Pflege braucht neue Strukturen

Bei der Veranstaltung „AOK im Dialog“ in Saarbrücken diskutierten Expertinnen und Experten aus Pflege, Politik und Gesundheitswesen über die Zukunft der Pflege im Saarland. Die AOK Rheinland-Pfalz/Saarland stellte dabei ihr Engagement für eine zukunftsfeste und kommunal verankerte Pflege in den Fokus.

Teilnehmer diskutieren beim Pflegeforum der AOK Rheinland-Pfalz/Saarland
Dr. Martina Niemeyer, Daniela Bublitz (Moderation), Dr. Jürgen Stenger (PflegeGesellschaft Saarland), Alfred Klopries (BBT-Gruppe), Thomas Müller (Gesundheitsministerium Saarland) und Udo Hoffmann stellten beim Pflegeforum der AOK Rheinland-Pfalz/Saarland die Frage: „Quo vadis Pflege?“.

Die Pflege im Saarland ist mit Veränderungen konfrontiert

Die Pflege Kann die häusliche Pflege nicht im erforderlichen Umfang erbracht werden, besteht Anspruch auf… im Saarland sieht sich wachsenden Anforderungen gegenüber, die alle Beteiligten vor neue Aufgaben stellen. Immer weniger Fachkräfte treffen auf eine wachsende Zahl pflegebedürftiger Menschen, stationäre Plätze sind knapp und die finanzielle Belastung für Betroffene steigt spürbar. Gleichzeitig wächst der Druck, Pflege neu zu denken: weg von einer rein pflegerischen Versorgung, hin zu einem System, das Selbstständigkeit stärkt und Pflegebedürftigkeit Mit dem Zweiten Pflegestärkungsgesetz (PSG II) vom 27. November 2015 wurde der Begriff der… möglichst lange vermeidet. Vor diesem Hintergrund rückt die Frage in den Fokus, wie tragfähige Strukturen für die Zukunft aussehen können.

Genau darüber diskutierten Akteurinnen und Akteure aus Pflege, Politik und Gesundheitswesen Das Gesundheitswesen umfasst alle Einrichtungen, die die Gesundheit der Bevölkerung erhalten,… bei der Veranstaltung „AOK im Dialog“ in Saarbrücken. Im Mittelpunkt stand dabei nicht nur die Analyse der aktuellen Lage, sondern vor allem die Frage, welche Rolle Prävention Prävention bezeichnet gesundheitspolitische Strategien und Maßnahmen, die darauf abzielen,… und vernetzte Strukturen künftig spielen müssen, um das Pflegesystem langfristig stabil zu halten.

Prävention als strategischer Ansatz

Für die AOK Die AOK hat mit mehr als 20,9 Millionen Mitgliedern (Stand November 2021) als zweistärkste Kassenart… Rheinland-Pfalz/Saarland ist klar: Die Zukunft der Pflege entscheidet sich nicht erst dann, wenn Pflegebedürftigkeit eingetreten ist. Vielmehr geht es darum, frühzeitig anzusetzen und Bedingungen zu schaffen, die Gesundheit, Mobilität und soziale Teilhabe im Alter fördern. Prävention wird damit zu einem zentralen Baustein der Pflegepolitik – nicht als individuelle Aufgabe, sondern als gemeinschaftliche Verantwortung von Kommunen, Sozialversicherungsträgern und weiteren Akteuren vor Ort.

Selbstbestimmt zu Hause leben

Damit Menschen möglichst lange in den eigenen vier Wänden bleiben können, braucht es passende Strukturen, verlässliche Hilfsangebote und finanzielle Spielräume. Entscheidend sei die Zusammenarbeit vor Ort: Kommunen, Pflegekassen und Leistungserbringer Unter diesem Sammelbegriff werden alle Personengruppen zusammengefasst, mit denen die Krankenkassen… müssen gemeinsam neue, innovative Lösungen entwickeln, um Versorgung zukunftssicher zu gestalten, sagt Dr. Martina Niemeyer, Vorstandsvorsitzende der AOK Rheinland-Pfalz/Saarland, im Interview.

Dr. Martina Niemeyer, Vorstandsvorsitzende der AOK Rheinland-Pfalz/Saarland, im Videointerview:

Kommunen spielen eine Schlüsselrolle

Ein besonderes Augenmerk legt die AOK auf die kommunale Ebene. Dort entscheidet sich, ob Pflegeangebote, Beratung, soziale Infrastruktur und ehrenamtliches Engagement sinnvoll ineinandergreifen. Die AOK versteht sich in diesem Prozess als Partnerin der Kommunen und bringt ihre Expertise in die Bedarfs- und Pflegestrukturplanung ein. Ziel ist es, passgenaue Angebote zu entwickeln, die den unterschiedlichen Lebenslagen älterer Menschen gerecht werden und Pflege möglichst lange im häuslichen Umfeld ermöglichen.

Teilnehmer diskutieren beim Pflegeforum der AOK Rheinland-Pfalz/Saarland
Fachpersonal und Plätze in der stationären Pflege sind knapp, der finanzielle Eigenanteil der Pflegebedürftigen steigt. Auch das Saarland setzt deshalb auf vernetzte Prävention, um Pflegebedürftigkeit zu vermeiden oder hinauszuzögern. Auf der Veranstaltung „AOK im Dialog“ der AOK Rheinland-Pfalz/Saarland diskutierten Beteiligte in Saarbrücken über…
14.11.2025Thomas Rottschäfer7 Min

Eine bessere Vernetzung der Versorgungsangebote ist notwendig

Zugleich wurde deutlich, dass die bestehenden sektoralen Grenzen der Versorgung den Anforderungen einer alternden Gesellschaft nicht mehr gerecht werden. Ambulante, stationäre und präventive Angebote sind vielfach noch zu stark voneinander getrennt. Die AOK setzt sich deshalb für integrierte Versorgungsansätze ein, die Brüche vermeiden und den Übergang zwischen den Versorgungsformen erleichtern. Prävention, Rehabilitation Die Weltgesundheitsorganisation versteht unter Rehabilitation alle Maßnahmen, die darauf abzielen,… und Pflege müssen stärker zusammengedacht werden, um Pflegebedürftigkeit hinauszuzögern und unnötige Belastungen zu vermeiden.

Ein weiterer Schlüssel liegt im Aufbau lokaler Netzwerke und sorgender Gemeinschaften. Angesichts des zunehmenden Fachkräftemangels gewinnt die Einbindung von Ehrenamt Die ehrenamtliche Betreuung von Pflegebedürftigen ist ein wichtiger Bestandteil der… und bürgerschaftlichem Engagement an Bedeutung. Dabei geht es nicht um einen Ersatz professioneller Pflege, sondern um ergänzende Strukturen, die Einsamkeit vorbeugen, soziale Teilhabe fördern und niedrigschwellige Unterstützung bieten. Die AOK unterstützt solche Netzwerke, weil sie einen wichtigen Beitrag zur Lebensqualität älterer Menschen leisten und präventiv wirken.

Daten helfen, Pflegequalität zu verbessern

Auch die Qualität ist ein zentrales Versorgungsziel der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV). Im Rahmen der… der Pflege bleibt ein zentrales Thema. Die AOK setzt sich dafür ein, vorhandene Routinedaten auch Sekundärdaten genannt, sind Daten, die routinemäßig von der gesetzlichen Krankenversicherung… der Pflegekassen systematisch für die Qualitätsentwicklung zu nutzen. Diese Daten ermöglichen es, regionale Unterschiede sichtbar zu machen und gezielt dort anzusetzen, wo Verbesserungsbedarf besteht – etwa bei vermeidbaren Krankenhausaufenthalten oder in der Versorgung am Lebensende. Entscheidend ist dabei der konstruktive Umgang mit den Erkenntnissen: Ziel ist es, gemeinsam mit den Beteiligten vor Ort Lösungen zu entwickeln, nicht Defizite zu skandalisieren.

Porträtfoto: Martina Niemeyer lehnt an einem Roll-Up mit AOK-Logo
Statement von Dr. Martina Niemeyer anlässlich der AOK-Veranstaltung „Quo vadis Pflege – Neue Strukturen für mehr Effizienz“.
13.11.2025AOK Rheinland-Pfalz/Saarland2 Min
Eine Pflegerin reicht einer Pflegebedürftigen ein Glas Wasser.
Das WIdO hat auch für das Saarland aktuelle Daten zu insgesamt zehn Versorgungsthemen im „Qualitätsatlas Pflege“ vorgelegt.
03.06.2025AOK Rheinland-Pfalz/Saarland4 Min

Insgesamt zeigt sich: Die Herausforderungen der Pflege im Saarland sind komplex und erfordern ein langfristiges Umdenken. Kurzfristige Entlastungen reichen nicht aus, wenn strukturelle Probleme ungelöst bleiben. Die AOK Rheinland-Pfalz/Saarland bringt sich deshalb aktiv in die Weiterentwicklung des Pflegesystems ein – als Pflegekasse, als Impulsgeberin und als verlässliche Partnerin im Land. Ihr Ansatz verbindet Prävention, Vernetzung und Qualitätssicherung a) Qualitätssicherung in der gesetzlichen Krankenversicherung: Vertragsärzte, Krankenhäuser und… mit dem Ziel, Pflege zukunftsfest zu gestalten und den Menschen im Saarland ein möglichst selbstbestimmtes Leben im Alter zu ermöglichen.