Hitze wird in Berlin zum Gesundheitsrisiko
Studie zeigt Anstieg von Krankmeldungen an Hitzetagen
Berlin verzeichnet in heißen Sommern mehr als 20 Hitzetage mit Temperaturen über 30 Grad. Zum bundesweiten Hitzeaktionstag am 11. Juni weist die AOK Die AOK hat mit mehr als 20,9 Millionen Mitgliedern (Stand November 2021) als zweistärkste Kassenart… Nordost auf die gesundheitlichen Risiken solcher Hitzetage hin. Eine neue Analyse zeigt: Die Zahl der Krankmeldungen steigt während Hitzewellen deutlich an.
„Hitze ist für viele Menschen in Berlin längst eine konkrete Belastung – zu Hause, am Arbeitsplatz und in der Pflege“, sagt Claudia Engel, Nachhaltigkeitskoordinatorin der AOK Nordost. „Besonders ältere, chronisch kranke und pflegebedürftige Menschen brauchen verständliche Informationen und verlässliche Unterstützung. Hitzeschutz gelingt nicht allein durch Appelle. Er muss dort ankommen, wo Menschen leben: in Familien, Pflegeeinrichtungen, Betrieben und Kommunen.“
Mehr Krankmeldungen nach länger anhaltender Hitze
Wie stark Hitze auch den Arbeitsalltag beeinflusst, zeigt eine Studie des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung auf Basis von AOK-Daten. Laut der bundesweiten Analyse steigt die Zahl der Krankmeldungen an einem durchschnittlichen Hitzetag mit Temperaturen über 30 Grad kurzfristig um etwa 3,5 Prozent. Am dritten Hitzetag in Folge liegt der Anstieg bereits bei fünf Prozent, nach sieben Hitzetagen in Folge bei rund elf Prozent.
„Diese Zahlen belegen, dass Hitzeschutz auch in der Arbeitswelt einen höheren Stellenwert bekommen muss“, so Engel. „Gerade bei Tätigkeiten im Freien, bei körperlich belastender Arbeit oder bei wenig flexiblen Arbeitszeiten braucht es praxistaugliche Lösungen. Dazu gehören kühlere Arbeitsräume, Schutz vor direkter Sonne, angepasste Arbeitszeiten und klare Abläufe für Hitzewarnungen.“
Hitzeschutz in Berlin gemeinsam organisieren
In Berlin ist im Jahr 2022 das „Aktionsbündnis Hitzeschutz Berlin“ gegründet worden. Darin arbeiten Akteure aus dem Gesundheitssektor zusammen, um Hitzeschutzpläne für besonders gefährdete Bevölkerungsgruppen zu entwickeln. Unter andere für die stationäre und die ambulante Pflege Kann die häusliche Pflege nicht im erforderlichen Umfang erbracht werden, besteht Anspruch auf… .
Ein besonderer Fokus der AOK Nordost liegt auf Menschen, die Angehörige zu Hause pflegen. Über das Programm „Pflege in Familien fördern – PfiFf“ unterstützt die Gesundheitskasse pflegende Angehörige, Freunde und Nachbarn dabei, Hitzeschutz in der häuslichen Pflege mitzudenken. Dafür steht ein Themenblatt zum Hitzeschutz in deutscher und türkischer Sprache zur Verfügung.
„Hitzeschutz beginnt nicht erst im Notfall“, sagt Anne Kaeks, Leiterin der AOK Pflege Akademie. „Angehörige, Nachbarn oder Freunde, die Pflege übernehmen, brauchen kurze, gut verständliche Hinweise, um gesundheitliche Risiken frühzeitig zu erkennen und wirksam vorzubeugen. Genau hier setzt das PfiFf-Themenblatt zum Verhalten bei Hitze an.“
Bei Hitzewarnungen frühzeitig reagieren
Die AOK empfiehlt, Hitzewarnungen des Deutschen Wetterdienstes ernst zu nehmen und den Alltag entsprechend anzupassen. Persönliche Fragen von Versicherten beantwortet zudem das medizinische Hitzetelefon von AOK-Clarimedis unter der kostenfreien Telefonnummer 0800 1 265 265. Das Hitzetelefon ist täglich rund um die Uhr erreichbar.
Hinweis für Redaktionen:
Für die Auswertung des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung wurden mit Unterstützung des Wissenschaftlichen Instituts der AOK Daten von rund 9,7 Millionen AOK-versicherten Beschäftigten zwischen 25 und 59 Jahren aus den Jahren 2007 bis 2020 analysiert.