Pressemitteilung

Hitze wird in Brandenburg zum Gesundheitsrisiko

10.06.2026 AOK Nordost 4 Min. Lesedauer

Studie zeigt Anstieg von Krankmeldungen an Hitzetagen

Brandenburg gehört deutschlandweit zu den am stärksten von Hitze betroffenen Regionen. Zum bundesweiten Hitzeaktionstag am 11. Juni weist die AOK Die AOK hat mit mehr als 20,9 Millionen Mitgliedern (Stand November 2021) als zweistärkste Kassenart… Nordost deshalb auf die gesundheitlichen Risiken von Hitzewellen hin. Eine neue Analyse zeigt: Die Zahl der Krankmeldungen steigt während Hitzewellen deutlich an.  

„Hitze ist für viele Menschen in Brandenburg längst eine konkrete Belastung – zu Hause, am Arbeitsplatz und in der Pflege“, sagt Claudia Engel, Nachhaltigkeitskoordinatorin der AOK Nordost. „Besonders ältere, chronisch kranke und pflegebedürftige Menschen brauchen verständliche Informationen und verlässliche Unterstützung. Hitzeschutz gelingt nicht durch Appelle allein. Er muss dort ankommen, wo Menschen leben: in Familien, Pflegeeinrichtungen, Betrieben und Kommunen.“

Mehr Krankmeldungen nach länger anhaltender Hitze

Wie stark Hitze auch den Arbeitsalltag beeinflusst, zeigt eine Studie des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung auf Basis von AOK-Daten. Laut der bundesweiten Analyse steigt die Zahl der Krankmeldungen an einem durchschnittlichen Hitzetag mit Temperaturen über 30 Grad kurzfristig um etwa 3,5 Prozent. Am dritten Hitzetag in Folge liegt der Anstieg bereits bei fünf Prozent, nach sieben Hitzetagen in Folge bei rund elf Prozent. 

„Diese Zahlen zeigen, dass Hitzeschutz auch in der Arbeitswelt einen höheren Stellenwert bekommen muss“, so Engel. „Gerade bei Tätigkeiten im Freien, bei körperlich belastender Arbeit oder bei wenig flexiblen Arbeitszeiten braucht es praxistaugliche Lösungen. Dazu gehören kühlere Arbeitsräume, Schutz vor direkter Sonne, angepasste Arbeitszeiten und klare Abläufe für Hitzewarnungen.“

Hitzeschutz in Brandenburg gemeinsam organisieren

Die AOK Nordost ist in Brandenburg Teil des Zentralen Netzwerks Hitzeschutz. Das Netzwerk wurde 2023 gegründet und soll die Umsetzung von Hitzeschutzmaßnahmen im Land stärken – insbesondere auf kommunaler Ebene und in Einrichtungen wie Pflegeeinrichtungen. Ziel ist es, Maßnahmen zum Schutz vulnerabler Gruppen anzustoßen, umzusetzen und weiterzuentwickeln.

Über das GKV-Bündnis für Gesundheit in Brandenburg unterstützt die AOK Nordost gemeinsam mit allen Krankenkassen Die 93 Krankenkassen (Stand: 01.01.26) in der gesetzlichen Krankenversicherung verteilen sich auf… kommunale Präventionsprojekte. In Brandenburg an der Havel wird beispielsweise das Projekt „Hitzehelfer Brandenburg – Gemeinsam gegen die Hitze“ gefördert. In Potsdam wurde das Projekt „Sommer, Sonne, Sonnenschutz“ unterstützt. In dessen Rahmen ist auch ein Wimmelbild für Kinder zum Thema Hitzeschutz entstanden.

Hitzeschutz in Brandenburg gemeinsam organisieren

Ein besonderer Fokus der AOK Nordost liegt zudem auf Menschen, die Angehörige zu Hause pflegen. Über das Programm „Pflege in Familien fördern – PfiFf“ unterstützt die Gesundheitskasse pflegende Angehörige, Freunde und Nachbarn dabei, Hitzeschutz in der häuslichen Pflege Kann die häusliche Pflege nicht im erforderlichen Umfang erbracht werden, besteht Anspruch auf… mitzudenken. Dafür steht ein Themenblatt zum Hitzeschutz in deutscher und türkischer Sprache zur Verfügung.

„Hitzeschutz beginnt nicht erst im Notfall“, sagt Anne Kaeks, Leiterin der AOK Pflege Akademie. „Angehörige, Nachbarn oder Freunde, die Pflege übernehmen, brauchen kurze, gut verständliche Hinweise, um gesundheitliche Risiken frühzeitig zu erkennen und wirksam vorzubeugen. Genau hier setzt das PfiFf-Themenblatt zum Verhalten bei Hitze an.“

Bei Hitzewarnungen frühzeitig reagieren

Die AOK empfiehlt, Hitzewarnungen des Deutschen Wetterdienstes ernst zu nehmen und den Alltag entsprechend anzupassen. Persönliche Fragen von Versicherten beantwortet zudem das medizinische Hitzetelefon von AOK-Clarimedis unter der Telefonnummer 0800 1 265 265. Das Hitzetelefon ist täglich und rund um die Uhr erreichbar.

Hinweis für Redaktionen:

Für die Auswertung des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung wurden mit Unterstützung des Wissenschaftlichen Instituts der AOK Daten von rund 9,7 Millionen AOK-versicherten Beschäftigten zwischen 25 und 59 Jahren aus den Jahren 2007 bis 2020 analysiert.

Im Binnenland von Mecklenburg-Vorpommern wurden in heißen Jahren bis zu 19 Hitzetage mit Temperaturen über 30 Grad gemessen. Zum bundesweiten Hitzeaktionstag am 11. Juni weist die AOK Nordost auf die gesundheitlichen Risiken solcher Hitzetage hin. Eine neue Analyse zeigt: Die Zahl der Krank-meldungen steigt während Hitzewellen deutlich an.
10.06.2026AOK Nordost4 Min
Berlin verzeichnet in heißen Sommern mehr als 20 Hitzetage mit Temperaturen über 30 Grad. Zum bundesweiten Hitzeaktionstag am 11. Juni weist die AOK Nordost auf die gesundheitlichen Risiken solcher Hitzetage hin. Eine neue Analyse zeigt: Die Zahl der Krankmeldungen steigt während Hitzewellen deutlich an.
10.06.2026AOK Nordost3 Min

Ihr Ansprechpartner und Pressekontakt

Pressesprecher

Dirk Becker

AOK Nordost