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Fachleute untermauern Wirksamkeit einer Zuckersteuer

20.04.2026 2 Min. Lesedauer

Eine Steuer auf Süßgetränke ist laut Fachleuten ein wirksames Instrument zur Prävention von Übergewicht und Adipositas. Zu diesem Schluss kommt eine heute veröffentlichte wissenschaftliche Stellungnahme, die mehr als 40 Expertinnen und Experten unterzeichnet haben. Hintergrund für das Papier zur Evidenz einer Zuckersteuer ist laut Verfasser die kontroverse Diskussion darüber. Diese habe sich aktuell durch den Vorschlag der Finanzkommission Gesundheit verstärkt, solch eine Abgabe einzuführen. Trotz vorliegender Belege würden „in der aktuellen politischen Debatte vereinzelt Zweifel an der Wirksamkeit von Süßgetränkesteuern für die Adipositasprävention geäußert“, schreiben die Autoren.

Die Einführung einer derartigen Lenkungssteuer ist eine der insgesamt 66 Empfehlungen der Finanzkommission, um Krankheitskosten zu verringern und die Krankenkassenbeiträge stabil zu halten. Bei der politischen Entscheidung über die Erhebung einer Zuckersteuer spiele die wissenschaftliche Evidenz für ihre Wirksamkeit in der Prävention eine zentrale Rolle, so die Fachleute in ihrem Papier. Sie unterstreichen, dass die negativen gesundheitlichen Wirkungen eines regelmäßigen Konsums von Süßgetränken „wissenschaftlich eindeutig belegt“ seien. Süßgetränkesteuern seien daher „wirksame Instrumente“, um den Süßgetränkekonsum und die Zuckeraufnahme aus Softdrinks zu reduzieren. Immer mehr Studien zeigten „direkt eine Verringerung oder eine Verlangsamung des Anstiegs von Übergewicht und Adipositas durch Süßgetränkesteuern“.

Mehr als 100 Länder weltweit, darunter viele EU-Staaten, hätten bereits eine Zuckersteuer. Dadurch sei hier der Konsum ungesunder Softdrinks zurückgegangen. Der Anstieg an künstlichen Süßstoffen als Ersatz sei demgegenüber moderat. Die Wirksamkeit der Steuer hänge von der Ausgestaltung ab. Ein Steuersatz in Höhe von mindestens 20 Prozent des durchschnittlichen Einzelhandelspreises von Süßgetränken wird laut Experten empfohlen, „um gesundheitlich relevante Effekte zu erzielen“.

Um den Trend einer weltweiten Zunahme von Adipositas durch zuckerhaltige Softdrinks umzukehren, empfehlen die Fachleute neben einer Steuer eine umfassende Strategie. Dazu zählten: bessere Verpflegungs- und Bewegungsangebote in Kitas und Schulen, eine Mehrwertsteuerbefreiung für Obst und Gemüse, eine Begrenzung von an Kinder gerichtete Werbung für ungesunde Lebensmittel sowie eine stärkere Förderung des Breitensports.

Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) hatte sich zuletzt offen für eine Zuckersteuer gezeigt. Eine Bundesratsinitiative Schleswig-Holsteins befindet sich derzeit zur Beratung in den Ausschüssen. (imo)

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