Impulse für eine Pflegereform
Um die künftigen Herausforderungen der demografischen Entwicklung zu bewältigen und pflegende Angehörige zu entlasten, muss die Pflege in Deutschland auf mehr Schultern verteilt werden. Mit ihrer bundesweiten Initiative „Pflege vor Ort – für ein pflegefreundliches Deutschland“ gibt die AOK der aktuellen Reformdebatte Impulse für innovative Versorgungsformen. Zudem fördert sie den Ausbau des Selbsthilfeangebotes für pflegende Angehörige.
Lag die Zahl der Pflegebedürftigen 2015 noch bei 2,86 Millionen, stieg sie bereits bis Ende 2023 auf über 5,6 Millionen. Berechnungen des Statistischem Bundesamtes zufolge werden es in 30 Jahren fast sieben Millionen Menschen sein, die gepflegt werden müssen. Gleichzeitig leidet bereits heute die professionelle Pflege Kann die häusliche Pflege nicht im erforderlichen Umfang erbracht werden, besteht Anspruch auf… unter einem Fachkräftemangel, der sich in den kommenden Jahren weiter verschärfen wird. Pflegeprofis und pflegende Angehörige geraten so zunehmend unter Druck und benötigen dringend Unterstützung. Für die AOK Die AOK hat mit mehr als 20,9 Millionen Mitgliedern (Stand November 2021) als zweistärkste Kassenart… -Gemeinschaft ist klar: Das System der Pflege muss für die Zukunft breiter aufgestellt werden. Pflegeangebote müssen deutlich mehr als bisher lokal geplant, entwickelt und verankert werden. Kommunen müssen zu „Caring Communities“ werden, in denen professionelle Dienste und freiwilliges Engagement besser miteinander verzahnt werden.
AOK-Engagement für die Pflege-Selbsthilfe
„Dort, wo Pflegebedürftige pflegerische Unterstützung aus dem familiären Umfeld erhalten, sind die Angehörigen oft an der Belastungsgrenze Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren sind - mit Ausnahme bei den Fahrkosten - von allen… – oder schon darüber hinaus“, macht Claudia Schick, Selbsthilfereferentin im AOK-Bundesverband, deutlich. Die AOK setzt sich deshalb bereits seit Jahren auf politischer Ebene dafür ein, den Ausbau des Selbsthilfeangebots für pflegende Angehörige zu fördern. Dazu gehörte auch die Kritik am bisherigen Förderverfahren, etwa im Rahmen einer Selbsthilfe-Fachtagung des AOK-Bundesverbands. Ein Achtungserfolg dieses Engagements: Mit dem Anfang 2026 in Kraft getretenen Gesetz zur Befugniserweiterung und Entbürokratisierung in der Pflege (BEEP) hat die Bundesregierung die Förderbeträge für Pflege-Selbsthilfeangebote deutlich erhöht und das Förderverfahren vereinfacht.
Doch das Selbsthilfeangebot kann nur ein Baustein von vielen sein, um pflegende Angehörige zu entlasten. Mit der am 19. Februar vorgestellten AOK-Initiative „Pflege vor Ort“ geht die Gesundheitskasse einen Schritt weiter und liefert der Politik wichtige Impulse für die aktuelle Reformdebatte. Die AOK zeigt anhand vieler Projekte, Programme und Initiativen, dass es bereits viele Ansätze für gute, regional gesteuerte und bedarfsgerechte Pflegeangebote gibt: von Angeboten zur Unterstützung pflegender Angehöriger über den Ausbau von Präventions- und sektorübergreifender Rehabilitationspflege bis hin zu niedrigschwelligen Initiativen für die Nachbarschaftshilfe und der Unterstützung einer besseren kommunalen Sorgestrukturplanung in der Pflege mit Hilfe von AOK-Routinedaten auch Sekundärdaten genannt, sind Daten, die routinemäßig von der gesetzlichen Krankenversicherung… .
Gute Praxisbeispiele in die Reform einbeziehen
„Die Reform der sozialen Pflegeversicherung Die Pflegeversicherung wurde 1995 als fünfte Säule der Sozialversicherung eingeführt. Ihre Aufgabe… ist keine einfache Aufgabe, aber sie muss angesichts des finanziellen Defizits der SPV und der strukturellen Herausforderungen endlich vorankommen. Die Politik sollte dabei auch genau hinschauen, welche guten Lösungen tatsächlich bereits vorliegen – nicht nur auf dem Papier, sondern auch bereits in der Praxis“, betonte die Vorstandsvorsitzende des AOK-Bundesverbandes, Dr. Carola Reimann, anlässlich des Onlinegangs von „Pflege vor Ort“.