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Trotz Weltfrauentag: Pflege ist noch immer Frauensache

07.03.2024 3 Min. Lesedauer

Die Pflege Angehöriger liegt in Deutschland auch weiterhin in den Händen von Frauen. Laut einer Befragung des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) sind knapp zwei Drittel der pflegenden Personen Frauen. Nach wie vor dominierten klassische Rollenbilder, erklärte die Vorstandschefin des AOK-Bundesverbandes, Carola Reimann, zum morgigen Weltfrauentag. Dies habe „letztlich auch mit dem Gender Pay Gap zu tun“.

„Oft ist es schlicht billiger und ökonomisch rational für Paare, die schlechter bezahlte Arbeit von Frauen zugunsten der Pflege Angehöriger aufzugeben“, so die Verbandschefin. „Das Schließen der Lücken zwischen den Geschlechtern in der fairen Bezahlung und bei der Übernahme von Verantwortung für die Pflege Angehöriger sind gesamtgesellschaftliche Aufgaben.“  

Die Bundesgeschäftsführerin des Deutschen Berufsverbands für Pflegeberufe (DBfK), Bernadette Klapper, fordert mit Blick auf den Frauentag, der „Fremdbestimmung im Frauenberuf Pflege“ ein Ende zu setzen. „Es ist längst überfällig, den Pflegeberuf an moderne Arbeitswelten anzupassen.“ Das geplante Pflegekompetenzgesetz sei der richtige Schritt und müsse daher „zügig und mutig umgesetzt werden“. Für eine Quote bei der Besetzung von Spitzenämtern macht sich unterdessen der Runde Tisch „Frauen im Gesundheitswesen“ stark. Alle Bundesoberbehörden des Sektors stünden unter männlicher Führung. Der Zusammenschluss warnte davor, „gerade in der kritischen Phase des Auf- und Umbaus von Organisationen auf die weibliche Perspektive zu verzichten.“

Auch in Krankenhäusern bleibt bei der Gleichstellung noch viel zu tun. Nach Angaben der Vizechefin der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG), Henriette Neumeyer, lag der Frauenanteil am gesamten medizinischen Personal 2022 bei 47,1 Prozent. Das Geschlechterverhältnis unter den Ärztinnen und Ärzten werde sich infolge der hohen Zahl der Medizinstudentinnen „in absehbarer Zeit sogar komplett drehen“. Allerdings würden viele Karrierewege von Ärztinnen „in der Schwangerschaft und frühen Mutterzeit nachhaltig unterbrochen“.

In den obersten Bundesbehörden steigt der Frauenanteil kontinuierlich an. Der Gleichstellungsindex zeige per Ende Juni 2023 einen Anstieg gegenüber dem Vorjahr um zwei Prozentpunkte auf 43 Prozent. Allerdings schafften Frauen noch viel zu oft den Sprung in Führungspositionen nicht, „weil sie aus Vereinbarkeitsgründen in Teilzeit arbeiten“, erklärte Bundesfrauenministerin Lisa Paus (Grüne). (ter)

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