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Verpflichtendes Terminportal stößt auf geteiltes Echo

06.01.2026 2 Min. Lesedauer

Die Forderung nach einem tagesaktuellen Onlineportal für Termine bei Fachärzten stößt nicht überall auf Gegenliebe. Nach Worten des Vorstandschefs der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Andreas Gassen, dürfe die freie Wahl eines Arztes nicht „zugunsten zentraler Planungs- und Überwachungsfantasien geopfert werden“. Gassen reagierte damit auf einen Vorstoß des Spitzenverbandes der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV-SV) für eine effizientere Terminvergabe. Dafür sollten alle Arztpraxen einen festzulegenden Anteil ihrer GKV-Termine zur Verfügung stellen, erläuterte die GKV-SV-Vize Stefanie Stoff-Ahnis. Unterstützt werden Pläne für eine bessere Patientensteuerung auch von der Politik und vom Sozialverband VDK.

Gassen verwies auf den Patientenservice unter der Telefonnummer 116 117. Die Evaluation der Terminservicestellen für das Jahr 2023 zeige, dass ein Facharzttermin durchschnittlich innerhalb von zwölf Tagen nach der ersten Anfrage vermittelt worden sei. Nach einer gestern veröffentlichten Umfrage des GKV-SV musste jedoch ein Viertel der Patientinnen und Patienten mehr als 30 Tage auf einen Termin bei einem Facharzt warten. Fast jeder dritte Versicherte ärgert sich demnach über lange Wartezeiten. 

Der seit dem Jahreswechsel amtierende Vorsitzende der Gesundheitsministerkonferenz (GMK), Niedersachsens Gesundheitsminister Andreas Philippi, setzt sich ebenfalls für kürzere Wartezeiten ein. „Das lange Warten auf einen Facharzttermin muss ein Ende haben“, sagte der SPD-Politiker dem „Deutschen Ärzteblatt“ (DÄ). Ziel sei es, mittels der Patientensteuerung durch Haus- und Kinderärzte „innerhalb von vier Wochen einen Facharzttermin zu bekommen“.

VDK-Präsidentin Verena Bentele sieht in einer solchen Termingarantie einen richtigen und überfälligen Schritt. Dieser trage dazu bei, Ungleichbehandlungen zwischen gesetzlich und privat Versicherten zu reduzieren und Patientenrechte zu stärken. „Während privat Versicherte deutlich schneller Termine erhalten, wartet ein signifikanter Anteil der GKV-Versicherten länger als vier Wochen auf einen Facharzttermin. Das ist ungerecht und gefährdet ihre Gesundheit“, kritisierte Bentele. (ter)

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