr 2017 lag die entsprechende Rate noch bei 360 Fällen je 100.000 Einwohnenden. Damit ist die Herzinfarkthäufigkeit in Hessen innerhalb von sieben Jahren um 16 Prozent zurückgegangen und liegt damit leicht unter dem Bundesdurchschnitt von 320 Fällen je 100.000 Einwohnerinnen und Einwohnern.
Risikofaktoren für Herzinfarkte nehmen zu
Der Rückgang von Herzinfarkten in den letzten sieben Jahren ist laut WIdO vermutlich auf Lebensstiländerungen wie Rauchverzicht und eine verbesserte medizinische Behandlung der Risikofaktoren von Herzinfarkten zurückzuführen. Gleichzeitig zeigt die Datenanalyse aber auch eine negative Entwicklung bei Krankheiten, die als Risikofaktoren für Herzinfarkte gelten – insbesondere Diabetes mellitus Typ 2 und Bluthochdruck. Von Diabetes mellitus Typ 2 sind aktuell 11,2 Prozent aller Menschen in Deutschland ab 20 Jahren betroffen, von Bluthochdruck 29,9 Prozent. Seit 2017 kam es bei diesen Erkrankungen zu einem Anstieg um 0,6 beziehungsweise 1,1 Prozent.
Auch in Hessen zeigt sich ein Anstieg wichtiger Risikofaktoren für Herzinfarkte. So nahm der Anteil der Menschen mit Diabetes mellitus Typ 2 von 9,7 Prozent im Jahr 2017 auf 11,3 Prozent im Jahr 2024 zu. Auch Bluthochdruck wurde häufiger diagnostiziert (2017: 26,5 Prozent; 2024: 27,5 Prozent). Beide Erkrankungen gelten als wichtige Risikofaktoren für Herzinfarkte und können das Erkrankungsrisiko deutlich erhöhen.
Alle Ergebnisse dazu sind im Gesundheitsatlas Deutschland abrufbar.
Gesunder Lebensstil senkt Risiko – die AOK unterstützt
Das Risiko, an einem Herzinfarkt, Diabetes mellitus Typ 2 oder Bluthochdruck zu erkranken, lässt sich mit einem gesunden Lebensstil senken. Ebenso gehören Vorsorgeuntersuchungen zu den wichtigsten Maßnahmen, um erste Krankheitsanzeichen frühzeitig zu erkennen. Die AOK unterstützt Sie hierbei mit zahlreichen Leistungen.
- Gesundheitskurse in Ihrer Nähe: Lernen Sie, wie Sie mit ausgewogener Ernährung oder mehr Bewegung mehr für Ihre Gesundheit tun können. Die AOK bezuschusst bis zu zwei Gesundheitskurse pro Jahr.
- Gesundheits-Check-up: Erwachsene ab 35 Jahren haben alle drei Jahre Anspruch auf einen umfangreichen Gesundheitscheck, um Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Diabetes frühzeitig zu erkennen. Versicherte zwischen 18 und 34 Jahren können die Untersuchung einmal in Anspruch nehmen.
- AOK-Curaplan Diabetes: Das Behandlungsprogramm unterstützt die Therapie von Diabetes mellitus Typ 1 und Typ 2 und hilft unter anderem dabei, Begleiterkrankungen wie Bluthochdruck vorzubeugen.
- AOK-Curaplan Koronare Herzkrankheit: Das Behandlungsprogramm hilft Betroffenen mit Herzkrankheiten gut zu leben und lebensbedrohliche Folgeerkrankungen wie Herzinfarkte zu vermeiden.
- AOK-Clarimedis: Versicherte können sich kostenfrei am Telefon von medizinischen Experten und Expertinnen beraten lassen, zum Beispiel zu Diagnosen oder der Vermeidung von Krankheitsrisiken.
- Einander bewegen. Draußen anfangen: Jetzt ist die richtige Zeit, um draußen zu trainieren. Holen Sie sich auf unserer Themenseite Anregungen für Aktivitäten an der frischen Luft und erfahren Sie, warum Bewegung im Freien so wirksam ist.
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