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Ampel will Anwerben von Fachkräften weiter erleichtern

26.02.2024 2 Min. Lesedauer

Bundesarbeitsminister Hubertus Heil will weitere bürokratische Hürden abbauen, um mehr Fachkräfte aus dem Ausland zu gewinnen. Dazu gehöre die vollständige Digitalisierung der Visaverfahren bis Anfang nächsten Jahres, sagte der SPD-Politiker in der ARD. Deutschland benötige eine umfassende Rekrutierungsstrategie, forderte Heil. Darum ging es heute bei einem Fachkräftekongress seines Ministeriums in Berlin mit mehr als 700 Teilnehmenden aus Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Zivilgesellschaft. Eingebunden waren auch Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne), Bundesbildungsministerin Bettina Stark-Watzinger (FDP) und Bundesfamilienministerin Lisa Paus (Grüne). Der AOK-Bundesverband forderte mit Blick auf den Fachkräftemangel im Gesundheitswesen einen verantwortungsvolleren Umgang mit den Beschäftigten.

„Fachkräftesicherung ist Wohlstandssicherung“, sagte Heil beim Kongress. Dazu müsse Deutschland alle Potenziale nutzen. Es gehe dabei insbesondere um eine höhere Erwerbsbeteiligung von Frauen, von älteren Beschäftigten und auch von Menschen mit Behinderungen. „Und es geht auch darum, kluge Köpfe und helfende Hände aus dem Ausland für Deutschland zu gewinnen“, so der Arbeitsminister. Habeck forderte diesbezüglich „ein unkompliziertes Integrationsmanagement für ausländische Fachkräfte“. Dazu gebe es in vielen Unternehmen bereits neue Ansätze und Konzepte, die es auszutauschen gelte. Die Bundesregierung werde „die neuen Regelungen zur Fachkräfteeinwanderung bürokratiearm gestalten“. Das von der Ampel im vergangenen Jahr auf den Weg gebrachte neue Einwanderungsgesetz ist im November in Kraft getreten. Einzelne Regelungen greifen allerdings erst ab März und Juni dieses Jahres.

„Das deutsche Gesundheitswesen geht allzu fahrlässig mit seinen hochqualifizierten Fachkräften in Praxen, Krankenhäusern, im Rettungsdienst sowie in Apotheken um“, bemängelte die Vorstandsvorsitzende des AOK-Bundesverbandes, Carola Reimann. Nicht nur Demografie und medizinischer Fortschritt trieben den Behandlungsbedarf, sondern auch veraltete Versorgungsstrukturen. „Auch deshalb brauchen wir schleunigst eine tiefgreifende Krankenhaus- und Notfallreform, die für eine bessere Allokation der verfügbaren Arbeitskräfte sorgt und das Personal in den Kliniken wirklich entlastet. Das könnte den Fachkräftemangel in diesem Bereich deutlich lindern“, betonte Reimann. Sie verwies auf Ergebnisse des vom Wissenschaftlichen Institut der AOK herausgegebenen Krankenhaus-Reports 2023. Danach könne auch eine konsequente Ambulantisierung von Operationen und Behandlungen das Personal in den Kliniken deutlich entlasten. (toro)

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