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Mercosur-Abkommen: Warken und Pharma sehen große Chancen

19.01.2026 2:30 Min. Lesedauer

Mit der Unterzeichnung des EU-Mercosur-Abkommens verbinden Politik und Pharmaindustrie hohe Erwartungen. Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) sieht Chancen für Versorgung, Forschung und Resilienz der Arzneimittelversorgung; Branchenvertreter setzen auf neue Märkte und eine geringere Abhängigkeit von Drittstaaten. Mercosur, der „Mercado Común del Sur“ – auf Deutsch: „Gemeinsamer Markt des Südens“ –, ist der südamerikanische Wirtschaftsverbund aus Argentinien, Brasilien, Paraguay, Uruguay und Bolvien, was dem Abkommen zunächst noch nicht beigetreten ist. Die Europäische Union und die Mercosur-Staaten haben am Samstag nach langjährigen Verhandlungen das Partnerschaftsabkommen EMPA und das Interims-Handelsabkommen iTA unterzeichnet.

Vorgesehen ist unter anderem der schrittweise Abbau von Zöllen für 91 Prozent der gehandelten Waren, darunter bislang bis zu 14 Prozent auf Pharmazeutika. Ziel ist eine Freihandelszone mit rund 700 Millionen Menschen; die abschließende Ratifizierung durch die Parlamente steht noch aus. Ministerin Warken bezeichnete das Abkommen als wichtigen Impuls für den Gesundheitssektor. Es biete „großes Entwicklungspotenzial für den Gesundheitsbereich auf beiden Seiten“, sagte sie und verwies auf die „Steigerung der Versorgung“, den „Ausbau von Forschungs- und Entwicklungskapazitäten“ sowie „nicht zuletzt die Verbesserung der Resilienz der Arzneimittelversorgung sowie Wachstumschancen für die Wirtschaft“.

Auch die Pharmaindustrie begrüßt den Schritt. Der Verband Pharma Deutschland sieht in dem Abkommen eine Maßnahme „von großer Bedeutung, da es Handelsvorteile bietet und eine weitere Marktexpansion ermöglicht“. Schon heute sei die EU der „mit Abstand wichtigste Arzneimittellieferant der Mercosur-Staaten“, wobei Deutschland nach den USA „das zweitwichtigste Lieferland“ sei. Vor dem Hintergrund globaler Lieferketten betonte Dorothee Brakmann, Hauptgeschäftsführerin von Pharma Deutschland, in der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (FAZ), es sei „besonders wichtig, die Abhängigkeit Europas bei Arzneimitteln von China und Indien zu verringern“. Zugleich mahnt der Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie (BPI), der Erfolg des Abkommens hänge davon ab, dass es „ausgewogen, tragfähig und an europäischen Standards ausgerichtet“ sei. 

Die gesamte Bundesregierung setzt große Hoffnungen in die Vereinbarung „Dieses Abkommen wird maßgeblich die Handlungsfähigkeit Europas beweisen", sagte Bundeskanzler Friedrich Merz nach der CDU-Präsidiumssitzung am Montag in Berlin.  Die Glaubwürdigkeit Europas sei deutlich gestärkt worden, auch für künftige Handelsabkommen. Merz sagte, er hoffe sehr [...], dass das Abkommen vorläufig in Kraft treten könne. (sr)

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