WHO: Vier von zehn Krebsfällen wären vermeidbar
Bis zu 40 Prozent aller neuen Krebserkrankungen weltweit ließen sich verhindern. Das geht aus einer Analyse der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und ihrer Krebsforschungsagentur IARC zum heutigen Weltkrebstag hervor. Für die Auswertung erhob die WHO Daten aus 185 Ländern zu 36 Krebsarten. Demnach waren 2022 rund 7,1 Millionen Neuerkrankungen auf vermeidbare Ursachen zurückzuführen.
Laut WHO entfallen 37 Prozent aller neu aufgetretenen Krebsfälle auf beeinflussbare Risikofaktoren. An erster Stelle steht der Tabakkonsum, der für rund 15 Prozent aller Neuerkrankungen verantwortlich ist. Es folgen Infektionen mit krebsauslösenden Erregern wie Humanen Papillomviren oder Helicobacter pylori mit etwa zehn Prozent sowie Alkoholkonsum mit drei Prozent. Auch ein hoher Body-Mass-Index, Bewegungsmangel, Luftverschmutzung und UV-Strahlung zählen zu den relevanten Faktoren.
Die Studie zeigt zudem deutliche Unterschiede zwischen Geschlechtern und Weltregionen. Während bei Männern global 45 Prozent der Krebsfälle auf vermeidbare Ursachen zurückgehen, liegt der Anteil bei Frauen bei 30 Prozent. Besonders hoch ist die verhinderbare Krebsbelastung bei Männern in Ostasien, während sie in Lateinamerika und der Karibik vergleichsweise niedrig ausfällt. Bei Frauen reicht die Spannweite von 24 Prozent in Nordafrika und Westasien bis zu 38 Prozent in Subsahara-Afrika. Diese Unterschiede spiegeln unter anderem regionale Unterschiede in Lebensstil, Umweltbelastungen, Infektionsraten und Präventionspolitik, so die WHO.
Neben verhaltens- und umweltbedingten Risiken spielen auch Gefahren am Arbeitsplatz eine Rolle. So sterben in der Europäischen Union nach Angaben der Initiative „Stop Carcinogens at Work“ jährlich mehr als 100.000 Menschen an Krebs, weil sie im Job krebserregenden Stoffen ausgesetzt waren. Branchen wie Bauwesen, Industrie, Landwirtschaft und Gesundheitswesen seien besonders betroffen. Die Initiative – ein Zusammenschluss aus Regierungen, Behörden, Arbeitgeber- und Gewerkschaftsorganisationen sowie EU-Institutionen – fordert eine konsequentere Reduzierung der Belastung durch Kanzerogene am Arbeitsplatz, um berufsbedingte Krebserkrankungen zu vermeiden. Dazu zählen technische und organisatorische Maßnahmen. (fb)
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