Kältewelle bringt Gesundheitsgefahren mit sich
Der Kälteeinbruch in Deutschland führt zu vermehrten Atemwegsinfektionen, Glätteunfällen und birgt tödliche Gefahren besonders für Wohnungslose. Nach einem Rückgang der Infekte während der Feiertage stiegen diese zum Jahresstart laut Robert-Koch-Institut (RKI) wieder an. Demnach litten in der ersten Jahreswoche fünf Millionen Menschen an einer Atemwegserkrankung. Sozialverbände fordern für Obdachlose einen besseren Schutz vor den eisigen Temperaturen. „Kommunen und Länder müssen umgehend zusätzliche Kältehilfen schaffen, Notunterkünfte niedrigschwellig zur Verfügung stellen und auf ordnungsbehördliche Verdrängung konsequent verzichten“, sagte Joachim Rock, Geschäftsführer des Paritätischen Gesamtverbands, dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“ (RND).
Rock betonte, die kurzfristigen Hilfen dürften aber nicht den Blick darauf verstellen, dass Wohnungslosigkeit nur durch eine konsequente Wohnungs- und Sozialpolitik überwunden werden könne. Der Deutsche Wetterdienst warnt weiterhin vor Frost sowie vor teils unwetterartigen Schneefällen am morgigen Freitag. Erhebungen belegen, dass weitaus mehr Menschen an den Folgen von Kälte sterben als durch Hitzewetter. Eine Lancet-Studie ergab, dass jährlich im Schnitt von mehr als fünf Millionen Toten durch ungünstige Temperaturen die meisten bei Kälte starben und weniger als ein Zehntel bei Hitze.
Der aktuelle Bericht des RKI zeigt, dass die Zahl der Arztbesuche aufgrund von Atemwegserkrankungen in der ersten Woche des neuen Jahres wieder gestiegen ist, sich aber noch auf einem niedrigen Niveau befand. Im stationären Bereich erhöhte sich die Zahl schwerer akuter respiratorischer Infektionen vor dem Jahreswechsel leicht und blieb danach auf einem moderaten Niveau. Die Abwasserwerte wiesen in den vergangenen Wochen einen Anstieg der aggregierten Influenza A-Viruslast und der RSV-Last. Bei Sars-Cov-2 gab es über den Jahreswechsel hingegen keinen eindeutigen Trend. Der Rückgang während der Feiertage lässt sich laut RKI durch geänderte Praxisöffnungszeiten und weniger Arztbesuche erklären. In der ersten Woche 2026 gab es rund 820.000 Arztbesuche wegen akuter Atemwegsinfekte.
Eis und Schnee belasten die Kliniken in mehrfacher Hinsicht. „Die aktuelle Wetterlage führt zu einem deutlichen Anstieg der Patientenzahlen in den Notaufnahmen“, sagte der Chef der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG), Gerald Gaß, dem RND. Gleichzeitig komme es vermehrt zu Atemwegserkrankungen, sowohl bei Patienten als auch bei Mitarbeitenden. Auch Parteipläne durchkreuzt die Wetterwarnlage. Die CDU hat die Klausurtagung ihres Bundesvorstandes in Mainz für Freitag und Samstag laut Nachrichtenagentur AFP vorsorglich abgesagt. Geplant waren demnach auch Beschlüsse zur Reform des Sozialstaates. (imo)
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