Entlastung für Pflegeheimbewohner ist nicht in Sicht
Die Kosten, die Pflegebedürftige bei stationärer Pflege aus eigener Tasche bezahlen müssen, steigen immer weiter. Inzwischen müssen dafür bundesweit durchschnittlich 3.500 Euro im Monat selbst bezahlt werden. Das ergab eine Studie des Verbands der Privaten Krankenversicherung (PKV). Die Höhe der Belastung hängt laut Studie allerdings stark vom Wohnort ab: Während die Kosten etwa in Sachsen-Anhalt durchschnittlich 2.973 Euro betragen, müssen in Baden-Württemberg im Schnitt 3.907 Euro aufgebracht werden.
Die reinen Pflegekosten bei stationärer Unterbringung betragen laut der Studie, die von der Rating-Agentur Assekurata im Auftrag des PKV-Verbands durchgeführt wurde, derzeit im Bundesdurchschnitt 1.971 Euro pro Monat. Hinzu kommen Kosten für Unterkunft und Verpflegung und Investitionskosten, die je nach Bundesland zwischen 819 Euro (Sachsen-Anhalt) und 1.295 Euro (Nordrhein-Westfalen) sowie zwischen 331 Euro (Mecklenburg-Vorpommern) und 616 Euro (Nordrhein-Westfalen) schwanken. In Summe ergeben sich so laut Studie im Durchschnitt eine Eigenbeteiligung von 3.500 Euro im Monat.
Berücksichtigt man die nach Wohndauer gestaffelten Leistungszuschläge, die von der sozialen Pflegeversicherung (SPV) gezahlt werden, reduziert sich die Eigenbeteiligung den Angaben zufolge auf 3.205 Euro (bis zwölf Monate Aufenthaltsdauer) bzw. 2.022 Euro (ab 36 Monate).
Wie stark die finanzielle Belastung durch die Pflegekosten für die Pflegebedürftigen ist, von denen die meisten Rentner sind, zeigt zudem die Antwort des Bundesgesundheitsministeriums auf eine Anfrage der Linken-Bundestagsfraktion, über die das „Redaktionsnetzwerk Deutschland“ (RND) berichtet. Demnach lag die Höhe des einrichtungseinheitlichen Eigenanteils (EEE) im Jahr 2024 bei 920 Euro, während der Rentenzahlbetrag im selben Jahr bei 1.154 Euro lag. Zuletzt sei der EEE der Antwort zufolge noch weiter gestiegen, nämlich auf 1.028 Euro im Jahr 2025 und 1.104 Euro im Jahr 2026, heißt es weiter.
Auch das Wissenschaftliche Institut der AOK (WIdO) hatte in einer Analyse vom Januar dieses Jahres festgestellt, dass die durchschnittliche Gesamtbelastung von Pflegeheim-Bewohnenden nach Abzug der nach Wohndauer gestaffelten Leistungszuschläge der Pflegeversicherung inzwischen bei mehr als 2.600 Euro pro Monat liegt. Ohne Berücksichtigung der Leistungszuschläge kam das WIdO auf 3.494 Euro, die im Jahr 2025 für die pflegebedingten Eigenanteile, Unterkunft und Verpflegung sowie Investitionskosten aufgebracht werden mussten.
Das WIdO hatte auch untersucht, wie sich die 2024 erfolgte Anhebung der Zuschläge und die seit letztem Jahr greifende Dynamisierung der Leistungssätze auf die finanziellen Belastungen auswirkt und war zu dem Ergebnis gekommen, dass dieser Trend durch die genannten Maßnahmen nicht nachhaltig gestoppt werden wird. (tie)
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