ePA soll „Dreh- und Angelpunkt“ in der Versorgung werden
Die Bundesregierung möchte die Potenziale der Digitalisierung im Gesundheitswesen und in der Pflege deutlich stärker nutzen und treibt dafür ihre Digitalisierungsstrategie weiter voran. Dabei sollen vor allem die Handlungsfelder digitale Versorgungsprozesse, das Generieren und Nutzen von Daten sowie die Verlässlichkeit der technischen Systeme im Hintergrund eine Rolle spielen. Die elektronische Patientenakte (ePA) solle zum „Dreh- und Angelpunkt“ in der Gesundheitsversorgung der Menschen werden, betonte Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) am Mittwoch bei der Vorstellung der Strategie in Berlin. Ziel sei, die Zahl der aktiven Nutzerinnen und Nutzer von derzeit vier auf 20 Millionen bis Ende 2030 zu erhöhen.
Dafür sollen, so die Ministerin, weitere Anwendungen wie die digitale Ersteinschätzung, eine digitale Terminvermittlung und elektronische Überweisungen, genauso wie digitale Impfbücher in die ePA eingebunden und ein „spürbarer Mehrwert“ für die Versicherten geschaffen werden. Die ePA solle zwar die „zentrale Quelle“ des Zugangs zum Primärversorgungssystem werden, dennoch solle die Möglichkeit eines „klassischen Besuchs“ beim Hausarzt für bestimmte Patientengruppen nicht ausgeschlossen werden.
Den angekündigten Ausbau der ePA begrüßte Jens Martin Hoyer, stellvertretender Vorstandsvorsitzender des AOK-Bundesverbandes, zwar als den „richtigen Weg“, mahnte aber an, dass die Zugangshürden für die Versicherten „dringend abgebaut“ werden müssten, um eine aktive Nutzung zu ermöglichen. Das könne der Akzeptanz einen „entscheidenden Schub“ geben.
Ein weiterer Schwerpunkt der weiterentwickelten Digitalisierungsstrategie liegt in der Nutzung des Potenzials Künstlicher Intelligenz (KI). „Sie soll in Zukunft da eingesetzt werden, wo sie die Qualität der Behandlung erhöht“, kündigte Warken an und nannte vor allem die KI-gestützte Dokumentation als großen Bereich, in dem Effizienzgewinne zu erwarten seien. Daneben soll auch die Nutzung von Gesundheitsdaten weiter ausgebaut werden. Der Zugang zu Gesundheits- und Pflegedaten für die grenzüberschreitende Versorgung und Forschung soll erleichtert sowie das Forschungsdatenzentrum Gesundheit (FDZ) an den neuen Europäischen Gesundheitsdatenraum (EHDS) angebunden werden.
Einen dritten Schwerpunkt, sieht das BMG in einer stabilen Telematikinfrastruktur (TI), deren Anfälligkeit für Störungen und Ausfälle verringert werden solle. Zudem soll die Rolle der Gematik durch „mehr Durchgriffsrechte“ gestärkt werden. Beim letzten Punkt erinnerte AOK-Vize Hoyer daran, dass auch gelten müsse: „Wer bezahlt, muss auch mitbestimmen dürfen“, und forderte eine Erhöhung der Gesellschaftsanteile des GKV-Spitzenverbandes an der Gematik. Noch im ersten Quartal dieses Jahres soll es einen Referentenentwurf geben, kündigte Warken an. (tie)
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