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Jeder vierte Schüler in Deutschland ist psychisch belastet

18.03.2026 3 Min. Lesedauer

Erstmals seit Ende der Corona-Pandemie im Mai 2023 ist die psychische Belastung von Schülerinnen und Schülern laut einer Analyse wieder gestiegen. Der Anteil der Lernenden mit psychischen Auffälligkeiten liegt nun bei 25 Prozent (2024: 21 Prozent), wie aus dem Deutschen Schulbarometer der Robert Bosch Stiftung hervorgeht, für das 1.507 Kinder und Jugendliche zwischen acht und 17 Jahren sowie je ein Elternteil befragt wurden. 26 Prozent berichten von einer geringen Lebensqualität und 16 Prozent fühlen sich in der Schule nur wenig wohl. Die Stiftung spricht von einem Warnsignal, das nicht ignoriert werden sollte.

Besonders betroffen sind der Studie zufolge junge Menschen aus einkommensschwachen Familien. Hier berichtet jeweils ein noch größerer Anteil über psychische Auffälligkeiten (31 Prozent), geringe Lebensqualität (36 Prozent) und ein geringes schulisches Wohlbefinden (16 Prozent). 

Für den Anstieg machen die Autoren verschiedene Faktoren aus. Die Sorge vor Einsamkeit, Leistungsdruck, Zukunftsangst und finanzielle Ängste könnten demnach mit psychischen Auffälligkeiten in Zusammenhang stehen. Auch anhaltende Krisen und ein leichter Zugang zu belastenden Informationen könnten eine Rolle spielen – ebenso wie ein gestiegenes Bewusstsein für psychische Gesundheit sowie eine verbesserte Früherkennung und Diagnostik. Der steigende Bedarf an Psychotherapie und anderen Unterstützungsmaßnahmen, wie Schulpsychologie oder Schulsozialarbeit, könne durch die derzeitigen Angebote nicht gedeckt werden, kritisieren die Experten. Daher müssten dringend Therapiekapazitäten erhöht und innerschulische Hilfsangebote ausgebaut werden.

Mobbing und Cybermobbing gehören laut Schulbarometer zu den zentralen psychosozialen Belastungen. Demnach sind 30 Prozent der jungen Menschen mindestens einmal im Monat davon betroffen, wobei der Anteil unter den Jugendlichen um das 14. Lebensjahr am höchsten ist. Es gebe keinen Zusammenhang mit dem Geschlecht der Kinder. Ein positiver Aspekt: Die Aufklärung an den Schulen scheint anzukommen. Vier von fünf Schülern wissen, wo sie Hilfe finden.

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Basierend auf den Einschätzungen der Eltern sollte eine Sensibilisierung für Mobbing und Cybermobbing an Grundschulen verstärkt werden, empfehlen die Forscher. Auch weil nach der Grundschulzeit die Bedeutung von Handys und sozialen Medien im Alltag der Schülerinnen und Schüler weiter wachse. 

Die Grünen forderten die Bundesregierung auf, dringend eine umfassende nationale Strategie für mentale Gesundheit junger Menschen vorzulegen. Dazu gehörten der Ausbau des Startchancen-Programms mit mehr Stellen für Schulsozialarbeit und Schulpsychologie. (bhu)

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