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Steinmeier und Heil werben in Vietnam um Pflegefachkräfte

23.01.2024 2 Min. Lesedauer

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und Arbeitsminister Hubertus Heil sind zurzeit auf gemeinsamer Südostasienreise. Ziel der Reise ist es, gezielt Fachkräfte für Deutschland anzuwerben.

Beide Politiker besuchten heute im Rahmen ihrer viertägigen Reise das Goethe-Institut in der vietnamesischen Hauptstadt Hanoi. Dort gewährten ihnen junge angehende Pflegekräfte, die in Deutschland leben und arbeiten wollen, Einblicke in ihren Ausbildungsalltag, die in Deutschland leben und arbeiten wollen. Steinmeier und Heil wollen mit Auszubildenden, Lehrkräften und Fachkräftevermittlern zum Thema Fachkräfteaustausch zwischen Vietnam und Deutschland diskutieren.

Seit 2007 engagiert sich das Goethe-Institut im Bereich der Qualifizierung und Beratung von Fachkräften aus dem Ausland. „Wir haben die rechtlichen Möglichkeiten für ausländische Fachkräfte, in Deutschland zu arbeiten, deutlich erweitert“, sagte Heil dem „Spiegel“. Er wolle kluge Köpfe und helfende Hände auch aus Vietnam und Thailand gewinnen. Dem Magazin zufolge soll eine Vereinbarung zur Zuwanderung von Arbeitskräften aus Vietnam unterzeichnet werden. Dort gebe es „aus historischen Gründen viele Menschen mit Deutschkenntnissen und Deutschlandbezug“, so Heil.

Um das deutsche Gesundheitssystem auch in der Zukunft stabil zu halten, kooperieren bereits seit mehreren Jahren das Bundeswirtschaftsministerium und private Träger mit Vietnam, um junge Vietnamesen zu Pflegefachkräften in Deutschland auszubilden. Jährlich werden mehrere 100 Teilnehmer ausgewählt, die nach einer Sprachausbildung ihre zwei- bis dreijährige Ausbildung zur Pflegefachkraft an einer Pflegeeinrichtung in Deutschland antreten. Laut Bundesregierung sind aktuell etwa 36.000 Stellen in Pflegeeinrichtungen nicht besetzt. Im Herbst vergangenen Jahres waren bereits die Ministerpräsidenten von Niedersachsen und Thüringen nach Vietnam gereist, um dort um Fachkräfte unter anderem für den Pflegebereich zu werben.

Die zeitweilige Sorge, die Corona-Pandemie hätte den Fachkräftemangel im Pflegesektor zusätzlich verschärft, bestätigte sich unterdessen nicht. Eine heute veröffentlichte Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) ergab, dass die befürchtete Kündigungswelle infolge der Pandemie ausgeblieben ist. Tatsächlich sei die Zahl der Pflegefach- und Pflegehilfskräfte von 2016 bis 2021 in der Summe deutlich gestiegen, heißt es darin. Dennoch bleibe der Personalmangel – insbesondere bei den Fachkräften – eine große Herausforderung für den Sektor. (bhu)

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