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Jeder Dritte beklagt lange Wartezeiten auf Facharzttermine

05.01.2026 2:30 Min. Lesedauer

Fast jeder dritte Versicherte ärgert sich über lange Wartezeiten für einen Termin beim Facharzt. Dies geht aus einer heute veröffentlichten Umfrage des Spitzenverbandes der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV-SV) hervor. Danach empfinden 30 Prozent der Befragten die Wartezeiten als zu lang, 36 Prozent als „noch akzeptabel“ und 34 Prozent als zufriedenstellend. Die GKV-SV-Vizevorsitzende Stefanie Stoff-Ahnis plädierte für die gesetzliche Einführung eines tagesaktuellen Onlineportals. „So ein Portal bringt mehr Transparenz“, sagte sie.

Der Umfrage zufolge wartet ein Viertel der Patientinnen und Patienten mehr als 30 Tage auf einen Termin bei Facharzt oder Fachärztin. Nur jeder Zweite gibt an, dass er innerhalb von zehn Tagen eine Facharztpraxis aufsuchen kann. Die Wartezeiten in der hausärztlichen Versorgung beurteilen hingegen nur 14 Prozent als unbefriedigend, 51 Prozent sind zufrieden. Der GKV-SV sieht dringenden Handlungsbedarf und fordert Reformen in der Primärversorgung. Dazu sollen unter anderem die Koordination der Patientenversorgung verbessert und der Zugang stärker gesteuert werden. Stoff-Ahnis wandte sich zudem gegen eine Bevorzugung privat Versicherter. Bei der Terminvergabe solle nicht mehr danach gefragt werden, „ob jemand gesetzlich oder privat versichert“ sei. 

„Das lange Warten auf einen Facharzttermin muss ein Ende haben“, sagte Niedersachsens Gesundheitsminister Andreas Philippi (SPD) der Deutschen Presse-Agentur. Ziel sei es, dass Haus- und Kinderärzte Patienten besser steuerten und an Fachärzte übermittelten – mit der Garantie, dass diese innerhalb von vier Wochen einen Termin bekämen, so der neue Vorsitzende der Gesundheitsministerkonferenz (GMK). Die schwarz-rote Regierung hatte sich in ihrem Koalitionsvertrag auf die Einführung eines Primärarztsystems verständigt. Damit sollen der Zugang zum Facharzt besser koordiniert und die Praxen entlastet werden.

Während in der Bevölkerung der Unmut über die langen Wartezeiten beim Facharzt wächst, stößt der Vorschlag für eine Kontaktgebühr von drei bis vier Euro für jeden Arztbesuch auf allgemeine Ablehnung. Einer Insa-Umfrage im Auftrag der „Bild“-Zeitung zufolge sprechen sich 61 Prozent dagegen aus, selbst wenn die Gebühr zu stabilen oder sinkenden Krankenkassenbeiträgen führe. Nur 32 Prozent sind für eine solche Abgabe, sieben Prozent der Befragten sind unentschieden. Der Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Andreas Gassen, hatte die Kontaktgebühr über die Weihnachtsfeiertage ins Gespräch gebracht. (at)

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