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Klimakrise: Experten warnen vor „globaler Epidemie“ an Immunleiden

05.04.2024 3 Min. Lesedauer

Kurz vor dem Weltgesundheitstag 2024 an diesem Sonntag haben Experten vor einer „globalen Epidemie“ von Immunerkrankungen als Folge des Klimawandels gewarnt. Weltweit drohe ein Anstieg etwa von Asthma, Allergien oder Rheuma, aber auch Krebs, schrieb eine Gruppe von 27 internationalen Wissenschaftlern im Fachjournal „Frontiers in Science“. Die globale Erwärmung erhöhe zahlreiche Umweltstressoren, die das Immunsystem reizen und fehlsteuern könnten. Bereits seit Jahren sei eine Zunahme entsprechender Erkrankungen zu beobachten.

Mit dem Klimawandel steigt den Wissenschaftlern zufolge die Belastung etwa durch Pollen, Brände, Sandstürme oder Überflutungen und damit die Luft- und Bodenverschmutzung. Auch Hitzewellen setzten dem Immunsystem zu. Zugleich schwäche der Verlust an Biodiversität auch die Immunabwehr des Menschen etwa im Darm. Die Experten forderten zügige Maßnahmen, um die Klimakrise und ihre Folgen abzumildern.
 
Auch in Deutschland nimmt die Krankheitslast durch Autoimmunerkrankungen wie Morbus Crohn, Psoriasis und rheumatoider Arthritis zu. Die Zahl der Betroffenen wird auf vier Millionen geschätzt. Laut Gesundheitsatlas des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) leiden zudem 3,6 Millionen Menschen an Asthma. Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) kündigte an, im Sommer erneut einen Hitzeschutzplan aufzulegen. Ein breites Bündnis aus Kassen, Ärzten und Kliniken rief für den 5. Juni zudem zu einem Hitzeaktionstag auf: „Hitze ist das größte durch den Klimawandel bedingte Gesundheitsrisiko in Deutschland“, heißt es in dem Appell.
 
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) schätzt, dass weltweit 13 Millionen Todesfälle auf vermeidbare Umweltursachen wie die Klimakrise zurückzuführen sind. Der seit 1954 begangene Weltgesundheitstag steht dieses Jahr unter dem Motto „My health, my right“. Konflikte, Klimakrise und Ungleichheit bedrohten dieses Recht, warnte WHO-Menschenrechtsexpertin Pauliina Nykänen-Rettaroli. Sie appellierte an die Länder, Gesundheit in allen Feldern mitzudenken: „Besteuert Tabak, Zucker und Alkohol; eliminiert Transfette; stoppt Hilfen für fossile Brennstoffe; sichert anständige Arbeitsbedingungen für Gesundheits- und Pflegekräfte.“
 
Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi warnte vor einer wachsenden Kommerzialisierung des Gesundheitsmarktes. Die Versorgung müsse unabhängig vom Einkommen garantiert sein. Das „Bündnis der gesetzlichen Krankenversicherung für Gesundheit“ und Special Olympics Deutschland (SOD) machten sich für einen besseren Zugang von Menschen mit Beeinträchtigungen zur Versorgung stark. (cm)

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