Gesunde Arbeitsbedingungen für gute Pflege

Mit „PiP – Prävention in der Pflege“ begleitet die AOK Baden-Württemberg Pflegeeinrichtungen dabei, Prävention und Gesundheitsförderung für Mitarbeitende und Pflegebedürftige systematisch in ihren Strukturen zu verankern.

In einer Küche stehen zwei Frauen. Die rechte trägt Pflege-Kleidung und stützt die linke, ältere Frau, am Arm. Beide Frauen lachen.

Wer über Gesundheit in der Pflege Kann die häusliche Pflege nicht im erforderlichen Umfang erbracht werden, besteht Anspruch auf… spricht, meint meist die Pflegebedürftigen. Doch ohne gesunde Beschäftigte lässt sich eine gute Versorgung kaum sichern. „PiP – Prävention Prävention bezeichnet gesundheitspolitische Strategien und Maßnahmen, die darauf abzielen,… in der Pflege“ der AOK Die AOK hat mit mehr als 20,9 Millionen Mitgliedern (Stand November 2021) als zweistärkste Kassenart… -Baden-Württemberg adressiert deshalb beide Gruppen. Ziel ist, die Gesundheit der Mitarbeitenden zu stärken und zugleich das Wohlbefinden der pflegebedürftigen Menschen zu verbessern.

PiP ist kein kurzfristiges Maßnahmenpaket, sondern ein klar strukturierter Entwicklungsprozess. Gesundheitsförderung ist ein fortlaufender Prozess mit dem Ziel, allen Menschen ein höheres Maß an Selbstbestimmung über… wird dauerhaft in Abläufe, Zuständigkeiten und Entscheidungswege integriert – mit verbindlichen Rollen, aktiver Beteiligung der Beschäftigten und regelmäßiger Auswertung. Das Projekt verbindet konsequent individuelle Gesundheitsförderung mit struktureller Organisationsentwicklung – und wirkt damit direkt im Pflegealltag.

Ziel:
Stärkung der Gesundheit von Mitarbeitenden und des Wohlbefindens von Pflegebedürftigen durch den nachhaltigen Aufbau gesundheitsförderlicher Strukturen in Pflegeeinrichtungen.

Träger:
AOK Baden-Württemberg.

Zielgruppe:
Stationäre Pflegeeinrichtungen und ambulante Pflegedienste sowie deren Mitarbeitende und Pflegebedürftige.

Ansatz:
Verbindung von Verhaltens- und Verhältnisprävention in einem 24-monatigen Organisationsentwicklungsprozess hin zu einer gesunden Pflegeeinrichtung.

Umsetzung:
Intensive Begleitung durch PiP-Expertinnen und -Experten, Qualifizierung interner Gesundheitsmanager/-innen, Bedarfsanalysen, Maßnahmenumsetzung.

Mehrwert:
Bislang 107 erfolgreich abgeschlossene und 44 laufende Einrichtungen, über 151 qualifizierte Gesundheitsmanager/-innen, 151 Steuerkreise Gesundheit sowie geschätzt 10.500 erreichte Mitarbeitende und 9.100 erreichte Bewohnende; zugleich nachhaltige Verankerung einer Gesundheitskultur in den Einrichtungen. Gründung von vier regionalen Netzwerken

Auf dem Weg zur gesunden Organisation

PiP verfolgt drei eng miteinander verbundene Zielsetzungen: Im Mittelpunkt steht zunächst die Stärkung der gesundheitlichen Ressourcen der Mitarbeitenden – zum Beispiel durch Bewegungskurse - sowie die gezielte Verbesserung ihrer Arbeitsbedingungen, etwa durch eine Besserung der Kommunikationsabläufe. Darauf aufbauend soll auch das Wohlbefinden der pflegebedürftigen Menschen nachhaltig gefördert werden. Gleichzeitig zielt PiP darauf ab, einen strukturierten und langfristig tragfähigen Prozess der Gesundheitsförderung zu etablieren, der dauerhaft in der Einrichtung verankert bleibt.

Im Ergebnis entsteht Schritt für Schritt eine „gesunde Organisation“ – also eine Einrichtung, in der Gesundheit im Alltag mitgedacht, aktiv gestaltet und systematisch weiterentwickelt wird. Dieser Ansatz entspricht dem Selbstverständnis der AOK Baden-Württemberg: Gute Pflege braucht stabile, gesundheitsförderliche Rahmenbedingungen für die Beschäftigten.

PiP wird seit Herbst 2019 umgesetzt. Eine Prozessevaluation wurde bereits abgeschlossen. Aktuell läuft eine externe Wirksamkeitsevaluation über fünf Jahre, um die langfristigen Effekte zu messen.

Gesundheit strukturell verankern

Grafik: Darstellung der Entwicklung einer optimalen Gesundheitsförderung.

Das Projekt ist als zweijähriges Begleitprogramm konzipiert. Jede Einrichtung wird durch eine feste Ansprechperson der AOK Baden-Württemberg unterstützt. Zusammen mit ihr schafft die Einrichtung die organisatorischen Voraussetzungen für den Prozess. Anschließend erfolgt die Ermittlung des konkreten Bedarfs – etwa durch Mitarbeitenden-Befragungen, Workshops oder die Auswertung vorhandener Daten. 

Auf dieser Grundlage entwickelt die Einrichtung zusammen mit der AOK passgenaue Maßnahmen, setzt sie im Alltag um und überprüft regelmäßig ihre Wirkung. Werden die definierten Qualitätskriterien erfüllt, kann die Einrichtung am Ende das Qualitätssiegel „Prävention in der Pflege“ erhalten. Es steht für eine nachhaltige Verankerung des Konzepts, eine angemessene Maßnahmenbreite, eine strukturierte Umsetzung sowie eine überprüfbare Wirksamkeit. Im Rahmen des Prüfverfahrens wird unter anderem bewertet, ob eine verantwortliche Person für die Koordination des Prozesses benannt wurde und inwieweit Mitarbeitende sowie Bewohnende aktiv eingebunden werden.

In jeder Einrichtung gibt es dabei eine qualifizierte interne Koordinationsperson – die Gesundheitsmanagerin oder der Gesundheitsmanager. Sie oder er bündelt die Aktivitäten im Haus, koordiniert Beteiligte und sorgt für Verbindlichkeit. Unterstützt wird sie oder er durch den Steuerkreis Gesundheit, in dem unterschiedliche Berufsgruppen vertreten sind. Dieses Gremium setzt Schwerpunkte, entscheidet über Maßnahmen und wertet die Ergebnisse aus.

Unterstützung und Austausch

Die AOK Baden-Württemberg begleitet die Einrichtungen fachlich durch Beratung, Moderation und Schulungen. Sie stellt praxistaugliche Instrumente sowie Informationsmaterialien bereit.Diese enthalten grundlegendes Wissen sowie praxisnahe Vorlagen und Befragungsinstrumente, die den Einrichtungen bei der Realisierung helfen. 

Zusätzlich unterstützt die AOK die Umsetzung finanziell. Ein weiterer Baustein ist das regelmäßig stattfindende PiP-Forum: Hier tauschen sich aktuelle und ehemalige teilnehmende Einrichtungen aus und stellen bewährte Praxisbeispiele vor.

Ältere Menschen machen Wassergymnastik in einem Schwimmbecken mit Schaumstoffnudeln, angeleitet von einer Trainerin.
Um die pflegerische Versorgung perspektivisch zu sichern, müssen Prävention und Gesundheitsförderung massiv ausgebaut werden. Ziel dieser gesamtgesellschaftlichen Anstrengung muss es sein, Pflegebedürftigkeit möglichst zu verhindern, oder zumindest hinauszuzögern.
18.02.2026Otmar Müller3 Min

Warum das Konzept trägt

Mehrere Faktoren tragen zur nachhaltigen Wirkung des Projekts bei. Die Laufzeit von 24 Monaten gibt den Einrichtungen ausreichend Zeit, Veränderungen nicht nur anzustoßen, sondern im Alltag zu verankern. Klare Zuständigkeiten – etwa über die Gesundheitsmanagerin oder den -manager – schaffen Kontinuität. Der Steuerkreis Gesundheit sorgt für Beteiligung und Orientierung. Zugleich erhöhen die fachliche Begleitung und die praxistauglichen Hilfestellungen die Umsetzbarkeit. Die finanzielle Unterstützung schafft zusätzlichen Spielraum. 

Damit fügt sich PiP in die strategische Ausrichtung der AOK ein, Pflege vor Ort zu stärken und Prävention systematisch auszubauen. Das Vorgehen zeigt, dass ein klar geführter, beteiligungsorientierter Prozess auch unter anspruchsvollen Bedingungen tragfähige Strukturen hervorbringen kann – und sich grundsätzlich auf andere Regionen und Versorgungsbereiche übertragen lässt.