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Zahl der Praxisärzte gestiegen – Teilzeittrend ungebrochen

12.03.2026 2 Min. Lesedauer

Die Zahl der Praxisärzte in Deutschland hat im vergangenen Jahr leicht zugenommen. Laut der heute veröffentlichten Statistik der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) stieg die Zahl der Mediziner in der vertragsärztlichen Versorgung im Jahr 2025 verglichen mit dem Vorjahr um 0,7 Prozent. Bei den Hausärztinnen und Hausärzten betrug der Zuwachs 0,6 Prozent und bei den Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten 3,7 Prozent. Gleichzeitig ist der Trend zur Teilzeitarbeit ungebrochen. „Die zur Verfügung stehende Arztzeit bleibt begrenzt“, mahnte KBV-Chef Andreas Gassen. Gerade junge Ärzte tendierten zur Teilzeit.

Laut KBV-Statistik lag die Zahl der niedergelassenen Ärzte Ende 2025 bei 155.678 und die der Psychotherapeuten bei 36.197. Gut 47 Prozent der Niedergelassenen waren weiblich. Der Frauenanteil bei den Psychotherapeuten lag bei 78 Prozent. Von den insgesamt 191.875 Ärzten und Psychotherapeuten in der Versorgung arbeiteten mehr als 70.000 in Teilzeit. Bei den Praxisärzten waren 98.447 in Vollzeit tätig, zwölf Prozent weniger als vor zehn Jahren. Eine reduzierte Stundenzahl hatten 45.795 Mediziner – laut KBV ein Plus von 135 Prozent gegenüber 2015. Neben der Teilzeit wird auch die Anstellung als Arbeitsmodell beliebter. Knapp 60.000 Ärzte und Psychotherapeuten waren 2025 angestellt, während 122.903 in der eigenen Praxis tätig waren. Das Durchschnittsalter lag bei 53,9 Jahren. 

„Arztpraxen sind keine beliebig verfügbare Ressource“, betonte Gassen. Die überwiegende Mehrheit der Kolleginnen und Kollegen seien weiter gern in der eigenen Niederlassung tätig. Doch wenn sich der Trend zur Teilzeit unverändert fortsetze, würde 2039 nur noch eine Minderheit Vollzeit arbeiten. In den kommenden 20 Jahren würden etwa 25.000 in Vollzeit tätige Ärztinnen und Ärzte aus der ambulanten Versorgung ausscheiden. Um diese Kapazität auf Teilzeitbasis zu ersetzen, bräuchte es rund 50.000 Ärztinnen und Ärzte. Die Politik müsse deshalb für attraktive Rahmenbedingungen sorgen. 

Auf Deutschlands Bevölkerung bezogen entfielen 2025 auf 100.000 Einwohner im Schnitt 230 niedergelassene Ärzte und Psychotherapeuten. Allerdings gab es bei der Versorgung starke regionale Unterschiede. So hatte der Stadtstaat Hamburg die höchste Dichte mit 315 Ärzten und Psychotherapeuten pro 100.000 Einwohner, am unteren Ende lag Brandenburg mit 199 Ärzten und Psychotherapeuten pro 100.000 Einwohner. 

Baden-Württembergs Gesundheitsminister Manne Lucha machte sich für eine sektorenübergreifende Primärversorgung stark. „Nur so kann die bedarfsgerechte medizinische Versorgung langfristig gesichert werden“, sagte der Grünen-Politiker. Er reagierte damit auf die Hausarztdichte in seinem Bundesland: Mit knapp 64 Hausärzten auf 100.000 Einwohner liegt Baden-Württemberg bundesweit auf dem vorletzten Platz. Spitzenreiter ist Mecklenburg-Vorpommern mit knapp 77 Hausärzten pro 100.000 Einwohner. (at)  

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