WHO sieht wegen Ebola keinen Grund für Reisebeschränkungen
Trotz der weiter zunehmenden Zahl an Ebola-Erkrankungen in der Demokratischen Republik Kongo und in Uganda sieht der Notfallausschuss der Weltgesundheitsorganisation WHO keinen Grund für Reisebeschränkungen. Das Virus werde durch direkten Kontakt mit Blut und Körperflüssigkeiten übertragen, sagte die Vorsitzende des Ausschusses unabhängiger Experten, Lucille Blumberg, bei einer Pressekonferenz zur Begründung. Reisebeschränkungen seien „unter den Regularien der internationalen Gesundheitsvorschriften nicht empfohlen“. Sorge bereitet nach Worten von WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus die schnelle Ausbreitung des Fiebers. Es bestehe aber keine Pandemiegefahr.
Bisher gibt es nach WHO-Angaben fast 600 Ebola-Verdachtsfälle und 139 vermutete Ebola-Todesfälle. Zudem gehe die Organisation von einer hohen Dunkelziffer aus, sagte der WHO-Chef. Die Gesundheitsorganisation empfiehlt eine engmaschige Überwachung aller Infizierten und deren Kontakte. Im Kongo wurde die seltene Bundibugyo-Variante des Virus festgestellt, gegen die bisher noch kein zugelassener Impfstoff zur Verfügung steht. Deshalb hatte die WHO zuvor eine Notlage internationaler Reichweite ausgerufen.
In der Nacht auf Mittwoch wurde ein mit Ebola infizierter US-Staatsbürger in die Berliner Charité aufgenommen und wird dort in der Sonderisolierstation behandelt. Dazu seien mit allen beteiligten Akteuren entsprechende Vorkehrungen getroffen worden, so das Bundesgesundheitsministerium, ohne genauere Angaben zu machen. Die Charité teilte mit, sie äußere sich zum jetzigen Zeitpunkt nicht zum Gesundheitszustand des Patienten. Ärztinnen, Ärzte und Pflegekräfte konzentrierten sich auf die medizinische Diagnostik und Versorgung.
Bundesgesundheitsministerin Nina Warken schätzt das Ebola-Risiko für Deutschland als sehr gering ein. Der Gesundheitsnotstand diene vor allem dazu, die Behörden in den betroffenen afrikanischen Ländern zu unterstützen, sagte die CDU-Politikerin in der ARD. Das Auswärtige Amt hat wegen Ebola eine Teilreisewarnung für bestimmte Regionen des Kongo herausgegeben. (ter)
Datenschutzhinweis
Ihr Beitrag wird vor der Veröffentlichung von der Redaktion auf anstößige Inhalte überprüft. Wir verarbeiten und nutzen Ihren Namen und Ihren Kommentar ausschließlich für die Anzeige Ihres Beitrags. Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht, sondern lediglich für eventuelle Rückfragen an Sie im Rahmen der Freischaltung Ihres Kommentars verwendet. Die E-Mail-Adresse wird nach 60 Tagen gelöscht und maximal vier Wochen später aus dem Backup entfernt.
Allgemeine Informationen zur Datenverarbeitung und zu Ihren Betroffenenrechten und Beschwerdemöglichkeiten finden Sie unter https://www.aok.de/pp/datenschutzrechte. Bei Fragen wenden Sie sich an den AOK-Bundesverband, Rosenthaler Str. 31, 10178 Berlin oder an unseren Datenschutzbeauftragten über das Kontaktformular.