Pressemitteilung

Demenzfälle in Berlin könnten bis 2060 um rund 80 Prozent zunehmen

15.06.2026 AOK Nordost 3 Min. Lesedauer

Prognose zeigt großes Potential der Prävention

Die Zahl der Menschen mit Demenz in Berlin könnte von heute rund 51.500 auf gut 92.000 im Jahr 2060 steigen. Das zeigt eine Prognose des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) in Kooperation mit den Universitäten Rostock, Trier und Köln. Die Prognose zeigt auch: eine bessere Prävention könnte den Anstieg deutlich bremsen.

Die Prognose geht von einer steigenden Lebenserwartung in Berlin aus, und damit wird laut Basisszenario der Studie auch bis 2060 die Zahl der Menschen mit Demenz steigen. Entscheidend ist jedoch, wie sich die Neuerkrankungsrate entwickelt. Sinkt sie durch bessere Prävention Prävention bezeichnet gesundheitspolitische Strategien und Maßnahmen, die darauf abzielen,… langfristig um ein bis zwei Prozent pro Jahr, lägen die Fallzahlen im Jahr 2060 je nach Szenario zwischen rund 45.300 und 66.100 an Demenz erkrankten Menschen. Nach heutigem Forschungsstand hängt ein großer Teil der Demenzerkrankungen mit veränderbaren Risikofaktoren zusammen.

 

„Demenz ist nicht ausschließlich Schicksal. Regelmäßige Bewegung, gute soziale Kontakte, eine ausgewogene Ernährung und gut behandelte Risikoerkrankungen wie Bluthochdruck, Diabetes oder Hörverlust können dazu beitragen, dass das Gehirn gesund altert“, sagt Anne Kaeks, Leiterin der AOK Die AOK hat mit mehr als 20,9 Millionen Mitgliedern (Stand November 2021) als zweistärkste Kassenart… Pflege Kann die häusliche Pflege nicht im erforderlichen Umfang erbracht werden, besteht Anspruch auf… Akademie. „Für Familien, die bereits betroffen sind, braucht es gut erreichbare Unterstützung im Alltag: Beratung, die Orientierung gibt, Schulungen, die Sicherheit im Umgang mit der Erkrankung vermitteln und Entlastungsangebote, die tatsächlich vor Ort nutzbar sind.“ Die AOK Pflege Akademie bietet Demenz-Pflegekurse und häusliche Einzelschulungen in Kooperation mit der Alzheimer Angehörigen-Initiative an.

Nur noch 30 Menschen im Erwerbsalter pro Demenzfall

Mit steigender Lebenserwartung geht laut Prognose auch der Anteil der Menschen im Erwerbsalter zurück. Im Jahr 2020 kamen in Berlin rechnerisch rund 45 Personen im Alter von 20 bis 65 Jahren auf einen Menschen mit Demenz. Im Basisszenario wären es 2060 nur noch rund 14. Selbst im günstigsten Präventionsszenario wären es nur noch rund 30. In Zukunft gibt es also weniger Menschen im erwerbsfähigen Alter, die einen Demenzkranken versorgen können.

„Berlin sollte die Demenzversorgung verbindlicher machen und die bezirklichen Netzwerke besser miteinander verzahnen“, sagt Anne Kaeks. „An- und Zugehörige brauchen verlässliche Beratung, niedrigschwellige Unterstützung und Entlastung für pflegender An- und Zugehörige sowie demenzfreundliche Angebote vor Ort. Wer möchte, dass Menschen mit Demenz länger gut und würdevoll in ihrem vertrauten Umfeld leben können, muss diese Strukturen dauerhaft stärken.“

Hintergrund: Die Prognosen basieren auf einem kleinräumigen Modell, das demografische Entwicklung und Demenzkennzahlen verbindet. Die Autorinnen und Autoren arbeiten mit einer eng gefassten Falldefinition; die Werte sind daher eher konservative Schätzungen.

Die Leiterin der AOK Pflege Akademie Anne Kaeks erklärt, warum eine steigende Zahl von Menschen mit Demenz besonders ländliche Regionen herausfordert, welche Unterstützung pflegende Angehörige wirklich entlastet – und warum Prävention früher anfangen muss.
Veröffentlicht am 15.06.2026

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Pressesprecher

Dirk Becker

AOK Nordost