Lage der GKV weiterhin angespannt
Der Trend des Jahres 2025 setzt sich auch im ersten Quartal des Jahres 2026 fort. Leichte Überschüsse in der Bilanz der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) überdecken die Ausgabendynmik der vergangenen Monate.
Die Verbände der unterschiedlichen Kassenarten Die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) ist in folgende Kassenarten gegliedert: Allgemeine… meldeten für das erste Quartal 2026 leichte Überschüsse von insgasamt 1,3 Milliarden Euro. Einnahmen von 94,4 Milliarden Euro standen Ausgaben in Höhe von 93,1 Milliarden Euro gegenüber. Das sei angesichts des ungebrochenen Ausgabenanstiegs „keine Entwarnung, sondern eher ein Alarmsignal“, kommentierte der stellvertretende Vorstandsvorsitzende des AOK Die AOK hat mit mehr als 20,9 Millionen Mitgliedern (Stand November 2021) als zweistärkste Kassenart… -Bundesverbandes, Jens Martin Hoyer, die vorläufigen Finanzergebnisse (KV45). Bei den AOKs stiegen die Leistungsausgaben von Januar bis März um knapp acht Prozent, der Verband der Ersatzkassen Ersatzkassen waren ursprünglich privatrechtlich organisierte Versicherungsvereine auf… (Vdek) meldete ein Plus von 7,5 Prozent, bei den Betriebskrankenkassen Der Arbeitgeber kann für einen oder mehrere Betriebe eine Betriebskrankenkasse (BKK) errichten, wenn… (BKK) waren es neun Prozent und bei den Innungskrankenkassen Eine oder mehrere Handwerksinnungen können für die Betriebe der Mitglieder, die in einer… (IKK) sogar zehn Prozent. Der AOK-Überschuss von rund 206 Millionen Euro gehe allein auf die zu Jahresbeginn angehobenen Zusatzbeitragssätze zurück, erläuterte Hoyer.
Bundesgesundheitsministerin Nina Warken kommt zu einer ähnlichen Einschätzung. „Die Finanzergebnisse für das ertse Quartal unterstreichen die extrem angespannte Lage in der gesetzlichen Krankenversicherung. Die Ausgaben steigen nahezu doppelt so stark wie die Einnahmen“, sagte die Ministerin. Der GKV-Schätzerkreis beim Bundesamt für Soziale Sicherung Das Bundesamt für Soziale Sicherung (BAS) ist eine selbstständige Bundesbehörde, die dem… (BAS) habe die „ungebrochene Ausgabenentwicklung“ in seiner Jahresprognose im Herbst vergangenen Jahres so nicht erwartet. Das Bundesgeunsheitsministerium (BMG) geht inzwischen von einer Finanzierungslücke im kommenden Jahr von insgesamt 19 Milliarden Euro aus, drei Milliarden mehr als das GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz (BStabG) ursprünglich einbringen sollte.
Das vorläufige Finanzergebnis im ersten Quartal 2026 nach Kassenarten
- AOK: 206 Millionen Euro
- Ersatzkassen: 567 Millionen Euro
- Betriebskrankenkassen: 312 Millionen Euro
- Innungskrankenkassen: 120 Millionen Euro
- Knappschaft Die Deutsche Rentenversicherung Knappschaft-Bahn-See fungiert als Renten-, Kranken- und… -Bahn-See: 84 Millionen Euro
- Landwirtschaftliche Krankenversicherung (außerhalb RSA): 18 Millionen Euro
Mit 8,0 Prozent stiegen die Leistungsausgaben weiterhin deutlich über dem langfristigen Durchschnitt. Die Krankenhausbehandlungen (+9,3 Prozent), die medizinische Behandlungspflege (+11,2 Prozent), Heilmittelverordnungen (+10,2 Prozent) sowie Vorsorge Für die medizinische Vorsorge und die Rehabilitation gilt der Grundsatz ambulant vor stationär – das… - und Rehabilitationsleistungen (+10,4 Prozent) schlagen nach Angaben des BMG noch einmal überdurchschnittlich zu Buche. Der Klinikbereich bleibt der größte Ausgabenblock und ein erheblicher Kostentreiber. 29,8 Milliarden gaben die Krankenkassen Die 93 Krankenkassen (Stand: 01.01.26) in der gesetzlichen Krankenversicherung verteilen sich auf… bereits in den ersten drei Monaten des Jahres 2026 für stationäre Behandlungen aus. 111,4 Milliarden waren es im gesamten Jahr 2025. Die mit dem Gesetz zur Befugniserweiterung und Entbürokratisierung in der Pflege Kann die häusliche Pflege nicht im erforderlichen Umfang erbracht werden, besteht Anspruch auf… (BEEP) Ende vergangenen Jahres verabschiedete Begrenzung der Anstiege der Landesbasisfallwerte sowie der Budgets psychiatrischer und psychosomatischer Krankenhäuser zeigten bisher kaum Wirkung.
Die sächlichen Verwaltungskosten Die allgemeinen Verwaltungskosten des deutschen Gesundheitswesens betrugen 2020 nach Angaben des… der Krankenkassen (-1,9 Prozent) als auch die persönlichen Verwaltungskosten (+3,3 Prozent) entwickelten sich hingegen laut Ministerium im Vergleich zu den Leistungsausgaben im bisherigen Verlauf des Jahres 2026 unterdurchschnittlich. Mehr noch: „Mit einem Zuwachs von durchschnittlich 2,5 Prozent pro Jahr seit 2013 liegen die Zuwächse bei den Verwaltungskosten in der Regel deutlich unterhalb der Zuwächse der beitragspflichtigen Einnahmen (durchschnittlich + 4,2 Prozent pro Jahr), so dass die Verwaltungsausgaben nicht zum Aufwachsen der strukturellen Lücke zwischen Ausgaben- und Einnahmenwachstum in der gesetzlichen Krankenversicherung beitragen“, konstatiert das BMG.
Ausgaben der GKV im 1. Quartal 2025 in ausgewählten Bereichen
| Ausgaben in Milliarden Euro | Veränderungsrate GKV* | Veränderungsrate AOK* | |
| Ärztliche Behandlung | 14,390 | 7,3 | 7,3 |
| Zahnärztliche Behandlung | 3,975 | 6,0 | 5,2 |
| Zahnersatz | 1,041 | 1,2 | -0,6 |
| Arzneimittel | 15,189 | 6,4 | 6,9 |
| Hilfsmittel | 3,160 | 4,6 | 5,0 |
| Heilmittel | 3,867 | 10,2 | 9,0 |
| Krankenhaus | 29,787 | 9,4 | 8,9 |
| Krankengeld | 5,905 | 6,8 | 6,7 |
| Fahrkosten | 2,815 | 9,3 | 9,4 |
| Vorsorge- und Reha-Maßnahmen | 1,333 | 9,1 | 9,5 |
| Schutzimpfungen | 0,908 | 9,8 | 10,1 |
| Schwangerschaft/Mutterschaft ohne stationäre Entbindung | 0,393 | 2,8 | 2,4 |
| Medizinische Behandlungspflege | 3,162 | 11,3 | 11,5 |
| Nettoverwaltungskosten | 3,233 | 7,7 | 7,5 |
*Veränderungsrate je Versicherter gegenüber 2025
Quelle: BMG, KV45-Zahlen, 19.06.26