#Psychische Gesundheit am 04.12.2020

Wege zu mehr Gelassenheit – trotz Weihnachtsstress in Corona-Zeiten

Junge Frau hält einen Becher in der Hand und schaut gelassen aus dem Fenster.
iStock: Jasmina007

Loslassen können, ruhiger werden und die Weihnachtszeit stressfrei genießen: Wer wünscht sich das nicht? Wie du mit Achtsamkeit zu mehr Gelassenheit finden und wo du in Baden-Württemberg am besten entspannen kannst, erfährst du hier.

Weihnachten in Corona-Zeiten ist einfach anders: Wir können uns nicht im großen Familien- und Freundeskreis treffen, mit einem Glühwein in der Hand über die Weihnachtsmärkte schlendern oder die Winterzeit auf der Schlittschuhbahn oder in der Sauna genießen.

Denn durch die Kontaktbeschränkungen und den Teil-Lockdown des öffentlichen Lebens sind wir zwangsläufig mehr zu Hause und müssen uns im Social Distancing üben – das kann auf die Stimmung drücken und den einen oder anderen aus dem Gleichgewicht bringen.

Hinzu kommt der Weihnachtsstress: Geschenke müssen besorgt, der Tannenbaum gekauft und das Essen geplant werden – und stellt sich noch die Frage, mit wem man in welchem Kreis aufgrund einer möglichen Ansteckungsgefahr durch das Coronavirus feiern darf und möchte.

Kein Wunder also, dass sich gerade mehr Menschen als sonst gestresst fühlen. Deshalb ist es umso wichtiger, sich in Gelassenheit zu üben, um zwischendurch auch wieder zur Ruhe zu kommen. Warum ein stressfreieres und somit gelasseneres Leben wichtig für unsere Gesundheit ist und welche Achtsamkeitsübungen dir helfen können, erfährst du hier.

Wie sich Stress und Gelassenheit auf die Gesundheit auswirken

Stress ist das Gegenteil von Gelassenheit und löst in unserem Körper und Geist eine Anpassungsreaktion auf verschiedene äußere Anforderungen aus – das ist in erster Linie wertneutral, denn der positive Stress (sogenannter Eustress) wirkt vitalisierend und aktivierend.

Die körperlichen Reaktionen sind zum Beispiel:

  • schnellerer Puls
  • Schnellere Atmung
  • Muskelspannungen
  • zittrige Hände

Hinzu kommen Emotionen wie Angst, Ärger oder Wut.

Gesundheitsgefährdend wird Stress erst, wenn er über längere Zeit anhält und wir uns nicht mehr erholen können (sogenannter Distress). Menschen, die unter Dauerstress stehen, fühlen sich oft hilflos und den Situationen schnell ausgeliefert – und können früher oder später an Depression oder Burn-out erkranken.

In diesem Fall ist es wichtig, sich ärztlichen Rat einzuholen. Denn neben den psychischen Beeinträchtigungen kann permanenter Stress zu ernsthaften körperlichen Erkrankungen führen, wie zum Beispiel Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Bluthochdruck oder Magengeschwüren.

Gut zu wissen: Um mehr über den Zusammenhang von Stress, Belastung und psychischen Erkrankungen aufzuklären, hat die Bundesregierung die „Offensive Psychische Gesundheit“ gestartet. Ziel ist es unter anderem, in der Gesellschaft offener mit psychischer Belastung und Erschöpfung umzugehen. Erfahre hier mehr über die Initiative.

Gelassenheit lernen: Stressbewältigung durch Achtsamkeit

Wer dauerhaft unter Stress steht, kann krank werden. Genau deshalb ist es so wichtig zu lernen, die alltäglichen Herausforderungen gelassener annehmen zu können. Doch wie kann das gehen? Eine Möglichkeit der Stressbewältigung und Gesundheitsvorsorge ist die jahrtausendealte Praxis der Achtsamkeit, um innerlich ruhiger und gelassener zu werden.

Achtsamkeit bedeutet, Dinge so sein lassen und anzunehmen, wie sie sind, ohne sie unbedingt verändern zu wollen. Nach Jon Kabat-Zinn, US-Mediziner und Begründer der modernen Achtsamkeit, sind achtsame Momente solche, in denen wir

  • unsere Aufmerksamkeit auf die aktuellen Bewusstseinsinhalte lenken, auf die eigenen Gedanken, Gefühle und Körperempfindungen,
  • die Situation im Hier und Jetzt aufmerksam wahrnehmen und
  • dem jetzigen Augenblick wertungsfrei begegnen.

Wer seine Aufmerksamkeit immer wieder auf den gegenwärtigen Moment lenkt, nimmt innerlich automatisch Abstand von Sorgen und Ängsten, die sich mit der Vergangenheit oder Zukunft beschäftigen. Langfristig kann Achtsamkeit bewirken, dass du

  • die Herausforderungen im Leben besser annehmen,
  • im jetzigen Augenblick mehr verweilen und
  • ein intensiveres Selbstmitgefühl und Verständnis für dich entwickeln kannst.

Mit der AOK Baden-Württemberg zu mehr Gelassenheit

Wie kann ich Stress entspannter begegnen? Was kann ich für meinen Körper und meinen Geist tun, um mich wohler zu fühlen? Damit du vom Alltag leichter abschalten kannst, bietet die AOK Baden-Württemberg verschiedene Programme und Kurse zur Stressbewältigung und psychischen Gesundheit an:

Du fühlst dich permanent gestresst, bist ständig traurig und weiß nicht, wie du von allein aus dem Dauertief wieder herauskommen kannst? Dann suche dir professionelle Hilfe bei einem Arzt und einem Psychotherapeuten. Mit dem AOK-Gesundheitsnavigator findest du Unterstützung in deiner Nähe.

Ruhiger werden: 4 Achtsamkeitsübungen

Mithilfe dieser vier Übungen kannst du deine Achtsamkeit schulen. Sie sind ideal für den Alltag, weil sie immer und zu jeder Zeit geübt werden können und nur wenige Minuten dauern.

Entspannung im Ländle: An diesen 3 Orten kommst du garantiert zur Ruhe

Auch in der hektischen Weihnachtszeit hat Baden-Württembergs Natur und Geschichte einiges zu bieten, um den Alltagsstress vergessen zu machen. Alles, was es dafür braucht, ist ein wenig Motivation und festes Schuhwerk.

Bitte informiere dich vorab auf den Websites, ob es ggf. aufgrund der Corona-Situation zu Einschränkungen kommt.

Entspannte Orte in Baden-Württemberg auf der Karte

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