Berliner Gesundheitspreis 2027

Der Klimawandel sorgt auch in Deutschland für längere und intensivere Hitzewellen. Die sommerlichen Extremtemperaturen werden zunehmend zum Gesundheitsrisiko, insbesondere für vulnerable Gruppen. Auf starke Hitzeereignisse, die in Zukunft gehäuft auftreten werden, ist Deutschland nur unzureichend vorbereitet. Mit dem Berliner Gesundheitspreis 2027 wollen die Ärztekammer Berlin und der AOK-Bundesverband vorbildliche Projekte auszeichnen, die durch kluge Hitzeschutzmaßnahmen gezielt gesundheitliche Risiken verringern.

Bild einer Collage aus einer orangenen Sonne und einem blauen Baum mit Menschen darunter, die sich im Schatten vor der Sonne schützen. Daneben der Schriftzug "Gesundheit braucht Hitzeschutz" und "Berliner Gesundheitspreis 2027"

Heiße Tage, tropische Nächte: Wochenlang stöhnte Deutschland im Sommer 2026 unter hochsommerlicher Hitze. Während Wetterstationen immer neue Rekordtemperaturen verzeichneten, erreichte die Zahl der Hitzetoten in Deutschland einen neuen, traurigen Höchststand. Bis Mitte August hatte das Robert-Koch-Institut bereits etwa 15.800 hitzebedingte Todesfälle registriert. Knapp 10.000 dieser Sterbefälle gingen auf die Hitzewelle Ende Juni zurück. Hitzebelastung erhöht die Sterblichkeit, gefährdet vor allem gesundheitlich vulnerable Gruppen, kann Anpassungen in der Dosierung bestimmter Arzneimittel Nach der Definition des Arzneimittelgesetzes (AMG) sind Arzneimittel insbesondere Stoffe und… nötig machen, erhöht die Anzahl der Krankschreibungen und belastet das Gesundheitssystem, unter anderem durch mehr Notrufe und mehr Krankenhausaufnahmen. Besonders gefährdet sind zum Beispiel ältere Menschen, chronisch Kranke, Schwangere, Kinder und alle, die im Freien arbeiten oder Sport treiben. 

Der Klimawandel beschleunigt sich und wird in Zukunft zu häufigeren und intensiveren Hitzewellen führen. Die zehn wärmsten Jahre in Deutschland seit Beginn der Wetteraufzeichnungen im Jahr 1881 lagen im 21. Jahrhundert. Acht der zehn heißesten Sommer entfielen auf die zurückliegenden 30 Jahre. Gleichzeitig erreichen immer mehr Menschen ein höheres Lebensalter. Damit wächst die Zahl derer, für die Hitze ein schwerwiegendes gesundheitliches Risiko darstellt. Vielerorts in Deutschland fehlen praxisnahe, wirksame Konzepte, um sich auf diese Entwicklung vorzubereiten. Um die gesundheitlichen Folgen des Klimawandels und der mit ihm einhergehenden Hitze abzumildern, sind Maßnahmen auf unterschiedlichen Ebenen erforderlich: vor Ort, in den Kommunen, den Lebenswelten der Menschen, in Betrieben und in Einrichtungen des Gesundheitswesens und der Pflege Kann die häusliche Pflege nicht im erforderlichen Umfang erbracht werden, besteht Anspruch auf…

Ein unzureichender Hitzeschutz belastet sowohl die Menschen als Individuen als auch das Gesundheitswesen Das Gesundheitswesen umfasst alle Einrichtungen, die die Gesundheit der Bevölkerung erhalten,… als Ganzes. Ein wirksamer gesundheitlicher Hitzeschutz ist darum eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, die sowohl übergreifender als auch differenzierter Lösungen bedarf: von einer hitzeresilienten Stadtplanung über betriebliche Schutzkonzepte, wohnortnahe Netzwerke, Angebote für Risikogruppen und hitzeadaptierte medizinische Versorgungskonzepte bis hin zur hitzeschützenden Ausstattung von medizinischen, Pflege- und Betreuungseinrichtungen. Gesundheit braucht Hitzeschutz – diesem Umstand tragen die Ärztekammer Berlin und der AOK Die AOK hat mit mehr als 20,9 Millionen Mitgliedern (Stand November 2021) als zweistärkste Kassenart… -Bundesverband mit der Ausschreibung des Berliner Gesundheitspreises 2027 Rechnung: Gesucht werden innovative, übertragbare Projekte, die Hitzeschutz wirksam und nachweislich mit Gesundheitsschutz verbinden. 

Bewertungskriterien

Die Ausschreibung fokussiert auf Best-Practice-Projekte, die in Einrichtungen der Gesundheitsversorgung, Lebenswelten sowie im städtischen oder regionalen Setting bezeichnet im Bereich der Gesundheitsförderung Lebensbereiche, in denen Menschen einen großen Teil… ansetzen und effektiv die gesundheitliche Belastung durch starke Hitzeperioden reduzieren. Um Aussagen über die Wirksamkeit dieser Projekte zu erlauben, müssen bereits erste Evaluationsergebnisse vorliegen.

Im Detail

  • Die Projekte decken eine oder mehrere der nachfolgenden Kategorien ab: 
  • Preparedness (Vorbereitung) auf Extremhitzeereignisse
  • Schutz von vulnerablen Gruppen (z. B. Kinder, Schwangere, chronisch Kranke, Ältere)
  • gefährdete Berufsgruppen (z. B. Erntehelfer, Bauarbeiter ...)
  • kommunales Engagement
  • Stadtplanung
  • Hitzeschutz im Sport
  • Die Ausgangslage und die Zielgruppe(n) sind umfassend analysiert und beschrieben. 
  • Die Projekte umfassen geeignete Maßnahmen für gesundheitsbezogenen Hitzeschutz für besonders gefährdete Zielgruppen oder Settings. Sowohl institutionelle als auch regionale oder überregionale Projekte können teilnehmen.
  • Aus den Projektbeschreibungen geht klar hervor, dass und wie die beschriebenen Maßnahmen dazu beitragen, hitzebedingte Gesundheitsrisiken zu verringern. 
  • Die Angebote sollen grundsätzlich für alle Angehörigen der jeweiligen Kernzielgruppe erreichbar sein und gegebenenfalls weitere Zielgruppen einbinden.
  • Strukturen, Abläufe, etwaige Kooperationen und die projektinterne Koordination sind nachvollziehbar beschrieben.
  • Im Idealfall ist bereits eine nachhaltige Projektfinanzierung gesichert. Fehlt diese (noch), ist das jedoch kein Ausschlusskriterium.
  • Erste Evaluationsergebnisse liegen vor und zeigen, wie die Maßnahmen die jeweiligen Zielgruppen erreichen und wie wirksam sie vor Hitze schützen. Für die Evaluation können ergänzend Parameter der Prozesse, Konzept- und Strukturqualität herangezogen werden. Vorläufige Ergebnisse müssen konsistent genug sein, um eine Vergleichbarkeit zu ermöglichen. 

Wer kann sich bewerben?

Es können sich sowohl Personen als auch Institutionen bewerben, sofern die Projekte die oben genannten Bewertungskriterien erfüllen. Dazu zählen zum Beispiel Gesundheits-, Pflege- oder Betreuungseinrichtungen sowie deren Träger, wissenschaftliche Einrichtungen, Länder, Kreise, Kommunen oder Regionen und deren Institutionen, der öffentliche Gesundheitsdienst, Akteure des Gesundheitswesens oder mit einem Leistungsauftrag nach den Sozialgesetzbüchern, Wohlfahrtsorganisationen, Vereine, Stiftungen, Träger von Kinder- oder Jugendeinrichtungen.

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Über den Berliner Gesundheitspreis

Der „Berliner Gesundheitspreis“ ist ein bundesweiter Ideenwettbewerb des AOK-Bundesverbandes und der Ärztekammer Berlin, der seit 1995 alle zwei Jahre ausgeschrieben wird. Der Wettbewerb widmet sich jeweils einem ausgewählten Thema, das eine besondere Bedeutung für die Gesundheitsversorgung der Bevölkerung hat. Gesucht werden innovative und praxiserprobte Projekte, Modelle oder zukunftsweisende Versorgungskonzepte, die zur Verbesserung von Qualität ist ein zentrales Versorgungsziel der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV). Im Rahmen der… und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen beitragen. Dafür stellen die Initiatoren Preisgelder in Höhe von insgesamt 50.000 Euro zur Verfügung.

Auswahlverfahren
Die Entscheidung über die Preisträger trifft eine unabhängige Jury. Es werden Preise im Gesamtvolumen von 50.000 Euro vergeben. Der erste Preis ist mit 25.000 Euro dotiert, der zweite Preis mit 15.000 Euro und der dritte mit 10.000 Euro. Die Jury kann eine andere Aufteilung des Preisvolumens vornehmen. Gegen Entscheidungen der Initiatoren und der Jury ist der Rechtsweg ausgeschlossen.

Logomontage Berliner Gesundheitspreis 2027 mit Logos vom AOK-Bundesverband, des Berliner Gesundheitspreises 2027 und der Ärtzekammer.

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