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Fehlzeiten 2025: Langzeiterkrankungen bleiben der Treiber

16.03.2026 2 Min. Lesedauer

Die krankheitsbedingten Fehlzeiten von AOK-versicherten Beschäftigten sind 2025 leicht zurückgegangen. Laut einer Analyse des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) bleibt das Niveau dennoch hoch. Eine Rolle spielt die seit 2022 vollständigere Erfassung kurzer Erkrankungen durch die elektronische Krankschreibung (eAU). Gleichzeitig verursachen vor allem Langzeiterkrankungen – zunehmend auch psychische Krankheiten – einen großen Teil der Ausfallzeiten.

AOK-versicherte Beschäftigte waren 2025 im Durchschnitt 23,3 Tage krankgeschrieben. Damit liegen die Fehlzeiten etwas unter dem Vorjahr (23,9 Tage) und rund einen Tag unter dem bisherigen Höchststand von 2022 (24,5 Tage). Der WIdO-Analyse zufolge hängt das seit 2022 hohe Niveau vor allem mit der Einführung der eAU zusammen. Seitdem werden Krankmeldungen automatisch von Arztpraxen an die Krankenkassen übermittelt. Dadurch werden insbesondere kurzzeitige Erkrankungen vollständiger erfasst. „Die Einführung der elektronischen Krankschreibung im Jahr 2022 hat bei den beruflichen Fehlzeiten zu einer bemerkenswerten Niveau-Verschiebung nach oben geführt“, sagte WIdO-Geschäftsführer Helmut Schröder.

Eine Modellrechnung des WIdO verdeutlicht diesen statistischen Effekt: Wären die Entwicklungen der Jahre 2016 bis 2019 fortgeschrieben worden, hätte das Jahr 2025 rechnerisch nur etwa 20,8 Fehltage ergeben – rund 2,5 Tage weniger als tatsächlich gemessen. Besonders deutlich zeigt sich der Unterschied bei kurzfristigen Erkrankungen. Während 2016 noch 6,7 Fehltage auf Erkrankungen bis zu 14 Tagen entfielen, waren es 2022 bereits 10,1 und 2025 durchschnittlich 9,1 Tage. „Der starke Anstieg der Fehlzeiten wegen Kurzzeit-Erkrankungen ist ein Hinweis darauf, dass wir heute viele Fälle erfassen, die früher nicht gemeldet wurden“, betonte Schröder. Besonders häufig lägen solchen Krankschreibungen akute Atemwegsinfektionen zugrunde.

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Langzeiterkrankungen prägen laut WIdO zugleich weiterhin die Fehlzeiten. Fälle mit einer Dauer von mehr als sechs Wochen machen demnach zwar nur 3,3 Prozent der Krankmeldungen aus, verursachen aber über 40 Prozent aller Fehltage. Neben Muskel-Skelett-Erkrankungen trieben vor allem psychische Erkrankungen die langfristigen Ausfälle. Die entsprechenden Arbeitsunfähigkeitstage seien zwischen 2016 und 2025 deutlich gestiegen. Mit durchschnittlich 28,5 Arbeitsunfähigkeitstagen je Fall führen nach WIdO-Angaben psychische Erkrankungen zudem zu den längsten Ausfallzeiten. „Hier kann die betriebliche Gesundheitsförderung Ansätze bieten, um die Widerstandsfähigkeit und psychische Belastbarkeit von Beschäftigten zu stärken“, so der WIdO-Geschäftsführer. Für die Analyse wertete das WIdO die Daten von rund 14,9 Millionen erwerbstätigen AOK-Versicherten aus. (sr)

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