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Jeder zehnte Erwachsene erleidet Unfall binnen eines Jahres

20.05.2026 2 Min. Lesedauer

Unfälle sind in Deutschland laut Experten ein bedeutendes Gesundheitsproblem. Etwa jeder zehnte Erwachsene erleidet innerhalb von zwölf Monaten eine Unfallverletzung, die ärztlich versorgt wird. Das zeigen aktuelle Auswertungen des Robert-Koch-Instituts (RKI) aus dem Panel „Gesundheit in Deutschland“ 2024. Besonders häufig betroffen sind demnach junge Männer im Alter von 18 bis 29 Jahren: In dieser Gruppe lag die Zwölf-Monats-Prävalenz bei 15,1 Prozent. Bei Frauen zeigte sich ein u-förmiger Altersverlauf: Neben jungen Frauen waren besonders Frauen ab 80 Jahren häufig betroffen.

Die meisten Unfälle ereignen sich laut der im „Journal of Health Monotoring“ veröffentlichten Analyse im direkten Umfeld: 36 Prozent passierten zu Hause oder in der unmittelbaren Umgebung, etwa im Garten oder in der Garage. Jeweils etwa ein Viertel der letzten Unfälle entfiel auf Verkehr und Freizeit, 16 Prozent geschahen auf der Arbeit oder in der Bildungsstätte. Bei Frauen finden Unfälle deutlich häufiger zu Hause statt als bei Männern.

Der häufigste Unfallhergang sei der Sturz (30,4 Prozent), so das RKI. Wobei bei Frauen der Anteil der Stürze signifikant höher sei als bei Männern. Mit zunehmendem Alter nehme die Bedeutung von Stürzen deutlich zu. Bei den ab 80-Jährigen sei etwa die Hälfte ihrer letzten Unfälle auf Stürze zurückzuführen.

Die häufigsten Verletzungsarten waren laut Studie Verrenkungen, Verstauchungen, Zerrungen und Bänderrisse sowie offene Wunden, oberflächliche Verletzungen und Quetschungen. Fast jede fünfte unfallverletzte Person wurde demnach beim letzten Unfall stationär im Krankenhaus behandelt. Die mittlere Verweildauer betrug 9,8 Nächte.

Eine Studie der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU) zur Traumaversorgung in Deutschland zeigt, dass bis 2030 deutlich mehr ältere Menschen nach Unfällen behandelt werden müssen, während gleichzeitig Fachkräfte knapper werden. „Uns rollt eine Welle an Knochenbrüchen und Verletzungen entgegen, die von immer weniger Ärztinnen und Ärzten behandelt werden müssen“, sagte DGU-Chef Frank Hildebrand, der zugleich Präsident der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU) ist. Mehr als die Hälfte aller Knochenbrüche betreffe inzwischen Menschen über 70 Jahre. Damit auch künftig alle Patienten schnell und gut versorgt werden können, müssten die Strukturen der Traumaversorgung jetzt angepasst werden. (bhu)

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