Krankheiten verhindern, bevor sie entstehen

Politik und Wissenschaft diskutierten auf dem 1. Deutschen Präventionsgipfel am 5. März, wie sich mit Hilfe von Prävention mehr Krankheiten vermeiden, die finanziellen Ressourcen der gesetzlichen Krankenversicherung schonen und das Gesundheitssystem langfristig stabil halten lassen.

Alkoholkonsum ist eine Belastung für die Gesundheit.

Angesichts einer hohen Krankheitslast im Alter und damit verbundener volkswirtschaftlicher Kosten braucht Deutschland endlich eine Gesundheitspolitik Die Gesundheitspolitik ist ein facettenreiches Gebiet, das weit über die in der Öffentlichkeit mit… , die das Thema Prävention Prävention bezeichnet gesundheitspolitische Strategien und Maßnahmen, die darauf abzielen,… in den Mittelpunkt seiner Anstrengungen stellt. Das war die zentrale Forderung von Präventionsexpertinnen und -experten auf dem Deutschen Präventionsgipfel, den der AOK Die AOK hat mit mehr als 20,9 Millionen Mitgliedern (Stand November 2021) als zweistärkste Kassenart… -Bundesverband Anfang März erstmals veranstaltete. „Auf dem Gipfel versammelte Experten und Expertinnen sowie unsere Vorstandsvorsitzende Dr. Carola Reimann haben es auf dem Gipfel auf den Punkt gebracht: Wir müssen den Zugang zu Tabak, Alkohol und Zucker deutlich erschweren. Nur so lassen sich betroffene chronisch Erkrankte besser schützen und gesunde und junge Menschen davor bewahren, ebenfalls in die Spirale aus Sucht und Krankheit wird in der Medizin als Abweichung von Gesundheit oder Wohlbefinden verstanden. Allerdings stößt die… zu geraten“, sagt Claudia Schick, Referentin für Selbsthilfe beim AOK-Bundesverband. Um neben den strukturellen Verhältnissen auch das individuelle Verhalten der Menschen positiv zu beeinflussen, sei es zudem nötig, das Angebot zur Verbesserung der Gesundheitskompetenz auszubauen und mehr qualitätsgesicherte Gesundheitsinformationen leicht zugänglich zu machen, so Schick weiter. „Hier kann die Selbsthilfe in Form von Peer Counseling ein kompetenter Partner der Ärzte und in der Aufklärung sein. Die Politik sollte sich dafür fraktionsübergreifend einsetzen", schlägt die AOK-Selbsthilfereferentin vor.

Gesetzliche Vorgaben gefordert

Ein übermäßiger Konsum von Zucker ist mit der Entstehung zahlreicher chronischer Erkrankungen wie Adipositas, Typ-2-Diabetes oder kardiovaskulären Erkrankungen assoziiert. Die Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM) hatte deshalb bereits im Vorfeld des Präventionsgipfels von der Bundesregierung einen neuen gesetzlichen Anlauf eingefordert, eine bundesweite Steuer auf besonders zuckerhaltige Lebensmittel einzuführen.  

Die Deutsche Diabetes-Gesellschaft (DDG) empfiehlt in diesem Zusammenhang eine gestaffelte, sogenannte gesunde Mehrwertsteuer, die mit schlechter werdendem Nähwertprofil steigt. Zudem fordert die DDG ein Werbeverbot für ungesunde Kinderlebensmittel – eine Maßnahme, die die AOK-Gemeinschaft in der Vergangenheit ebenfalls immer wieder vorgeschlagen hat.

Selbsthilfebündnis fordert Werbeverbot

Ein breites Bündnis von Selbsthilfeverbänden der Suchthilfe hat zudem im Februar den Gesetzgeber aufgefordert, die Regulierung der Werbung und Besteuerung für Suchtmittel und Glücksspiel an den Stand der wissenschaftlichen Evidenz anzupassen. „Die derzeitige Politik subventioniert die Suchtmittelindustrie indirekt auf Kosten der Sozialkassen“, heißt es in der gemeinsamen Stellungnahme der Selbsthilfeorganisationen. Eine evidenzbasierte Regulierung müsse darauf abzielen, die volkswirtschaftlichen Verluste von mehr als 136 Milliarden Euro jährlich zu senken, so das Bündnis, in dem sich neben der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen (DHS) sechs weitere Selbsthilfeorganisationen engagieren. „Im internationalen Vergleich bestehen in Deutschland relevante Regelungslücken für Alkohol-, Tabak-, Cannabis-, und Glücksspielwerbung“, kritisiert das Bündnis und fordert die Politik auf, die entsprechenden Vorschläge der Weltgesundheitsorganisation Die WHO ist eine Sonderorganisation der Vereinten Nationen, die als Koordinationsbehörde der… (WHO) endlich umzusetzen.